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Können trotz eisiger Temperaturen noch lachen (v. l.): Jasmin Geyer, Robert Schönhofen, Wolfgang Rüdiger, Frank Donderer und Margit Donderer.

Winterschwimmen im Finsinger Weiher 

Badevergnügen bei fünf Grad

Finsing – Nur die ganz Harten wagen sich bei diesen Temperaturen ins Wasser. Für sie ist das Winterschwimmen eine ganz besondere Leidenschaft.

Fast könnte man sich fühlen wie an einem gewöhnlichen Sommertag. Bei Musik, die Lust auf ein Beachvolleyballspiel und einen Sprung ins kalte Nass macht, sind drei Männer und zwei Frauen auf dem Weg in den Finsinger Weiher. Das Ungewöhnliche: Sie haben Nikolausmützen auf dem Kopf und Gänsehaut am Körper, denn das Wasser hat lediglich fünf Grad.

Warum sie jeden Winter freiwillig Woche für Woche frieren, erklärt Rettungsschwimmer Robert Schönhofen beim Nikolausschwimmen der Wasserwacht. Bereits seit drei Jahren fällt im Oktober für meist neun tapfere Finsinger der Startschuss für die Winterschwimmsaison. Bis März halten sie sich sonntags zwischen fünf und zehn Minuten im kühlen Nass auf.

„Das erfordert natürlich jedes Mal eine ziemliche Überwindung“, sagt Schönhofen. Warum er sich trotzdem immer wieder in die Badehose schmeißt und seinen Sonntag nicht auf dem bequemen Sofa verbringt, kann er nicht sagen. „So genau wissen wir vermutlich alle nicht, warum wir uns das antun, aber irgendwie macht es Spaß“, erzählt er lachend.

Zudem biete das kalte Vergnügen zweifellos Vorteile. Das Immunsystem werde gestärkt und das Kreislaufsystem deutlich verbessert. Und nicht nur statistische Werte liegen diesen Erkenntnissen zugrunde. Schönhofen spricht aus Erfahrung. „Seit ich das regelmäßig mache, bin ich eigentlich nicht mehr krank, und wenn mich die Grippe doch mal erwischt, dann ist sie nach drei Tagen vorbei“, erklärt er.

Einige Bahnen im Freien ziehen kann im Winter jeder, der keine schwerwiegenden Probleme mit Herz- und Kreislaufsystem hat. Auch das Alter spielt keine Rolle. Alleine sollte man sich jedoch nicht an das Abenteuer heranwagen, warnt Rettungsschwimmer Schönhofen ausdrücklich: „Man sollte mindestenszu zweit sein, weil man nie wissen kann, wie der Körper reagiert.“ Einfach drauf losschwimmen sei ebenfalls keine gute Idee. „Wir sind ein Jahr immer am Rand gestanden, wo wir festen Boden unter den Füßen hatten, erst dann haben wir uns langsam ans Schwimmen gewagt“, erzählt Schönhofen.

Wichtig ist zudem die Vorbereitung auf die Kälte. Mindestens zwei Runden laufen die Finsinger Winterschwimmer direkt vor ihrem Gang ins Wasser um den Weiher. Anschließend schlüpfen sie in ihre gewöhnlichen Badeklamotten und beißen bei sommerlicher Gute-Laune-Musik die Zähne zusammen.

Die Zeit im kalten Nass verbringen sie teilweise schwimmend, teilweise stehend. Dann werden im Jogginganzug noch einmal zwei Runden um den Weiher gedreht. „Das ist notwendig, weil man Finger und Zehen nicht mehr spürt. Das muss alles erst wieder warm werden“, erklärt Schönhofen.

Gemeinsam mit seinem Winterschwimmkollegen Frank Donderer hat er sich ein Ziel gesetzt: Im Januar wollen die beiden an den Weltmeisterschaften im Winterschwimmen in Burghausen teilnehmen. Bei einer Wassertemperatur von unter fünf Grad werden 200 Meter auf Zeit gewertet. Neben den wöchentlichen Einheiten im Finsinger Weiher trainieren sie Kondition und Schnelligkeit regelmäßig im Schwimmbad, um sich von der Konkurrenz nicht abhängen zu lassen.

Julia Adam

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