Das Finsinger Umspannwerk muss modernisiert werden. Das gestaltet sich aber nicht gerade leicht. Die Vorstellungen von Gemeinde und Netzbetreiber klaffen weit auseinander.
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Wie geht’s weiter? Das Finsinger Umspannwerk muss modernisiert werden.

Modernisierung in Finsing

Anspannung am Umspannwerk: Gemeinde und Netzbetreiber uneinig

Das Finsinger Umspannwerk muss modernisiert werden. Das gestaltet sich aber nicht gerade leicht. Die Vorstellungen von Gemeinde und Netzbetreiber klaffen weit auseinander.

Finsing – Alles andere als einfach wird die Modernisierung des Finsinger Umspannwerks einem Vertreter des Übertragungsnetzbetreibers Tennet zufolge. Dass die Maßnahme ansteht, ist längst bekannt. Mit dem momentanen von Tennet geplanten Ablauf der Arbeiten zeigte sich der Gemeinderat in seiner Sitzung jedoch nicht zufrieden.

Um die Leitungen nicht vom Netz nehmen zu müssen und die Stromversorgung durchgehend gewährleisten zu können, soll das Umspannwerk im laufenden Betrieb erneuert werden. Optimal wäre es Tennet zufolge, auf der östlich an das Umspannwerk angrenzenden Fläche etwas Neues zu bauen und die Leitungen anschließend umzuhängen, um so im Betrieb bleiben zu können. Zudem werde aufgrund einer neuen Anordnung voraussichtlich etwas mehr Platz benötigt als bisher. „Wir würden am östlichen Rand beginnen und auf der Erweiterungsfläche neue Schaltfelder errichten. Das würde das Risiko der Maßnahme minimieren“, erklärte Tennet-Vertreter Andreas Herath in der Sitzung am Montagabend.

Eine Vorgehensweise, die den Finsinger Gemeinderäten nicht zusagt. Sie wollen eine Ausdehnung der Fläche, die das Umspannwerk beansprucht, in die umliegende Landschaft unbedingt vermeiden. Vielmehr erwarten sie eine möglichst platzsparende Lösung seitens des Stromversorgers. „Ich hoffe, dass Sie die notwendigen Grundstücke für das Vorhaben nicht bekommen“, betonte CSU-Rat Dieter Heilmair in Bezug auf die derzeit von Tennet geführten Grundstücksverhandlungen.

Netzbetreiber will keine unnötigen Gefahren für die Mitarbeiter

Eingetreten sei ein derartiger Fall bisher nicht, wie Herath sagte. Man habe sich stets einigen können. Die Firma sei daran interessiert, einen gemeinsamen Konsens mit der Gemeinde zu finden. Auf die von Bürgermeister Max Kressirer favorisierte Lösung, die Modernisierung im sogenannten Hybridverfahren durchzuführen, möchte der Stromversorger allerdings unbedingt verzichten.

Die Methode, bei der Leiterseile mit SF6-Gasen ummantelt werden, gilt als platzsparende Lösung, da dadurch deutlich weniger Abstand zwischen den Leitungen eingehalten werden muss als es beim gewöhnlichen Freiluftverfahren der Fall ist. SF6-Gase gelten jedoch als besonders umweltschädlich. Zudem stehe für Tennet die Sicherheit der Mitarbeiter an erster Stelle, so Herath. Eine Modernisierung im Hybridverfahren berge ein deutlich höheres Risiko für Arbeiter, wie er zu Bedenken gab. „Wir möchten die Bedürfnisse der Finsinger natürlich ernst nehmen. Wir überprüfen einen kompakten Bau, möchten aber um Verständnis dafür bitten, dass wir unsere Mitarbeiter keinen unnötigen Gefahren aussetzen werden“, betonte Herath.

Man sei nach wie vor an einer gemeinsamen Lösung interessiert, auch, wenn noch einige Gespräche zur Thematik notwendig sein werden. In den nächsten Wochen soll der Stromversorger deshalb eine Alternativplanung, gegebenenfalls im Hybridverfahren, erstellen. Die Entwürfe sollen dann erneut diskutiert werden.

Julia Adam

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