Die Schule Finsing mit Altbestand (l.), Hartplatz (M.) und neuer Turnhalle (r.)
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Der Erweiterungsbau soll L-förmig an den bestehenden Westtrakt, hier im Bild das Gebäude mit den gelben Blenden, angebaut werden. Der Pausenhof ist dann eingerahmt vom Bestandsgebäude (l.), der neuen Turnhalle (r.) und dem Anbau. Der Hartplatz wird in der Folge verlegt.

Auch Differenzierungsräume entstehen

Erweiterung der Finsinger Schule: Genug Platz für Klassenzimmer und Mensa

  • Veronika Macht
    vonVeronika Macht
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Weil die Schülerzahlen steigen, wird die Grund- und Mittelschule Finsing erweitert. Wie berichtet, ist ein Anbau an den Westtrakt vorgesehen. Die Pläne stellte Architekt Markus Heilmaier nun in der Schulverbandsversammlung des Mittelschulverbands Finsing vor.

Finsing – Bürgermeister Max Kressirer erklärte, dass man 2022 mit der Erweiterung beginnen wolle. Gerechnet werde mit einer Investition von sechs bis acht Millionen Euro. In welche Richtung soll es gehen? Über diese Frage müsse man sich nun Gedanken machen. Es gebe tolle neue pädagogische Systeme, etwa Lernlandschaften oder Lerninseln. „Aber wenn wir jetzt zehn oder 20 Prozent anbauen, dann erwarten die Eltern, dass sich dieses Konzept im ganzen Schulgebäude durchzieht“, warnte Kressirer. Dann müsse man mit erheblich mehr Kosten rechnen. Selbstverständlich wolle man die Schule zukunftsfähig ausrichten, es müsse aber auch für den Sachaufwandsträger finanzierbar sein.

Dem schloss sich Architekt Heilmaier an. Man baue schließlich keine komplett neue Schule, sondern errichte lediglich einen Anbau. „Da wäre es nicht zielführend, ein ganz neues Pädagogikkonzept zu erstellen“, meinte er. Und auch die zukünftige Rektorin Susanne Techant erklärte, man hätte an anderen Schulen etwa beim System Lernlandschaften auch Defizite erkannt. „Und wenn man die vermeiden kann, muss man ja nicht die selbe Erfahrung machen.“

Erweiterung der Schule: Nicht die Anzahl der Räume zählt, sondern die Flächen

Heilmaier erklärte, dass die Regierung von Oberbayern ein Rahmenraumprogramm vorgebe – im Falle Finsings für 26 Klassen. Das beziehe sich seit einiger Zeit aber nicht mehr auf die Anzahl an Räumen, sondern auf die Flächen in bestimmten Bereichen – die sogenannten Flächenbandbreiten. Gut ausgestattet sei Finsing hier beim Arbeitsbereich des pädagogischen Personals, beim Verwaltungsbereich sowie beim arbeitstechnischen Bereich und Aufenthaltsbereich – darunter fällt zum Beispiel der Raum des Hausmeisters.

Große Defizit gebe es aufgrund der steigenden Schülerzahlen indes beim Unterrichtsbereich, sprich bei den Klassenzimmern, sowie beim Küchen- und Speisenbereich.

Für den Unterrichtsbereich brauche man eine Gesamtfläche von 3486 Quadratmetern, maximal möglich seien 4171 Quadratmeter. Alles dazwischen sei förderfähig. Im Bestand habe man 2529 Quadratmeter, was ein Defizit von 957 Quadratmetern ergebe. Darin müsse man für zusätzliche fünf Klassen Räume schaffen. Bei 70 Quadratmetern je Raum – „das entspricht dem Standard an der Schule“ – komme man auf 350 Quadratmeter. Gut 600 Quadratmeter seien dann noch übrig, rechnete der Architekt vor.

Alle nötigen Flächen würden im Erweiterungsbau gut unterkommen

Im Raumprogramm gebe es zudem die Möglichkeit der sogenannten Differenzierungsräume etwa für Kleingruppenarbeit oder andere Übungsformen. „Da stünden uns rund 480 Quadratmeter zu“, so Heilmaier, „dann haben wir nahezu aufgefüllt, was wir brauchen dürfen“.

Für den Küchen- und Speisenbereich, also die Mensa, wurden 232 Essenseinheiten als Kalkulationsgrundlage verwendet, woraus sich ein Bedarf von 200 bis 240 Quadratmetern ergebe. All diese Flächen würden im Erweiterungsbau gut unterkommen, der als L-förmiger Anbau an den Westtrakt geplant ist. Dadurch ergebe sich auch ein neuer Pausenhof, eingerahmt von Turnhalle, Anbau und Bestandsgebäude.

„Dieser L-Bau muss jetzt in einem Konzept weitergesponnen werden, sodass Unterrichtsräume entstehen, die mit den Differenzierungsräumen zu ergänzen sind“, erklärte Heilmaier. Diese „Art der neuen Beschulung“ werde sich in Teilen auch auf den Bestand niederschlagen, damit an der gesamten Schule sehr ähnliche Unterrichtsmöglichkeiten gegeben seien. „Es wird also auch im Bestand einige Veränderungen geben“, prophezeite der Architekt.

Schulleitung freut sich, dass ihre Meinung Gehör findet

Techant erklärte zur pädagogischen Seite, dass man „gerne differenziert und die Kinder auch mal ein bisschen auseinanderzieht. Ein Schultag ist lang, mit vielen Kindern in einem Klassenzimmer, da kann sozialer Stress entstehen.“ Indem man auch räumlich differenziere, könne man eine Entlastung für die Kinder schaffen. Dabei gehe es also nicht unbedingt um Leistungsgruppen. „Das ist moderner, guter Unterricht“, so Techant.

Konrektorin Antje Dürr fand es „toll, dass unsere Meinung gefragt ist und bei den Planungen Gewicht hat. Es freut uns auch, dass wir von der Gemeinde nicht irgendein schönes, modernes Konzept aufgedrückt bekommen.“ Denn schön und modern sei nicht zwangsläufig pädagogisch funktional und praktikabel.

Die Verbandsräte stimmten der vorgestellten Raumkonzeption mit Verteilung der Diffenzierungsräume im gesamten Schulgebäude zu. Heilmaier wird in Absprache mit Schulleitung und Sachaufwandsträger auf dieser Basis Entwürfe erarbeiten.

vam

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