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Ein ausgeglichenes Bildungsangebot wollen Bürgermeister Max Kressirer (r.) und Schulleiter Stephan Rettig im Landkreis schaffen. Die Bewerbung um die Einführung des 9+2-Modells in Finsing ist versendet.

Bewerbung für Mittelschulmodell 

Auch Finsing will jetzt 9+2

Finsing – Bereits drei Schulen bewerben sich für die Einführung des 9+2-Modells. Neben Wörth und Isen will nun auch die Gemeinde Finsing um die Erweiterung des Bildungsangebots kämpfen. Hintergrund: Es wird darüber diskutiert, das Modell, neben der Marie-Pettenbeck-Schule in Wartenberg, auch an einem weiteren Schulstandort im Landkreis Erding einzuführen.

Das neue Bildungsmodell soll es Mittelschülern ermöglichen, in zwei zusätzlichen Schuljahren die mittlere Reife zu erhalten. Finsings Bürgermeister und Vorsitzender des Schulverbands Moosinning, Neuching und Finsing, Max Kressirer, und der Grund- und Mittelschuldirektor Stephan Rettig, wollen sich diese Chance nicht entgehen lassen. „Das ist natürlich eine Aufwertung für unseren Schulstandort“, begründet der Rathauschef die Entscheidung, die in der Schulverbandssitzung getroffen worden ist.

Er ist überzeugt davon, dass Finsing der bestmögliche Standort für eine weitere „9+2-Schule“ sei. Das Hauptargument: ein flächendeckendes Bildungsangebot. „Mit den M-Standorten in Dorfen, Taufkirchen und Erding, und dem 9+2-Modell in Wartenberg ist das Bildungsangebot sehr ostlastig“, erklärt Kressirer im Gespräch mit der Heimatzeitung. Seiner Meinung nach würde ein Angebot im Südwesten die notwendige Ausgewogenheit im Landkreis herstellen. Zudem gefährde Finsing keine anderen M-Standorte in deren künftiger Entwicklung. „Die Erfahrung zeigt einfach, dass viele Schüler das Angebot an ihrer Standortschule einem Wechsel an einen M-Standort vorziehen“, erklärt Kressirer. So würde Isen den M-Zug in Dorfen erheblich gefährden. Der M-Standort in Erding sei mit seinem großen Einzugsgebiet von 70 000 Einwohnern hingegen stabil genug, um ein 9+2-Modell in Finsing verkraften zu können.

Zusammen mit Rettig hat der Finsinger Bürgermeister weitere Argumente für seinen Standort gesammelt, darunter seine Zukunftsfähigkeit. „Die Klassenbildung im Mittelschulbereich ist bei uns auf jeden Fall gesichert“, sagt Kressirer hinsichtlich einer Fünf-Jahres-Statistik. Und auch das Raumprogramm im Schulgebäude sei ein Vorteil. „Die Raumsituation ermöglicht einen Start von 9+2 bereits zu Beginn des nächsten Schuljahres“, erklärt der Rektor. „Außerdem wird unser Gymnastikraum im Frühjahr 2017 für die Mittagsbetreuung und die offene Ganztagsschule umgebaut. So werden wieder fünf Klassenzimmer frei, in denen die 9+2-Klassen untergebracht werden können.“ Demnach müssten keine zusätzlichen Baumaßnahmen ergriffen werden.

Kressirer und Rettig sind zuversichtlich: Spätestens die kurzen Beförderungszeiten müssten das Schulamt vom Standort Finsing überzeugen. „Wir sind aus dem gesamten Einzugsgebiet, zwischen Dorfen und Oberding, schnell und mit bereits bestehenden Verkehrsverbindungen sehr gut erreichbar“, argumentiert der Rathauschef. So betrage die durchschnittliche Beförderungszeit mit dem zentralen Ankunftspunkt am Markt Schwabener Bahnhof 40 Minuten. „Das ist durchaus zumutbar“, sagt der Bürgermeister. Eine Busverbindung zwischen Markt Schwaben und Finsing könne problemlos von der Gemeinde gewährleistet werden.

Positiv eingestellt sind auch die anderen Mitglieder des Schulverbands. Manfred Lex, Vize-Bürgermeister in Moosinning, sagt: „Der räumliche Aspekt an der Mittelschule ist ein großer Pluspukt für Finsing.“ Unterstützung bekommt Kressirer zudem vom Neuchinger Gemeindechef, Hans Peis. „Das ist eine gute Möglichkeit, den Schulstandort zu festigen.“

Julia Adam

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