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Noch rund zehn Tage bleibt den Finsinger Bürgern, sich für einen Anschluss ans schnelle Netz der Deutschen Glasfaser zu entscheiden. Die Gemeinderäte gehen jetzt in die Werbe-Offensive (Symbolbild).

Räte werben für schnelles Internet

Finsings Gemeinderat geht in die Glasfaser-Offensive

Noch rund zehn Tage bleibt den Finsinger Bürgern, sich für einen Anschluss ans schnelle Netz der Deutschen Glasfaser zu entscheiden. Die Gemeinderäte gehen jetzt in die Werbe-Offensive.

Finsing – Langsam wird die Zeit knapp in der Gemeinde Finsing. 40 Prozent der Haushalte müssten bis Montag, 22. Juli, einen Vorvertrag mit der Deutschen Glasfaser geschlossen haben. Nur dann würde die Firma das Netz im Gemeindegebiet privatwirtschaftlich ausbauen und so die Voraussetzungen für schnelleres Internet schaffen. Bis zum Stichtag ist der Hausanschluss zudem kostenlos.

Bereits seit geraumer Zeit rührt die Deutsche Glasfaser deshalb die Werbetrommel in Finsing. Bislang mit mäßigem Erfolg: Erst 27 Prozent (Stand: 12. Juli, 17 Uhr) haben einen Vorvertrag geschlossen. „Bedauerlich“, findet Bürgermeister Max Kressirer (WGE). Es handle sich um eine „einmalige Chance auf schnelles Internet, die man sich nicht entgehen lassen sollte“.

Deutsche Glasfaser: „Finsing braucht Glasfaser, und ich bin dabei.“

Die Bürger erneut auf diese Gelegenheit aufmerksam machen wollen auch die Gemeinderäte. Dieter Heilmair (CSU) hatte in der Gemeinderatssitzung angestoßen, selbst die Initiative zu ergreifen und immer wieder zu betonen, weshalb den Räten der Glasfaser-Ausbau am Herzen liegt. Für Heilmair steht fest, dass es sich beim Ausbau des Netzes durch einen privaten Betreiber nicht nur um eine große Chance handelt, sondern, dass er „fast schon alternativlos“ ist. Glasfasertechnologie sei international Standard. In den nächsten zehn bis 15 Jahren könne man in Finsing mit einem politisch gewollten, flächendeckenden Ausbau jedoch nicht mehr rechnen. Für Heilmair ist klar: „Finsing braucht Glasfaser, und ich bin dabei.“

Schnelles Internet: „Die Datenflut kennt kein Alter.“

Sogar seine Mutter habe mit Anfang 70 den Drang zum Datentransfer: „Bei ihr geht es nicht um TV-Streaming oder Ähnliches, aber ihre Fotos und die Kommunikation mit ihren Freundinnen über ihr Smartphone sind ihr wichtig. Spätestens in fünf bis zehn Jahren wird dann auch meine Mutter gezwungen sein, über Internet ihre Fernsehsendungen anzuschauen. Ihr wird nicht wichtig sein, dass das über Internet geht. Ihr wird nur wichtig sein, dass es funktioniert. Die Datenflut kennt kein Alter.“

Auch Robert Schönhofen und Martin Hagn (beide CSU) hoffen darauf, die 40 Prozent-Grenze erreichen zu können. „Glasfaser ist deutlich schneller als DSL und VDSL. Zudem könnten alle Familienmitglieder gleichzeitig im Internet unterwegs sein“, sind sie sich einig. Die Technik werde immer schneller, die Datenmengen immer größer. Mit Kupferkabeln sei das irgendwann nicht mehr zu schaffen. „Mittelständische Unternehmen müssen mit immer mehr Datenvolumen arbeiten und werden ohne das schnelle Internet auf Dauer nicht konkurrenzfähig sein. Auch das Klassenzimmer der Zukunft ist ohne schnelles Internet nicht vorstellbar.“

Appell an die Bürger: Informieren Sie sich und vergleichen Sie

Von einer einmaligen Chance spricht auch Michael Suhre (WG Neufinsing): „Auch wenn die Kapazitäten des bestehenden Kupfernetzes heute noch ausreichend erscheinen mögen, wird dies in einigen Jahren definitiv eine Kapazitätsgrenze erreicht haben“, mahnt er. Ob sich dann für die Ortskerne überhaupt noch eine Möglichkeit zum Glasfaserausbau bieten wird, sei ungewiss. Suhre appelliert an die Bürger, sich zu informieren und zu vergleichen.

Kressirer stellt im Gespräch mit der Heimatzeitung klar, dass es seitens der Gemeinde in den kommenden Jahren keine Bemühungen mehr hinsichtlich dieser Thematik geben werde, sollte die Gelegenheit jetzt nicht ergriffen werden. 

„Kupferleitungen stoßen an ihre Leistungsgrenzen“

Für ihn steht fest, dass es sich um ein unbedingt notwendiges Projekt handelt: „Unsere Medienlandschaft und unser Kommunikationsverhalten hat sich in den letzten Jahren gewaltig verändert, und die Zahl der internetfähigen Geräte nimmt ständig zu. Mit den damit einhergehend steigenden Datenmengen steigen auch die Anforderungen ans Datennetz.“ Die Entwicklung zeige, dass die Kupferleitungen mittlerweile an ihre Leistungsgrenzen stoßen.

Der Ausbau einer zukunftssicheren und modernen Kommunikationsinfrastruktur sei nicht nur Grundvoraussetzung für Gewerbebetriebe, sondern auch für Freiberufler, Nutzer von Heimarbeitsplätzen, Schüler und Studenten. „Gemeinsam haben wir hier eine einmalige Chance, kostenfrei und zeitnah unsere Ortschaften mit Glasfaser auszubauen“, richtet der Rathauschef das Wort an die Gemeindebürger.

Julia Adam

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In Pastetten sind die Arbeiten der Deutschen Glasfaser bereits gestartet. Erfolgreich ist die Nachfragebündelung auch in Neuching und Isen verlaufen.

Kein Glück hatte das Unternehmen hingegen bisher in Forstern. Darum gibt‘s dort jetzt einen weiteren Anlauf.

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Nicht überall ist man zufrieden mit dem Ausbau durch die Deutsche Glasfaser. In Zorneding im Kreis Ebersberg zum Beispiel hatte sich der Ausbau immer wieder verzögert. Jetzt will sich das Unternehmen bei den Kunden entschuldigen - es soll Geschenke geben.

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