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Der Alte Friedhof Finsing ist Geschichte

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Von: Veronika Macht

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Hinter der Hecke an der Neufinsinger Straße gab es seit 15 Jahren keine Beerdigung mehr.
Hinter der Hecke an der Neufinsinger Straße gab es seit 15 Jahren keine Beerdigung mehr. © Julia Adam

Der Alte Friedhof an der Neufinsinger Straße ist nun endgültig Geschichte. Der Gemeinderat hat ihn offiziell geschlossen und entwidmet. Wie man künftig mit der Erinnerung an dieses Kapitel der Gemeinde umgehen wird, steht allerdings noch nicht fest.

Finsing– In der Ratssitzung berichtete Geschäftsleiter Helmut Fryba, dass es bereits seit 15 Jahren dort keine Beerdigungen mehr gebe, und die Ruhefristen abgelaufen seien. Wenn man den Friedhof nun aus der neuen Friedhofs- und Bestattungssatzung streichen und die Fläche einer anderen Nutzung etwa als Grünfläche zuführen wolle, „müssen wir ihn offiziell entwidmen und den Nutzungszweck Friedhof aufheben“.

Wie berichtet, ist der Alte Friedhof untrennbar mit der Geschichte der Gemeinde verbunden. Vor allem beim Bau des Speichersees Verstorbene, vorrangig Kriegsgefangene, hatten auf dem ausgelagerten Friedhof ihre letzte Ruhestätte gefunden. Gemeinderat Martin Hagn (CSU) sagte deshalb in der Sitzung: „Ich bin nicht dafür, dass der Friedhof aufgelöst wird.“ Die Fläche solle erhalten bleiben, zudem solle ein Kreuz sowie eine Tafel mit den Namen derer, die dort beerdigt sind, an sie erinnern.

Bürgermeister Max Kressirer (WGE) betonte, dass der Friedhof entwidmet werden müsse, weil dort keine Bestattungen mehr stattfinden. Er erinnerte zudem daran, dass man sich sehr intensiv mit der Thematik der Erinnerungskultur auseinandergesetzt habe. Dass man eine Erinnerung schaffen wolle, darüber sei man sich einig gewesen. Das Wie jedoch wolle man nicht übers Knie brechen, sondern erst Ideen entwickeln. „Ob wir einen Gedenkstein oder ein Kreuz aufstellen oder auch einen QR-Code anbringen, über den die Geschichte des Friedhofs jederzeit erlebbar ist – wir können gerne so etwas machen“, sagte Kressirer.

Aber zuerst müsse der Friedhof jetzt offiziell entwidmet werden. Erst in einem zweiten Schritt folge dann die Erinnerung an die Verstorbenen – „ob nächstes Jahr oder in zwei Jahren, das muss man schauen“. Der Gemeinderat stimmte dem schließlich zu.  

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