9+2 an der Mittelschule Finsing 

Schulbus: Finsing will kein Geld vom Kreis

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Beim Thema 9+2 sind die Fronten zwischen Landkreis und Mittelschulverband Finsing nach wie vor verhärtet. Diesmal ging es um die Beförderung der Schüler.

Finsing– Es war ein steiniger Weg mit vielen politischen Querelen, bis an der Mittelschule Finsing die Vorbereitungsklasse (9+2), in diesem Schuljahr starten konnte. Die 21 Schüler „sind zu einer tollen Klassengemeinschaft zusammengewachsen“, sagt Schulleiter Stephan Rettig.

Zwischen Landkreis und Schulverband herrscht deswegen noch immer dicke Luft. Jüngstes Streitthema: die Beförderung der 9+2-Schüler. Die will der Landkreis übernehmen, obwohl er das gar nicht muss. Zuständig wäre als Sachaufwandsträger die Gemeinde Finsing, die die Beförderung laut Max Kressirer (WGE) seit Schuljahresbeginn auch trägt. Der Bürgermeister hat eine klare Meinung: „Ich will in jedem Fall an der eigenen Beförderung festhalten.“

In der Sitzung des Mittelschulverbands am Dienstag präsentierte er eine Chronologie der Korrespondenz mit dem Landratsamt. Demnach habe man im April, kurz nach der Entscheidung für Finsing als 9+2-Standort, einen Antrag zur Schülerbeförderung an den Landkreis gestellt. „Damals hieß es, dass der Kreisausschuss noch zustimmen muss“, so Kressirer. „Doch wir haben fast eineinhalb Monate gewartet.“

Im Sommer habe er Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) mitgeteilt, dass der Schulverband die Beförderung selbst übernehme. Erst danach sei eine Antwort gekommen. Tenor: Der Landkreis habe schon immer erklärt, dass er die Kosten auch für eine Beförderung nach Finsing übernehme. Eine Abstimmung sei nicht nötig gewesen.

Anfang August habe er dem Landrat mitgeteilt, dass sich der Schulverband „im Rahmen unserer gesetzlichen Beförderungspflicht“ zur Übernahme entschieden habe, so Kressirer, der auch von einem Telefonat mit Schulamtsdirektorin Marion Bauer berichtete. Bei ihr habe Bayerstorfer telefonisch im Oktober „die Zuweisung in Frage gestellt. Aus seiner Sicht wurde die Klasse zu Unrecht gebildet“, zitierte Kressirer aus seinem Aktenvermerk.

Letztlich habe die Rechtsaufsicht des Landratsamts nachgefragt, ob im Etat 2017 die Beförderungskosten überhaupt angesetzt seien. Kressirer und Geschäftsleiter Helmut Fryba hatten die Zahlen parat: Insgesamt seien für die Beförderung im laufenden Jahr 180 000 Euro eingestellt. Im Vorjahr habe man 171 000 Euro ausgegeben. Das Busunternehmen rechne heuer die gleichen Preise ab, daher blieben für die Beförderung von September bis Dezember noch knapp 9000 Euro übrig. Laut Kressirer handele es sich um 13 Mädchen und Buben, die außerhalb des Mittelschulverbands leben und für die monatlich 655 Euro fällig würden – für die genannte Zeit also 2600 Euro.

Kressirer betonte, man sei rechtlich auf der sicheren Seite. Hans Peis (CSU, Neuching) verwies darauf, dass die Übernahme für die 9+2-Klasse in Wartenberg der Wunsch des dortigen Schulverbands gewesen sei. „Es wurde sehr positiv gesehen, weil der Kreis nicht dazu verpflichtet ist“, sagte Peis. Zudem würden so die Kosten gleichmäßig verteilt. Er berichtete zudem von einem Gespräch mit Hans Wiesmaier (CSU, Fraunberg), der das Vorgehen Finsings kritisch sehe und befürchte, dass der Landkreis die Beförderung für Wartenberg auch nicht mehr übernehmen könnte.

„Man hat bei diesem Thema nie offen und ehrlich mit uns gespielt“, erklärte Dieter Heilmair (CSU, Finsing). „Wir dürfen dem Landkreis kein Instrument in die Hand geben, das es uns schwer machen könnte, die Schule so erfolgreich weiter zu führen wie jetzt. Wir würden alles aufgeben, was wir erreicht haben.“ Pamela Kruppa (CSU, Moosinning) meinte, es sei lediglich ein Angebot des Landkreises, mit dem er zeige, dass er alle gleich behandeln wolle. „Aber unsere Systematik funktioniert, und die Kosten bringen uns nicht um.“ Auch Georg Nagler (SPD, Moosinning) erklärte: „Wir sollten uns nicht in die Abhängigkeit des Landkreises begeben.“

Mitte November hatte der Kreisausschuss offiziell beschlossen, die Beförderung nach Finsing zu übernehmen (wir berichteten). Dem sollte der Schulverband nun zustimmen. Den Vereinbarungsentwurf lehnte das Gremium jedoch einstimmig ab.

Rubriklistenbild: © Macht

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