"Erding wurde nie gefragt"

Erding - Der Erdinger Stadtrat steht mehrheitlich weiter hinter der Erdinger Nordumfahrung.

Weil bei den favorisierten Südtrassen seltene Tierarten gefunden wurden (wir berichteten), hält es das Gremium für richtig, auch den Korridor Mitte näher zu untersuchen. So könnten eine neue Linie oder Argumente gefunden werden, die Südlösung trotz Eingriffe doch zu verwirklichen. Gutachterin Ina Oswald und Stefan Otzmann vom Straßenbauamt stellten die Umweltverträglichkeitsstudie für die ED 99 vor.

Während diese kaum diskutiert wurde - Herbert Maier (Grüne) merkte lediglich an, dass sich die Bedenken seiner Partei bestätigt hätten -, sorgte Hans Egger (Erding Jetzt) für eine lebhafte Debatte. Er sehe zwar ein, dass es sich wegen der Betroffenheit mehrerer Gemeinden um ein Kreis-Projekt handle. Er verstehe aber nicht, warum der Landkreis keinerlei Kosten trage, die Stadt aber alles zahlen müsse, was nicht durch Zuschüsse und Flughafen-Umlandsfonds gedeckt sei. Besonders ärgerlich sei dieses Regelung, „weil den Erdinger Stadtrat bis dato niemand gefragt hat, welche Trasse er will“.

Roswitha Bendl (ÖDP) sekundierte. Sie zitierte aus einem Protokoll des Kreis-Strukturausschusses, demzufolge die Haltung Erdings erfragt werden solle. „Im Stadtrat hieß es aber immer, man rede nur über die Südtrassen.“

Gotz erwiderte: „Kein anderer als der Landkreis kann Baulastträger sein.“ Egger hätte beantragen können, dass es die Stadt selbst macht. Erding sei Hauptprofiteur und müsse deswegen zahlen. Burkhard Köppen (CSU) erinnerte an ein Ausschuss-Protokoll vom Juni 2010, laut dem der Stadtrat die Südvarianten-Prüfung durch den Kreis begrüßt. „Das war eine Abstimmung“, klärte Köppen seine Kollegen auf.

(ham)

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