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Mit dem Einrollen der Fahne durch Generalmajor Günter May (M.) endete gestern in Penzing die Geschichte des Erdinger Luftwaffeninstandhaltungsregiments 1. Oberst Michael Rethmann (3. v. r.) bleibt aber mit dem neuen Waffensystemunterstützungszentrum in Erding – zumindest vorerst.

Erdinger Fliegerhorst

Die Regimentsfahne wird eingeholt

Erding/Penzing - Das Aus des Fliegerhorsts bis 2019 erfolgt in kleinen Schritten. Ein größerer wurde gestern in Penzing gemacht. Das Luftwaffeninstandsetzungsregiment 1 aus Erding wurde außer Dienst gestellt und ins Waffensystemunterstützungszentrum 1 überführt.

Mehrere hundert Soldaten haben in einer großen Flugzeughalle Aufstellung genommen, das Musikkorps aus Neubiberg zieht mit Marschklängen ein, es folgen die Truppenfahnen.

In der Bundeswehr ist nach dem Reformbeschluss vom 26. Oktober 2011 derart viel in Bewegung, dass größere Auflösungen und Neuzuschnitte en bloc mit militärischen Ehren begangen werden. Generalmajor Günter May, Kommandeur des Waffensystemkommandos der Luftwaffe, hatte gleich drei Einheiten auf den Fliegerhorst Penzberg geladen - aus Erding, aus Landsberg/Lech und aus Diepholz bei Bremen. Der Anlass: die offizielle Außerdienststellung der Luftwaffeninstandhaltungsregimenter 1 (Erding) und 2 (Diepholz) sowie des Waffensystemunterstützungszentrums Landsberg bei gleichzeitiger Indienststellung der Waffensystemunterstützungszentren 1 und 2.

Was heißt das für Erding? „Im Moment noch nicht sehr viel“, antwortet Oberst Michael Rethmann, Standortältester des Erdinger Fliegerhorstes, im Gespräch mit unserer Zeitung. „Denn auch der neue Verband wird in Erding aufgestellt - anfangs.“

Die Tornado-Wartung und -Instandsetzung soll nach den Plänen von Verteidigungsminister Thomas de Maizière bekanntlich von Erding nach Manching verlegt werden, wo eine Kooperation mit der Luftfahrtindustrie besteht - mit der EADS-Tochter Cassidian. „Dorthin führt momentan aber noch kein Weg“, erklärt Rethmann.

Denn zum einen gibt es noch keinen unterschriebenen Befehl, sondern allenfalls ein Absichtserklärung des Ministers. Zum anderen verfügt zwar Cassidian in Manching über eine ausreichende Infrastruktur, nicht aber die Luftwaffe. So gibt es gegenwärtig noch nicht einmal eine Halle, in der die Arbeiten - im Kern wird es vor allem um die Wartung der Geräte im Jet gehen - vorgenommen werden können. 2016, eher 2017 könnte es so weit sein - zwei Jahre bevor das letzte militärische Licht in Erding gelöscht wird.

So lange behält der Erdinger Fliegerhorst seine originäre Aufgabe. Hier werden sich die Techniker vor allem um die Kampfjets kümmern, während für die Helikopter der Standort Diepholz (mit geplanter Verlegung nach Schönewalde) reserviert ist.

Der Verbleib im Norden der Herzogstadt bedeutet in dieser Interimsphase nach den Worten Rethmanns zunächst ein Personalaufwuchs. Der Stab des Waffensystemunterstützungszentrums 1 verfügt über 78 Dienstposten, eine Handvoll mehr als das gestern aufgelöste Regiment. Momentan werden von Erding aus 1100 Mitarbeiter geführt, mit der Aufstellung des Waffensystemunterstützungszentrum 1 sollen es zusätzliche 340 sein.

Dabei handelt es sich um drei übernommene bisher Landsberg unterstellte Einheiten, zwei in Manching und eine in Hallbergmoos. „Die Kräfte werden nicht alle hier auf dem Fliegerhorst tätig sein“, sagt Rethmann. Auch seine Rolle wird eine neue sein. Erwartet wird binnen des nächsten halben Jahres ein neuer, höher dotierter Oberst. Rethmann wird dann Stellvertreter.

Erdinger Fliegerhorst: Die Regimentsfahne wird eingeholt

Der letzte Kampfjet wird im Frühling 2013 in Erding erwartet, eineinhalb Jahre lang wird er dann komplett überarbeitet. „Nach aktuellem Stand wird es der letzte Flieger sein, der Ende 2014 oder Anfang 2015 die dann Große Kreisstadt auf dem Luftweg verlässt“, sagt Rethmann. Dann, ist er überzeugt, werde ein tiefer Einschnitt folgen. „Wenn es keinen Flugbetrieb mehr gibt, kann auch die Fliegerhorststaffel Erding aufgelöst werden und mit ihr andere Aufgabenbereiche, etwa die Feuerwehr und der Tower.“

Neben Regiment und Fliegerhorst-Staffel befinden sich nach wie vor das Materialdepot, das Systemzentrum Luftfahrtzeugtechnik und einige kleinere Einheiten im Erdinger Norden. Der große Personalabbau hat laut Rethmann noch nicht begonnen. 1580 Beschäftigte seien es am Tag der Reformverkündung gewesen, heute seien es noch 1460.

Die befinden sich weiter im ungewissen Zustand des Verharrens. „Es ist natürlich eine sehr unbefriedigende Situation, wenn man bereits ein Jahr in der Schwebe ist und mindestens ein weiteres folgen wird“, bedauert der Oberst.

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