Erste UMTS-Sendeanlage in Isen

Isen - T-Mobile Deutschland will eine UMTS-Sendeanlage in Schnaupping installieren. Der Marktgemeinderat beschloss, keinen Alternativstandort vorzuschlagen.

Der Mobilfunkbetreiber T-Mobile Deutschland GmbH plant, seine bestehende Mobilfunk-Sendeanlage im Wald bei Schnaupping mit UMTS zu bestücken. Damit würde die erste UMTS-Anlage im Gemeindegebiet in Betrieb gehen. Einstimmig haben die Marktgemeinderäte beschlossen, dem Mobilfunkbetreiber keinen Gegenvorschlag zum geplanten Standort Schnaupping zu machen. Dazu wären sie zwar nach dem bayerischen Mobilfunkpakt berechtigt, der zwischen Mobilfunkbetreibern, Gemeinde- und Landkreistag sowie Staatsministerium geschlossen wurde, damit dass ihr Vorschlag angenommen wird, rechnen sie allerdings nicht. „Wir werden nämlich keinen geeigneteren Standort finden, als den, den T-Mobile mit Schnaupping vorgeschlagen hat“, machte Bürgermeister Siegfried Fischer (FW) seine Meinung deutlich. Schließlich sei der Sendemast ausreichend hoch und liege rund 800 Meter von der Bebauung in Lichtenweg entfernt. Zudem entspreche er dem Gebot der Mehrfachnutzung von Standorten, das im Mobilfunkpakt ausdrücklich festgelegt ist. Unter diesen Umständen einen Alternativstandort zu suchen, „hätte lediglich Alibifunktion“ gegenüber den betroffenen Bürgern, so der Bürgermeister. Denn der Mobilfunkbetreiber hat das Recht, diesen Vorschlag zu prüfen und gegebenenfalls auch wirtschaftlichen und technischen Gründen abzulehnen. Fischer erinnerte in diesem Zusammenhang an die Probleme, die der Markt vor einigen Jahren hatte, als die Vodafone D2 GmbH einen UMTS-Sender für Isen ins Auge gefasst hatte.

Einen doppelten Vorteil im Standort Schnaupping sah Michael Feuerer (CSU): „Warum sollen wir krampfhaft suchen, wenn der Mast weit weg von den Leuten ist, und sie dann schnelles Internet haben werden?“ Die Leistung des Internets, das den Anliegern über das Mobilfunknetz zur Verfügung stehen würde, hatte Fischer mit dem ans Telefonnetz gebundenen DSL 6000 verglichen. Derzeit sind im südöstlichen Gemeindegebiet Internetverbindungen in der Regel nur über wesentlich langsamere ISDN-Zugänge möglich. Auch nach Meinung von Martin Maier (Neue Bürgerliste) „macht es keinen Sinn, dass wir uns die Arbeit machen“. Rupert Fruth und Konrad Rappold (beide Neue Bürgerliste) wiesen darauf hin, dass man sich auf weitere UMTS-Sender im Gemeindegebiet einzustellen habe.

Albert Zimmerer (SPD) wollte zunächst die Meinung der betroffenen Bürger erfragen: „Wenn es jemanden angeht, dann wohl die Schnauppinger“, sagte er. Sollten die sich bedroht fühlen, müsse sich die Gemeinde um einen alternativen Standort Gedanken machen. Schließlich einigte man sich darauf, sich nicht an der Standortfindung zu beteiligen. Einen weiteren Vorschlag Zimmerers, regelmäßig Messungen durchführen zu lassen, versprach Fischer im Auge zu behalten. (ahu)

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