Der Fantasy-Roman „Der sich im Moor versteckt“ von Robert Königshausen ist im Erdinger Moos angesiedelt. Die Gewässer dort – wie in unserem Bild der Finsinger Weiher – faszinieren den Autor, der mit seiner Frau in Höhenkirchen-Siegertsbrunn lebt.
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Der Fantasy-Roman „Der sich im Moor versteckt“ von Robert Königshausen ist im Erdinger Moos angesiedelt. Die Gewässer dort – wie in unserem Bild der Finsinger Weiher – faszinieren den Autor, der mit seiner Frau in Höhenkirchen-Siegertsbrunn lebt.

Robert Königshausen schreibt einen Fantasy-Roman, der im Moorgebiet spielt

Fasziniert vom Erdinger Moos

  • Veronika Macht
    vonVeronika Macht
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Eigentlich wollte Robert Königshausen mit einem Schleichweg durchs Erdinger Moos nur den Stau auf seinem Arbeitsweg umgehen. Ein Umweg, der sich lohnte, denn schnell zog ihn die Gegend in ihren Bann. So sehr, dass er einen Roman geschrieben hat, der dort spielt. „Der sich im Moor versteckt“ heißt die Fantasy-Geschichte, die als Trilogie angelegt ist. „An der Goldach“ lautet der Untertitel des ersten Teils.

Landkreis – Vor fast sechs Jahren fährt Robert Königshausen zum ersten Mal durchs Erdinger Moos. Ein Kollege hat ihm diesen Weg gezeigt, denn auf der A 99, die der 48-Jährige normalerweise von seinem Zuhause in Höhenkirchen-Siegertsbrunn zur Arbeit in Ismaning (Kreis München) nimmt, war ständig Stau. So kommt er im September 2015 auch vorbei am Strampfbach und an der Goldach – bis er eines Tages dort aussteigt, um spazieren zu gehen.

„Die Erkundungen wurden ausschweifender, und Nachforschungen brachten mich zu weiteren Entdeckungen“, erzählt Königshausen. Damit hatte der Autor, der bereits einen Roman sowie Kurzgeschichten und Gedichte veröffentlicht hat, die passende Szenerie für seinen Fantasy-Roman gefunden. Für die Handlung bediente er sich in historischen Quellen, hat dazu vor allem im Internet recherchiert. Dabei ist er zum Beispiel auf die Synode von Neuching gestoßen, wo es unter anderem heiße, gestohlene Sachen, auch Tiere, dürften nicht verkauft oder durch Zauberei weggeschafft werden. „Gab es früher etwa Magie?“, fragt sich Königshausen.

„Der sich im Moor versteckt“: Es geht magisch zu

Kein Wunder also, dass es in seinem Roman magisch zugeht. „Ausgetriebene Geister wurden ja gerne mal in eine Flasche gelockt, die Flasche dann versiegelt und in den nächsten Sumpf geworfen“, erzählt der Autor. Eine Geschichte, die man im Erdinger Land von der Moosgeister-Sage nur allzu gut kennt. „Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Verschluss durchfault und die Flasche den Geist freigibt. Und genau das ist passiert“, berichtet Königshausen von seinem Roman, der in der Jetzt-Zeit spielt, was durchaus zu manch lustigem Missverständnis führt.

Worum geht’s? Timo, ein Mittzwanziger und kaufmännischer Angestellter, kommt im Erdinger Moos in die Situation, einer Weißen Frau seine Hilfe anzubieten. Dabei ahnt er nicht, dass diese Aktion ihn in ein wahres Abenteuer führt. Er muss im Kampf gegen archaische Kräfte antreten. In diesen Auseinandersetzungen erfährt er die Unterstützung zweier besonderer Frauen. Als Voraussetzung muss er vieles über Fauna, Flora, Geschichte und das Leben an sich lernen.

Königshausen veröffentlicht seine Bücher im Selbstverlag, arbeitet dabei mit einem Lektor und einer Designerin zusammen. Von daher hat er weder Verträge noch Abgabetermine für weitere Bände. Aber angekündigt ist die Geschichte als Trilogie – „jetzt muss ich also liefern“, sagt er lachend. Grobe Ideen dafür hat er schon im Kopf. „Was sich zwischen Neufinsing und Ismaning, zwischen Eicherloh und Aufkirchen noch so alles versteckt hat, reicht für weitere Bände“, ist sich der Autor sicher.

„Ich müsste also nicht mehr durchs Erdinger Moos fahren, aber ich halte es ohne nicht aus“

Wie der Untertitel des Romans verrät, spielt die Goldach darin eine Rolle. Wucherndes Gestrüpp entlang des Ufers – ideale Verstecke für Geister? So werde auf seinen Spaziergängen bei fast jeder Entdeckung seine Fantasie geweckt, erzählt der Autor. Er selbst lese querbeet, aber am liebsten Fantasy mit Spannung und Humor, wie „Die Flüsse von London“-Reihe von Ben Aaronovitch.

Rund ein Jahr lang habe die Recherche- und Schreibarbeit für „Der sich im Moor versteckt“ gedauert. Die Idee, aus den Entdeckungen bei seinen Spaziergängen was zu machen, schlummere aber schon seit seinen ersten Besuchen im Erdinger Moos in ihm. „Ein ehemaliges Moor – das bietet sich einfach an“, meint der Autor, der beim Schreiben seine kreative Seite auslebt, während er im Brotberuf als kaufmännischer Angestellter im Vertriebsinnendienst arbeitet. Ein eher vernünftiger, genauer und sachlicher Beruf, wie er sagt, während das Schreiben das genaue Gegenteil sei. „Für mich ist das aber kein Widerspruch, sondern ein perfekter Ausgleich. Eins ohne das andere wäre mir zu einseitig“, meint der 48-Jährige.

Inzwischen könne er die A 99 auf seinem Arbeitsweg übrigens wieder nutzen. „Ich müsste also nicht mehr durchs Erdinger Moos fahren, aber ich halte es ohne nicht aus“, verrät Königshausen. Um die 300 Mal ist er in den vergangenen Jahren hier gewesen, im Schnitt ziehe es ihn nach wie vor zweimal pro Woche in die Gegend. Denn: „Bis heute habe ich nicht alles dort entdeckt. Es ist eine faszinierende Welt, die sich nicht auf den ersten Anlauf erschließt und noch viele Geheimnisse bereithält“, ist er sich sicher.

vam

Das Buch

„Der sich im Moor versteckt. Teil 1: An der Goldach“ von Robert Königshausen ist im Selbstverlag erschienen. Das Taschenbuch kostet 9,99 Euro. Die ISBN-Nummer lautet 979-8719127071.

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