Faschingsumzug in Isen

Die "wahren Helden" trotzen dem Schnee

Isen - Wie Schneetreiben und Faschingstreiben perfekt zusammenpassen können, zeigten die unerschrockenen Isener Narren am Dienstag mit ihrem Faschingsumzug.

Es waren erwartungsgemäß nicht so viele Mitwirkende und Zaungäste wie in den vergangenen Jahren, wo jeweils die Sonne hervor lugte. Doch „die wahren Faschingshelden offenbaren sich genau an solchen Tagen“, stellte Organisator und Faschingskomitee-Chef Rul Kellner trotzig fest.

Der von der Blaskapelle Isen angeführte lange Zug mit Handkarren wartete wieder mit witzigen und charmanten Slogans auf. Überragend von der Thematik her waren dieses Mal der Stammtisch Klement als „Kultgruppe“ und Isens 1. Ballonfahrschule, die in Anspielung auf die zwei Fahrschulen vor Ort noch „ohne Konkurrenz“ sei. Oberballonfahrer Zeno Stolz überreichte Kellner am Ende der drei Runden um den Oberen Markt für seine Verdienste als Isener Faschings-Chef eine Keramik-Putte, denn „nur Engel fliegen höher“.

Während die Fußballer plakativ mit „Sport ist Mord“ auf ihr derzeitiges „Lazarett“ hinwiesen, präsentierte der Theaterverein zum 30-jährigen Bestehen seinen Red-Bull-Boliden. Zehn Jahre alt wird heuer der Bowling-Club, der sich zum Thema „Meer“ gehörig ins Zeug schmiss und vom Tiefseetaucher bis zur Seejungfrau alles an Bord hatte. Wie schon im Kappenabend als solches betitelt, zeigten sich die Burgrainer recht originell als „mürrisches Bergvolk“ wie vor hundert Jahren. Gewohnt mit einem Hang zur Selbstironie hatten sich die Jugendlichen vom JUZ als Affenhorde verkleidet und demonstrierten in Anspielung auf ihre dreimonatige Abstinenz den Slogan „Kein Alkohol ist auch keine Lösung“.

Faschingsumzug in Isen: die Bilder

Das dieses Mal auffallend viele Jäger unterwegs waren, ließ sich auf eine Aktion der Faschingskomitees zurückführen, die im Vorfeld durchgesickert war. Die hatten sich nämlich in Wildschwein-Kostüme gehüllt und köstlich die Isener Jägerschaft verspottet, die ihr Halali zur Saujagd bliesen und „als Blinde“ wieder einmal nichts erlegten. Im Anschluss ging es zum feuchtfröhlichen Faschings-Ausklang in den Klement-Saal.

(az)

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