Erzbischof Reinhard Marx: Brief an die Dekanate. Archivfoto: gse

Erzbischof Marx: Kirche verkauft keinen Grund für dritte Startbahn

Flughafen - Die Nachricht wurde mit Jubel aufgenommen: Erzbischof Reinhard Marx stellte am Montag klar, dass die katholische Kirche keine Grundstücke, die im Bereich der geplanten dritten Startbahn liegen, verkaufen wird.

Das Erzbischöfliche Ordinariat hat die betroffenen Kirchenstiftungen in einem Brief angewiesen, entsprechende Anfragen an die Erzbischöfliche Finanzkammer weiterzuleiten.

Als Aufgemuckt-Sprecher Hartmut Binner das Schreiben aus dem Ordinariat in Händen hielt, verschlug es ihm fast die Sprache: „Ich habe Gänsehaut vor Freude.“ Er bezeichnet die Verkaufsweigerung als Mosaikstein, „in Bayern ist das aber ein sehr kräftiger Mosaikstein.“ Denn die Kirche sei hier in den Herzen der Menschen verwurzelt. Schon lange setzt sich Binner dafür ein, dass die Grundstücke nicht verkauft werden sollen. Er hat sich versichern lassen, dass auch nicht getauscht wird.

„Die Regierung wird sich jetzt schwer tun“, sagt Binner. Denn nun müsse sie gegen die Kirche klagen. Aber er meint, dass auch in der Staatskanzlei gerade ein Umdenken stattfinde. Trotzdem betont er: „Das ist noch nicht das Aus für die dritte Startbahn.“ Seine Freude konnte das aber nicht trüben: „Das gibt mir jetzt neuen Schwung.“ Lobende Worte findet Binner für Weihbischof Bernhard Haßlberger, der sich sehr für die Startbahngegner eingesetzt habe.

Und was sagt die Flughafen München GmbH (FMG) zu Marx’s Entscheidung? Gar nichts. „Grundstücksangelegenheiten kommentieren wir grundsätzlich nicht“, konstatierte gestern FMG-Pressechef Ingo Anspach. „Auch in diesem Fall halten wir das so.“ (yv/ml)

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