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Gertrud Eichinger (SPD) will‘s nochmal wissen: Sie fordert Bürgermeister Max Kressirer (WGE) bei den Kommunalwahlen 2020 erneut heraus. 

Zwei Bürgermeisterkandidaten stehen schon fest

Kommunalwahl 2020 in Finsing: Eichinger fordert Kressirer erneut heraus

Gertrud Eichinger (SPD) will‘s nochmal wissen: Sie fordert Bürgermeister Max Kressirer (WGE) bei den Kommunalwahlen 2020 erneut heraus. Andere Gruppierungen überlegen noch, ob sie selbst einen Kandidaten stellen.

Finsing – Ein entspannter Wahlkampf wird der bevorstehende für Bürgermeister Max Kressirer (WG Eicherloh) nicht werden. Er möchte wieder kandidieren, ist damit in seiner Gemeinde jedoch nicht der Einzige.

Zumindest gegen Dritte Bürgermeisterin und Dritte Landrätin Gertrud Eichinger (SPD) wird sich Kressirer erneut behaupten müssen. Bereits 2014 war sie gegen ihn angetreten, 2020 will sie einen neuen Versuch wagen. „In der Gemeinde müssen andere Schwerpunkte gesetzt werden. Das fällt als Bürgermeister natürlich leichter als im Gemeinderat“, begründet sie dies auf Nachfrage.

Eichinger kritisiert Mangel an Transparenz und Offenheit

Seit knapp zwölf Jahren gestaltet die selbstständige Kommunikationsdesignerin die Finsinger Kommunalpolitik als Gemeinderatsmitglied mit. Dabei sei ihr vor allem ein Mangel an Transparenz und Offenheit den Bürgern gegenüber aufgefallen. Ihr fehlen eine gute Informationspolitik und Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung. Man solle „von vorn herein ein offenes Ohr“ haben und die Bürger regelmäßig informieren. Zudem wolle sie aktiv nach Beteiligungsformen suchen, um „eventuell die eine oder andere Idee der Bürger umsetzen zu können“.

Als Beispiel für eine missglückte Informationspolitik nennt die 53-Jährige den Netto-Markt. „Bei der Ortsmitte, gerade den Netto-Markt betreffend, waren Informationen über die Entwicklungen einfach nicht mehr präsent, weshalb sich alles in einem Bürgerbegehren entzündet hat. Auch, wenn es nicht schlecht ist, Dinge nicht-öffentlich zu beraten, sollte man die Menschen trotzdem mitnehmen. Zumindest Teilfakten und Grundtendenzen sind immer da.“

Zudem hat Eichinger viele andere Dinge auf ihrer Agenda, wie sie erklärt – etwa die Themen Nachhaltigkeit, Verkehr, Wohnen und Gewerbegebiet. „Mir schwebt auch vor, aus dem Bürgerhaus eine Art Gemeindezentrum zu entwickeln für Ausstellungen und öffentliche Veranstaltungen“, erklärt sie. Zudem wolle sie eine Art Bürgerhilfe in der Gemeinde einrichten, „über die Nachbarschaftshilfe hinaus. Etwa Leute, die helfen können, wenn Anträge ausgefüllt werden müssen.“

Kressirer will ab 2020 „beenden, was wir angefangen haben“

Konkrete Vorstellungen von seinen Zielen als Bürgermeister hat auch Kressirer. Seit 1996 wirkt der 55-Jährige im Gemeinderat mit, seit 2002 als 2. Bürgermeister, seit 2008 als Gemeindechef. „Ich möchte in der kommenden Amtsperiode beenden, was wir angefangen haben“, erklärt er. Konkret bedeutet das die Fertigstellung eines Geh- und Radwegs von Eicherloh nach Neufinsing, die ökologische Niedrigwasserführung der Gfällach, die Erweiterung des Finsinger Schulhauses, den Neubau eines Kindergartens und die Dorferneuerung Finsing.

„Dazu kommen Dinge, die wir in letzter Zeit aufgrund der finanziellen Situation geschoben haben, etwa die Sanierung des Bauhofs, die energetische Sanierung des Kindergartens Eicherloh und die Barrierefreiheit des Bürgerhauses Eicherloh.“

Mit den vergangenen Amtsjahren zeigt er sich zufrieden. „Wir haben in zwölf Jahren eine gewaltige Entwicklung hingelegt. Ich bin froh, dass wir es geschafft haben, die Ortsmitte so umzusetzen, wie sie jetzt ist. Mit ihrer Fertigstellung steht das Ende eines langen steinigen Wegs bevor“, erklärt er. Geschadet habe dieser Weg seiner Motivation nicht.

Peter Junker (AfD) als Kandidat? Nur ein Gerücht

Ob Kressirer und Eichinger weitere Konkurrenten bekommen, ist unklar. Fest steht, dass es keinen Kandidaten des Grünen Wählerforums geben wird. Auch am Gerücht, Peter Junker wolle für die AfD kandidieren, ist nichts dran. Er wisse nicht, wie das zustande habe kommen können.

Für eine finale Aussage der Wählergruppe Neufinsing sei es noch zu früh, sagt Michael Suhre. Aller Voraussicht nach werde sie jedoch keinen Bewerber stellen. Endgültig entschieden hat sich auch die Freie Wählergruppe Finsing noch nicht, verrät Andreas Wimmer. Bislang habe man keinen Kandidaten, ausschließen wolle man dies jedoch noch nicht. „Momentan sind wir auf der Suche nach Kandidaten für die Liste“, so Wimmer. „Die Frage nach dem Bürgermeister werden wir vermutlich erst sehr spät entscheiden, wenn die Liste steht.“ Auch bei der CSU gibt es laut Dieter Heilmair „noch nichts Konkretes, mit dem man an die Öffentlichkeit gehen kann“. Man will sich Mitte Oktober positionieren.

Julia Adam

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