Insgesamt 262 Schulranzen sind bei der Aktion zusammengekommen, die Johanna Seemüller (r.) gestartet hat. Unser Bild zeigt sie mit Erna Huber-Balzer.
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Insgesamt 262 Schulranzen sind bei der Aktion zusammengekommen, die Johanna Seemüller (r.) gestartet hat. Unser Bild zeigt sie mit Erna Huber-Balzer, Inhaberin des Erdinger Schreibwarenladens, zwischen den gespendeten Taschen. Das Material, mit dem sie befüllt wurden, konnte Seemüller unter anderem bei Huber-Balzer vergünstigt kaufen.

Neufinsingerin Johanna Seemüller startet Spendenaktion – 262 Taschen für Kinder

Bergeweise Schulranzen für Flutopfer in NRW

Mit viel Engagement und großer Unterstützung zahlreicher Bürger, Schulen und Firmen aus dem ganzen Landkreis Erding und darüber hinaus hat Johanna Seemüller aus Neufinsing 262 Schulranzen gesammelt - für betroffene Kinder im Hochwassergebiet in Nordrhein-Westfalen.

Neufinsing/Stolberg – Dass die spontanen Ideen oft die besten sind, zeigt die Spendenaktion der Neufinsingerin Johanna Seemüller. Mit viel Engagement und großer Unterstützung zahlreicher Bürger, Schulen und Firmen aus dem ganzen Landkreis Erding und auch aus Nachbarlandkreisen konnte sie insgesamt 262 Schulranzen an betroffene Kinder im Hochwassergebiet in Nordrhein-Westfalen überreichen.

„Die Idee kam mir beim Abschlussfest der vierten Klasse und ließ mir keine Ruhe mehr, sodass ich in der Nacht und am darauffolgenden Tag den Kontakt über die Facebook-Seite der Hochwasser-Fluthilfe NRW hergestellt habe“, erzählt Seemüller der Heimatzeitung. Ihre Tochter kommt nun in die fünfte Klasse – mit neuem Ranzen. „Dadurch habe ich überlegt, was man mit dem alten anstellen könnte. So ist die Idee entstanden, welche zu spenden“, erzählt die zweifache Mutter.

Spendenaufruf in den Sozialen Netzwerken

In Stolberg bei Aachen war zeitgleich bereits eine Spendenaktion für Schulmaterial organisiert worden, um den Kindern trotz Katastrophe einen bestmöglichen Schulstart zu ermöglichen. Seemüller schloss sich mit ihrer Sammelaktion an. Über Facebook und WhatsApp startete sie einen Aufruf zur Spende von alten Schulrucksäcken, kombiniert mit Geldbeträgen von 20 Euro, die dazu verwendet wurden, die Schultaschen zu befüllen.

„Ich habe es dienstags hochgeladen, und ab da ging es rasend schnell. Bereits am Wochenende trudelten die ersten Rucksäcke bei mir ein. Das Telefon stand nicht mehr still, und die Aktion zog immer weitere Kreise“, freut sich Seemüller. Gespendete Rucksäcke kamen nicht nur aus Finsing und Eicherloh, sondern auch aus Erding, Aufkirchen, Oberding, Moosinning, Eichenried, Forstern, Wörth, Bockhorn, Buch am Buchrain, Hörlkofen, Taufkirchen, Pliening, Anzing, Markt Schwaben, Neufahrn bei Freising, Hallbergmoos Velden sowie aus den Münchner Stadtteilen Riem, Trudering, Sendling, Sauerlach und Pasing. Teilweise beteiligten sich auch die Grundschulen der Ortschaften an der Spendenaktion, wie die Organisatorin berichtet. „Sogar aus Hessen wurde mir ein Rucksack zugesandt.“

Ranzen gefüllt mit Trinkflaschen, Brotdosen, Turnbeuteln, Schreibzeug und mehr

Seemüller ist begeistert von der Hilfsbereitschaft der Menschen: „Ich dachte, ich komme vielleicht auf 40 Stück. Dass es letztlich 262 geworden sind, ist der absolute Wahnsinn.“ Befüllt wurden die Schultaschen mit Trinkflaschen, Brotdosen, Turnbeuteln, Federmäppchen, Heften, Stiften, Blöcken und vielem mehr.

Hilfe bekam Seemüller bei der Aktion von etlichen Firmen in Form von beispielsweise Sachspenden oder vergünstigen Einkaufsmöglichkeiten für Schreibwaren: Autohaus Bäuerle Markt Schwaben, Schreibwarenladen Huber Erding, MB Malermeister GmbH Wifling, Schreibwarenladen Kraxenberger Velden, Sparkasse Erding-Dorfen und VR-Bank Erding.

Pfarrer Norbert Joschko aus Finsing hatte die Spritkosten übernommen, Pfarrer Josef Berger, ein Bekannter der Familie Seemüller, der in der Eifel lebt, bot eine Übernachtungsmöglichkeit und Verpflegung an. Bedanken möchte sich Seemüller zudem bei Familie und Nachbarn, die beim Bestücken der Schultaschen und beim Putzen der Ranzen geholfen hatten.

Übergeben hat Seemüller die Ranzen in Stolberg. „Die Helfer dort haben sich sehr gefreut, waren aber natürlich auch ein bisschen erschlagen von der großen Menge.“ Inzwischen wurden die Rucksäcke nicht nur an Schüler in Stolberg, sondern auch in Eschweiler, Gemünd und Sinzig sowie in weiteren Schulen verteilt. Demnächst sollen zudem einige ins Nachbarland Belgien geliefert werden.

Julia Adam

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