Eigentlich sollte in der neuen Amtsperiode nur die AG Regenwasser erneuert werden. Daraus wurde eine lange Diskussion um die Besetzung. Bürgermeister Kressirer und Geschäftsleiter Fryba wollten nicht mehr Mitglied sein (Symbolbild).
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Eigentlich sollte in der neuen Amtsperiode nur die AG Regenwasser erneuert werden. Daraus wurde eine lange Diskussion um die Besetzung. Bürgermeister Kressirer und Geschäftsleiter Fryba wollten nicht mehr Mitglied sein (Symbolbild).

Kressirer und Fryba wollen nicht mehr Mitglied sein

Polit-Geplänkel um die AG Regenwasser

Eigentlich sollte in der neuen Amtsperiode nur die AG Regenwasser erneuert werden. Daraus wurde eine lange Diskussion um die Besetzung. Bürgermeister Kressirer und Geschäftsleiter Fryba wollten nicht mehr Mitglied sein.

Finsing– Neue Amtsperiode, altes Thema: Wieder einmal sorgte die Sanierung der Regenwasserkanalisation in Finsing für Zündstoff in der Gemeinderatssitzung. Eigentlich hatte man lediglich die AG Regenwasser erneut ins Leben rufen wollen. Das war aufgrund des Beginns der neuen Legislaturperiode notwendig. Letztendlich fanden sich die Ratsmitglieder in einer langen Diskussion wieder.

Kressirer: Ich bin „ausgebrannt“

Dass es die AG Regenwasser auch in Zukunft geben soll, da waren sich die Gemeinderatsmitglieder in ihrer Sitzung am Montagabend einig. Auch, dass Vize-Bürgermeister Dieter Heilmair (CSU) den Vorsitz der AG von Gemeindechef Max Kressirer (WGE) übernehmen soll, war kein Problem. Kressirer begründete seinen Rückzug aus der Arbeitsgruppe damit, „ausgebrannt“ zu sein. Man habe sich im vergangenen Jahr enorm viel Mühe gegeben, eine verträgliche Lösung hinsichtlich der Finanzierung der Sanierung zu finden, sei damit jedoch auf keine Akzeptanz gestoßen.

Fryba: „Wir sind mit unserer Weisheit am Ende“

Für Uneinigkeit sorgte daraufhin jedoch Geschäftsleiter Helmut Fryba, der sich ebenfalls aus der AG zurückziehen wollte. „Wir in der Verwaltung sind mit unserer Weisheit am Ende. Wir haben uns bemüht, etwas Rechtskonformes zu finden“, betonte er. Stattdessen habe sich der Gemeinderat dazu entschieden, einen rechtswidrigen Vorschlag einzureichen – Frybas Mahnungen zum Trotz. „Es macht nicht viel Sinn, und ich habe auch keine große Lust mehr, weiterzumachen“, begründete er und stieß damit bei den Gemeinderäten auf Unverständnis. „Ohne die kritische und sachliche Meinung der Verwaltung wird das zu einem Karussell, das sich immer im Kreis dreht“, bedauerte Heilmair und ergänzte: „Wir wissen alle nicht, wie die richtige Lösung aussieht, aber wir müssen diese gemeinsam finden. Es ist kein lösungsorientierter Weg, wenn sich die Verwaltung rausnimmt – und es sendet falsche Signale.“

Plädoyer für „größtmöglichen Knowhow“

Er äußerte „den Appell, aber auch die Erwartung, dass die Verwaltung uns weiterhin so zur Verfügung steht, wie sie es auch tun würde, wenn der Vorsitz noch beim Bürgermeister wäre“.

Auch Julia Manu (CSU) plädierte dafür, die AG mit dem „größtmöglichen Knowhow“ auszustatten. Gertrud Eichinger (SPD) betonte, man müsse den im vergangenen Jahr als rechtswidrig eingestuften Vorschlag als Basis sehen. Zusätzliche Hürden wie die fehlende Fachkompetenz, die die Verwaltung mit sich bringt, könne man nicht gebrauchen.

Kressirers Versuch, die Ratsmitglieder auszubremsen, scheiterte. Er versprach, dass man sich immer eine Meinung einholen könne. Man habe aber bereits jedes Blatt umgedreht.

„Das wirkt so, als ob ihr beleidigt wärt“

Deutlicher in ihren Formulierungen wurden Andrea Struck (Grüne) und Eichinger. „Das wirkt gerade so, als ob ihr beleidigt wärt“, kritisierte Struck. Und auch Eichinger bedauerte: „Es kommt so rüber, als ob ihr von Haus aus davon ausgeht, dass die AG nur Rechtswidriges ausarbeitet. Deren Mitglieder sehe ich aber durchaus in der Lage, eine rechtskonforme Lösung zu finden.“ Dafür sei die Fachkompetenz seitens der Verwaltung jedoch unverzichtbar.

Schlussendlich erklärte sich Fryba doch bereit, weiterhin an den AG-Sitzungen teilzunehmen. „Wenn die Arbeit aber sowieso wieder auf etwas Rechtswidriges herausläuft und meine Meinung dazu wie beim letzten Mal überhört wird, bin ich raus“, machte er deutlich.

Julia Adam

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