Doppelte Großmutter: Cornelia Vogelfänger mit ihren Enkelkindern Nina und Adrian. foto: privat

Die Erzieherin auf dem Chefsessel

Pastetten - Von der zuagroasten Rheinländerin zur Bürgermeisterin von Pastetten: Cornelia Vogelfänger hat am Sonntag ihren 60. Geburtstag gefeiert.

Die Liebe hat sie vor fast 40 Jahren in die Gemeinde Pastetten verschlagen. Inzwischen ist Cornelia Vogelfänger dort fest verwurzelt. Seit zwölf Jahren sitzt sie im Chefsessel des Rathauses. Am Sonntag fierte die Bürgermeisterin ihren 60. Geburtstag.

Ursprünglich stammt Vogelfänger, geborene van Rennings, aus Meerbusch im Rhein-Kreis Neuss in Nordrhein-Westfalen nahe Düsseldorf. Ehrgeizig und erfolgreich war sie schon sehr früh. Direkt nach der Ausbildung zur Erzieherin wurde sie stellvertretende Leiterin eines städtischen Kindergartens in Meerbusch. Diesen Job gab sie Mitte der 70er Jahre auf, um ihrem Verlobten Rolf Vogelfänger nach Bayern zu folgen. Da er in die Nähe von München versetzt wurde, zog das junge Paar um und landete schließlich in Harthofen.

„Conny“ war gerade 21 Jahre alt, als die Hochzeitsglocken am 11. April 1975 läuteten. Bei der Stadt München bekam sie schnell eine Stelle als Springkraft - zwischen 32 Einrichtungen im Stadtgebiet. „In der schlimmsten Woche habe ich in vier Einrichtungen gearbeitet“, erinnert sich Vogelfänger an diese anstrengende Zeit. Im Februar 1976 ging’s von der Stadt aufs Land: Sie ergatterte eine Stelle in Klettham, inklusive Sprachunterricht auf Bairisch. „Strumpfsockad zum Beispiel war so ein Wort, das ich erst da gelernt habe“, sagt sie lachend.

Inzwischen leben die Vogelfängers in Pastetten, haben vor einigen Jahren dort gebaut. Den Beruf der Erzieherin hat sie längst an den Nagel gehängt. Der Job als Bürgermeisterin lässt keine Zeit mehr dafür - außer wenn Not am Mann ist. Dann hilft Vogelfänger in Kindergarten und Krippe mit. Dabei ist sie über ihren Mann Rolf eher zufällig zur Politik gekommen. Ihre Laufbahn begann beim JU-Ortsverband Buch-Forstern-Pastetten. Anfang der 80er Jahre trat sie der CSU bei, war mehr als 20 Jahre im Kreisvorstand. 1996 schaffte es Vogelfänger in den Kreistag, zwei Jahre später wurde sie Bezirksrätin und kam als Nachrückerin in den Pastettener Gemeinderat.

Als sich der damalige Bürgermeister Wilhelm Sandtner 2001 aus der Politik zurückziehen wollte, meinte er zu Vogelfänger: „Mach du das doch.“ Gesagt, getan. Vielen Pastettenern war sie zu der Zeit vor allem vom Sport bekannt - als Übungsleiterin im Leistungsturnen und vom Mutter-Kind-Turnen, das sie bis vergangenen Sommer fast 20 Jahre lang geleitet hat. Gegen zwei männliche Konkurrenten zog sie 2002 ins Rennen und wurde erste Bürgermeisterin im Landkreis. Eine kleine Sensation.

Unterstützung dabei bekam sie schon immer von ihrer Familie, zu der neben Ehemann Rolf (65) auch die Töchter Kathrin (35) und Julia (32) mit Partnern sowie Enkelsohn Adrian (15) gehören. Jüngstes Familienmitglied ist Enkelin Nina, die im vorigen März zur Welt kam. Die Töchter leben mit ihren Familien in Pastetten und Forstern, so dass alle so oft wie möglich zusammen kommen. Nach einer schweren Erkrankung ihres Mannes weiß Vogelfänger das noch mehr zu schätzen.

Wenn noch Zeit bleibt geht sie zum Ausgleich aufs Laufband oder liest ein gutes Buch. Am liebsten hat sie Krimis, bei denen man auch lachen kann. Und um den Kopf so richtig frei zu kriegen, ist Samurai-Sudoku, teilweise überlappende Zahlenrätsel, ihr ultimativer Geheimtipp.

vam

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