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Gut besucht war die 2. Unternehmerkonferenz im Festzelt auf dem Schrannenplatz.

Zweite Erdinger Unternehmerkonferenz 

Erding-Süd: Zukunft als Büropark?

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Wie steht es in Erding ums Gewerbe – und wie geht es damit weiter? Um diese Fragen drehte sich die zweite Unternehmerkonferenz, die gestern im Rahmen der Gewerbetage stattfand.

Erding In Sachen Einzelhandel ist Erding gut aufgestellt. Innenstadt und die Gewerbegebiete in Aufhausen und im Westen der Stadt lassen keine Wünsche offen – vom Baumaterial bis zur Kleidung. „So wie es ist, ist es ausreichend. Wir sehen es kritisch, weiteren Einzelhandel in Erding anzusiedeln“, sagte Wolfgang Kraus, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Ardeo, gestern Mittag im Festzelt auf dem Schrannenplatz.

Kraus war einer von vier Teilnehmern einer Podiumsdiskussion, die im Rahmen der Gewerbetage stattfand. Auch Harald Irl von der Aktionsgemeinschaft SemptPark Erding Süd, OB Max Gotz und der Vorsitzende des Gewerbevereins, Dirk Urland, stellten sich unter dem Motto „Gewerbeplan Erding 2030 – so geht’s weiter“ den Fragen von Moderator Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Dabei wurde sehr schnell klar: Flächen, auf denen sich Gewerbe und Industrie ansiedeln und heimische Firmen vergrößern können – ja. Weiterer Einzelhandel – nein. Vor allem Kraus wies mehrfach darauf hin: „Wir Innenstadthändler scheuen den Wettbewerb nicht. Mehr darf es aber an innenstadtrelevanten Sortimenten nicht werden.“

Auch Gotz machte Werbung fürs Zentrum, das er als „Juwel“ bezeichnete. Saniert, mit nahen Parkplätzen und „hervorragender Gastronomie“ ergebe sich „eine wohltuende Wärme in der Altstadt“. Nur der Branchenmix könne sicher noch ausgebaut werden, gab der OB zu. Zur Kritik, dass im Stadtkern fast nur Handyläden und Optiker zu finden seien, erklärte Kraus, dass jeder Vermieter selbst entscheide, wen er in seine Räume lässt. Nicht zuletzt bestimme die Nachfrage, welche Branchen sich wie lange halten.

Über das Thema „Gewerbeplan Erding 2030 – so geht’s weiter“ diskutierten auf dem Podium (v. l.) Harald Irl (Aktionsgemeinschaft SemptPark Erding-Süd), OB Max Gotz, Moderator Hans Moritz (Redaktionsleiter Erdinger/Dorfener Anzeiger), Dirk Urland (Vorsitzender Gewerbeverein) und Wolfgang Kraus (Vorsitzender Ardeo).

Dass der Bedarf an Flächen für Industrie und Gewerbe gegeben ist, zeigte sich schon bei der ersten Unternehmerkonferenz vor einem Jahr. Die Idee einer Logistik- und Gewerbehalle an der Sigwolfstraße resultierte daraus. Gotz betonte gestern erneut, dass dieser Standort notwendig sei, denn: „Nur auf die Konversionsflächen im Fliegerhorst zu warten, ist zu wenig. Das wird dauern. Und das können wir uns nicht leisten.“

Eine andere Zukunft sieht Irl für das Gewerbegebiet in Erding-Süd. Er sprach das schnelle Wachstum in Erding-West an, wohin zuletzt der Expert-Elektronikmarkt abgewandert ist. In Aufhausen geblieben ist der Kern – der Edekamarkt als Nahversorger. „Mit Blick auf Erding-West sehen wir uns nicht mehr als Fachmarktzentrum. Der SemptPark versteht sich mehr als starker Nahversorger“, sagte Irl. Hinzu kommen Büroflächen, an denen ebenfalls großer Bedarf bestehe. Rund 6000 Quadratmeter in Erding-Süd seien schon jetzt reine Büro- und Serviceflächen – Amadeus noch nicht mitgezählt. Allein im vorigen Jahr habe man 1000 Quadratmeter neue Büroräume geschaffen. „Unsere Zukunft könnte durchaus im Bürobereich liegen“, sagte Irl.

In seinen Augen fast existenziell für die Ansiedelung von Büros wäre jedoch temporäres Wohnen – Stichwort Boardinghouse. Irl weitete damit die Idee eines Wohnheims für Auszubildende auch auf Arbeitskräfte aus, die ein „Zuhause auf Zeit“ suchen. Urland sagte im Namen der Erdinger Wirtschaft zu, sich zumindest an einem Azubiwohnheim zu beteiligen.

Noch nichts Konkretes konnte Irl hingegen dazu sagen, wie es mit dem ehemaligen Expert-Gebäude im SemptPark weitergeht. „Die Halle ist 50 Jahre alt und am Ende“, sagte Irl und verriet immerhin: Ein Investor überplant das Areal gerade. „In den nächsten drei Jahren sehe ich keine Leerstände und keine freien Grundstücke“, fasste Irl zusammen.

Noch weiter in die Zukunft blickten am Ende die Teilnehmer auf die Frage, wo sie die Erdinger Wirtschaft im Jahr 2030 sehen. Gotz wünschte sich eine „möglichst facettenreiche Gewerbelandschaft“. Dass man sich auf dem „tollen Ist-Zustand“ nicht ausruhen dürfe, betonte Urland. Und Kraus erklärte, dass die Innenstadt noch mehr zum „pulsierenden Herz der Stadt“ werden solle – unter anderem mit den verkaufsoffenen Sonntagen. Der nächste könnte schon bald anstehen: Laut Kraus überlegt Ardeo, eventuell fürs Altstadtfest kurzfristig einen zu beantragen.

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