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Freuen sich auf den Start am Samstag: Andrea Stengl und Stefan Heinze fahren mit ihrem 23 Jahre alten Subaru Forester, den sie „Waldi“ nennen, die Charity-Rallye „The Baltic Sea Circle“ bis zum Nordkap.

Fahrt zum Nordkap

Bereit fürs Abenteuer Nordkap: Zwei Niederneuchinger bei Charity-Rallye

  • VonDaniela Oldach
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Der erste gemeinsame Urlaub als Paar soll etwas ganz Besonderes sein. Andrea Stengl und Stefan Heinze suchen dabei das Abenteuer und wagen gleich den Weg ans Nordkap.

Niederneuching Das Pärchen aus Niederneuching nimmt an der Charity-Rallye „The Baltic Sea Circle“ teil. Am morgigen Samstag, 22. Februar, geht’s im moosgrünen Subaru Forester los.

Zehn Länder werden die beiden in 16 Tagen mit ihrem 23 Jahre alten Gefährt bereisen. Unvergessliche Eindrücke und Erlebnisse, aber auch Herausforderungen warten auf die 29-jährige Erzieherin und den 32-jährigen IT-Experten. Und die beiden tun gleichzeitig etwas Gutes, denn sie sammeln Spenden für den Tierschutzverein Erding. 760 Euro sind bereits zusammengekommen.

Die nördlichste Rallye des Erdballs, die „The Baltic Sea Circle“ zu fahren, das ist schon eine außergewöhnliche Idee. „Es ist ein paar Jahre her, da haben wir uns unterhalten, wohin wir in den Urlaub fahren wollen“, erzählt Andrea Stengl. Ihr Freund Stefan Heinze war einmal bei der Rallye von München nach Barcelona dabei. Nach einigen Recherchen war der Gedanke geboren, ans Nordkap zu fahren.

„Es wird für uns natürlich eine richtige Bewährungsprobe“, gibt Stengl zu. Seit zwei Jahren bereiten sich die beiden auf die Rallye vor. Um teilnehmen zu können, benötigten sie ein mindestens 15 Jahre altes Fahrzeug, das weder über GPS noch Navi verfügt. In Schwerin entdeckten sie einen Subaru Forester, Baujahr 1997, und tauften ihn liebevoll „Waldi“. Dann wurde Waldi offroad- und rallyetauglich gemacht. Eine Höherlegung, ein Einsaugschnorchel, Unterfahrschutz, Standheizung und zusätzliche Beleuchtung waren unter anderem notwendig. Motoröl, Ersatzbirnen und Werkzeug sind zwar mit an Bord, „aber ansonsten hoffen wir einfach, dass er hält“, sagt Stengl schmunzelnd.

Auch aufeinander müssen sich die beiden verlassen können. „Einer muss fahren, der andere muss die Karte lesen“, sagt Stengl. Schließlich dürfen Autobahnen nicht genutzt werden. Start ist am Hamburger Fischmarkt. Danach führt die Strecke über rund 7500 Kilometer durch zehn Länder bis zum Polarkreis und zurück. Eine Strecke, die bei eisigen Temperaturen einiges an Vorbereitung erfordert. „Es gibt auch eine Rallye im Sommer, aber die kann ja jeder fahren“, sagt Heinze. „Außerdem wollten wir schon immer Polarlichter und das Nordkap sehen. Der Winter ist nun mal die beste Jahreszeit für beides.“

Schlafen wird das Paar im Dachzelt, das mit einer externen Heizung gewärmt wird. Thermowäsche und passende Schlafsäcke dürfen nicht fehlen. „Als Team haben wir uns ,Hot’n’cold‘ genannt. Andrea ist immer kalt, typisch Frau, und mir ist bei uns zuhause immer zu warm. Der Teamname ist aus einem Witz heraus entstanden – im Biergarten mit Freunden. Waldi muss also perfekt klimatisiert und top ausgestattet sein – von trockenen Asphaltpisten bei zehn Grad Celsius, über Schotterpisten mit geschlossener Schneedecke bei minus 20 Grad, bis hin zum vereisten Schlaglochparcours bei null Grad“, verrät Heinze.

Die Idee der Baltic Sea Circle Rallye ist es, Spenden zu sammeln. „Wir wussten sofort, dass der Tierschutzverein Erding unsere Spende erhält. 760 Euro haben wir schon“, freuen sich die beiden. „Tiere benötigen Hilfe. Oft geraten Familien in eine Notsituation, die sie zwingt, ihr Haustier abzugeben. Deshalb ist es umso wichtiger, dass es eine Anlaufstelle gibt, die sie aufnimmt. Das Team leistet eine unbeschreibliche Arbeit mit viel Leidenschaft. Deshalb möchten wir hier unterstützen“, sagt Stengl.

Auch das Paar selbst spendet. Von vielen Seiten hat es schon Unterstützung erhalten. Auch Heinzes ehemaliger Arbeitgeber hat sich daran beteiligt. Unter betterplace.com/hotncold kann man für den Tierschutzverein Erding spenden. Geld wird auch während der Rallye gesammelt. Via Social Media wollen Stengl und Heinze täglich Aktionen posten.

Familie und Freunde sind begeistert von der Idee, die Eltern der beiden sind aber auch ein wenig besorgt. Doch über die Travel-Tracker-App „Find Penguins“ halten Stengl und Heinze Kontakt und informieren auf der Reise über ihre Erlebnisse. Diese werden das Paar zusammenschweißen. Danach kann man doch auch heiraten, oder? „Ich denke schon und würde mich freuen. Danach wäre es der richtige Zeitpunkt“, meint Andrea Stengl und strahlt.

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