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Unter den strengen Blicken der Preisrichter bewies Rebecca Käsmaier gemeinsam mit Florian Körner ihr Talent.

Tänzerin Rebecca Käsmaier (9)

Auf die Drehung kommt es an

Eicherloh/Neuching – Auf die präzise Ausführung der Drehungen kommt es an beim Diandldrahn. Das weiß auch Rebecca Käsmaier (9) aus Neuching. Sie tanzte sich beim Bayerischen Löwen in Steingaden (Landkreis Weilheim-Schongau) auf den ersten Platz ihrer Altersklasse.

Fesche Vereinstracht, präzise Ausführung der Drehungen, Zusammenarbeit mit dem Tanzpartner: Rebecca Käsmaier hat ihre Leidenschaft für den bayerischen Volkstanz bereits in ganz jungen Jahren entdeckt. An ihrem breiten Grinsen ist der Neunjährigen anzusehen, wie gern sie sich mit ihrem Hobby beschäftigt – und, wie stolz sie auf ihre Leistung ist. Beim Preisplatteln um den Bayerischen Löwen, dem Wettbewerb der besten Schuhplattler und Dreherinnen der Trachtengaue, hat sie in der Altersklasse von null bis neun Jahren den ersten Platz belegt.

Bereits beim Gauplatteln, der Qualifikationsrunde für den Bayerischen Löwen, konnte sie mit ihrer Leistung überzeugen. Trainiert hat sie dafür ein bis zwei Mal pro Woche. „Sie ist sehr ehrgeizig und lässt nie ein Training aus“, erzählt Mama Gabi. Auch ihr steht der Stolz ins Gesicht geschrieben.

Bereits seit 2010 ist Rebecca beim Trachtenverein Goldachtaler Eicherloh. Ihr großes Vorbild: die 18-jährige Schwester Julia. „Sie war der Auslöser. Rebecca hat schon als kleines Kind immer mit den Hufen gescharrt, bis sie endlich so weit war, selbst zu tanzen“, erzählt ihre Mutter. Sie und ihr Lebensgefährte Helmut Ernst sind keine aktiven Vereinsmitglieder, dennoch unterstützen sie die Töchter mit voller Kraft. „Besonders schön ist es natürlich, wenn die beiden in der gleichen Gruppe tanzen“, sagt Gabi Käsmaier.

Obwohl Rebecca bereits zum dritten Mal am Bayerischen Löwen teilgenommen hat, war auch bei diesem Mal wieder ein aufgeregtes Kribbeln im Bauch zu spüren. „Ich war schon sehr nervös“, verrät sie. Die Neuchingerin weiß genau, worauf es beim Diandldrahn ankommt. „Besonders wichtig ist die Form, die der Rock bei den Drehungen hat. Der muss immer wie eine Glocke aussehen“, erklärt sie.

158 von 160 Punkten

Auch die Zusammenarbeit mit dem Tanzpartner sei extrem wichtig: Der Bursche muss sein Diandl richtig einfangen können, da die Schrittfolge sonst nicht mehr stimmt. Bei Rebecca war das kein Problem. Sie und Tanzpartner Florian Körner sind ein eingespieltes Team. „Da hat alles super geklappt, ich habe aber eigentlich gedacht, dass ich immer zu weit im Kreis war“, erzählt die Schülerin. Es sei wichtig, so knapp wie möglich an der Kreislinie entlang zu drehen, ohne dabei nach außen oder innen abzuweichen. Ihre Vermutung hat sich nicht bestätigt. Umso glücklicher ist sie über ihren Sieg mit 158 von 160 möglichen Punkten.

Bei ihrer ersten Teilnahme vor drei Jahren war es Rebecca nicht gelungen, den Kreis zu halten. Deutlich besser war das beim zweiten und beim dritten Mal. „Das ist das, was ich so toll finde. Ich weiß genau, was ich verbessern muss, und kann das gezielt üben“, sagt sie. In Zukunft werde sie vermehrt auf ihre Rockform achten, denn diese sei nicht perfekt gewesen. „Im nächsten Jahr wird es sowieso schwieriger für mich, weil ich dann in einer höheren Altersklasse bin“, erzählt Rebecca. Unter Druck setzt sie sich dennoch nicht. „Ich stecke mir nie Ziele, sonst klappt’s sowieso nicht“, ist sich das Mädchen sicher.

Für alle, die beim Wort „Diandldrahn“ Schwindelgefühle und Übelkeit im Kopf haben, hat Rebecca einen ganz einfachen Tipp: „Man darf nicht auf den Boden schauen. Wenn man sich einen Punkt in der Luft sucht, der im Augenwinkel liegt, wird einem nicht so schnell schwindlig“, verrät die junge Expertin.

Von Julia Adam

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