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Ein Prosit auf erfolgreiche Integration: Flüchtlinge und Asylhelfer stoßen beim Jahrestreffen gemeinsam an.

Freundeskreis Flüchtlinge Finsing

„Bei uns gibt es wirklich keine Probleme“

Finsing – „Mittlerweile sind alle lebensfähig.“ Das sagt Helferkreis-Sprecherin Anja Ecker über die Asylbewerber, die seit rund einem Jahr in der Gemeinde Finsing leben.

Anja Ecker ist froh, nach dem Jahrestreffen des Freundeskreis Flüchtlinge Finsing eine positive Bilanz ziehen zu können. 14 pakistanische Männer haben sich der Helferkreis-Sprecherin zufolge mittlerweile in der Gemeinde eingelebt. Einige von ihnen berichteten in der Versammlung im Gasthaus Faltermaier in Eicherloh von ihren Erfahrungen in Finsing.

„Sie sind glücklich, hier sein zu können. Sie begründen das mit der großen Hilfsbereitschaft der Finsinger“, erzählt Helferkreismitglied und Dritte Bürgermeisterin Gertrud Eichinger. Diese Hilfsbereitschaft habe auch sie bemerkt. „Wir haben von so vielen Menschen Unterstützung bekommen.“

Vor allem zahlreiche Finsinger Unternehmen haben ihren Beitrag zur Integration der Asylbewerber geleistet, wie Eichinger betont. Elf Asylsuchende haben eine feste Arbeitsstelle, fast alle davon sind im Ort tätig. Und nicht nur die Suche nach einer Anstellung sei letztlich problemlos verlaufen, auch innerhalb des Freundeskreis sei es gelungen, sich sinnvoll zu strukturieren und die Aufgaben gezielt zu verteilen. So gibt es für die Themen Sprache, Freizeit, Mobilität, Job und Recht jeweils einen Personenkreis, der sich um Probleme kümmert.

Auch die Finsinger haben laut Eichinger gut auf die neue Situation reagiert. „Einige sind richtig dankbar, helfen zu können“, sagt sie. „Zwar begegnen uns immer wieder erstaunlich viele, die nicht glauben wollen, dass es keine Probleme gibt, aber es entspricht wirklich der Realität, dass sich das hier schnell eingespielt hat“, sagt Eichinger. „Es ist toll, was hier innerhalb eines Jahres auf die Beine gestellt wurde.“

Abgeschlossen ist die Arbeit im Asylhelferkreis jedoch keinesfalls. Eichinger betont, in welch schlimmer Lage sich die Asylsuchenden nach wie vor befinden. „Jetzt ist die Phase erreicht, in der sich entscheidet, wer bleiben darf, und wessen Antrag abgelehnt wird. Dabei werden wir die Männer natürlich so gut wie möglich unterstützen, ob mit einer Rechtsberatung oder dem Flug nach Hause“, erklärt Eichinger. Es solle weiterhin so klar strukturiert und transparent wie möglich Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden.

Nach wie vor werden zudem neue Unterstützer gesucht. „Es ist völlig egal, ob derjenige nur einmal im Monat kann, oder ob er kein Englisch spricht. Wir sind wirklich froh um jeden, der irgendwie helfen möchte“, so die Dritte Bürgermeisterin. Die Gelegenheit, Kontakte mit den Pakistani zu knüpfen, bietet sich unter anderem jeden Dienstagabend. Gemeinsam mit Finsingern und Asylbewerbern wird um 18.15 Uhr in der Turnhalle der Finsinger Schule gesportelt.

Zudem werden die Asylbewerber beim Adventsmarkt am Samstag, 26., und Sonntag, 27. November, am Rathausplatz in Neufinsing mitwirken. Sie wollen warme Esskastanien anbieten.

Julia Adam

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