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Grüne und SPD in Finsing beantragen, dass der Gemeinderat ein Mobilitätskonzept erstellt. Dazu gehört auch, den Fahrradverkehr zu stärken (Symbolbild).
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Grüne und SPD in Finsing beantragen, dass der Gemeinderat ein Mobilitätskonzept erstellt. Dazu gehört auch, den Fahrradverkehr zu stärken (Symbolbild).

Gruppierungen formulieren Mobilitätskonzept

SPD und Grüne fordern Verkehrswende aus und für Finsing

  • Veronika Macht
    vonVeronika Macht
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Im Namen von Grünen und SPD in Finsing beantragen Andrea Struck (Grüne) und Gertrud Eichinger (SPD), dass der Gemeinderat ein Mobilitätskonzept erstellt.

Finsing– Die Schwächeren im Blick haben, Alternativen schaffen, die Umwelt schützen: Das wollen Grüne und SPD in Finsing. In deren Namen haben die Gemeinderätinnen Andrea Struck (Grüne) und Gertrud Eichinger (SPD) nun einen Antrag an die Gemeinde formuliert, der in einer der nächsten Sitzungen beraten werden soll.

Verkehrswende aus und für Finsing

„Verkehrswende initiieren und Mobilitätskonzept entwickeln“ ist der Antrag überschrieben. Darin heißt es, der Gemeinderat möge beschließen, „ein Leitbild ,Mobilität in Finsing‘ zu entwickeln, gemeinsam mit der Bürgerschaft, zum Beispiel im Rahmen einer AG“. Zugleich solle ein Mobilitätskonzept erstellt und mittel- sowie langfristig umgesetzt, einzelne Maßnahmen auch kurzfristig realisiert werden. Den Antragstellern schwebt eine „Verkehrswende aus und für Finsing“ vor. Bei allen Maßnahmen sei die Einbindung der Bürger wichtig. Daher sollte die Verkehrspolitik ein fester Bestandteil der jährlichen Bürgerversammlungen sein.

„Fußgänger und Radfahrer werden systematisch marginalisiert“

Begründet wird der Antrag damit, dass es kein gleichberechtigtes Nebeneinander und kein echtes Miteinander aller Verkehrsteilnehmer auf der Straße gebe: „Fußgänger und Radfahrer werden in der Gemeinde Finsing unseres Erachtens nach nicht als gleichwertige Verkehrsteilnehmer anerkannt, sondern systematisch marginalisiert“, heißt es im Antrag. Dass es hier Nachholbedarf gibt, habe sich unter anderem beim Umweltaktionstag im Sommer gezeigt.

Zudem mangle es an weiteren Angeboten, aufs Auto zu verzichten: „Das Auto hat Vorfahrt – alle anderen Verkehrsmittel werden sträflich vernachlässigt und sollen sich unterordnen.“ Gerade im Hinblick auf die Verkehrssicherheit „und nicht zuletzt der Umwelt zuliebe“ sei sofortiges Umdenken nötig.

Kurzfristig umsetzbar wäre zum Beispiel Tempo 30 vor der Schule

Das vorgeschlagene Konzept enthält fünf Bereiche, zu denen SPD und Grüne jeweils eine ganze Reihe konkreter Maßnahmen erarbeitet haben: Verkehrssicherheit für die schwächeren Verkehrsteilnehmer erhöhen, mehr Radverkehr ermöglichen, ÖPNV ausbauen und stärken, alternative Verkehrsoptionen verbessern und übergreifende Maßnahmen prüfen.

Vieles sei kurzfristig umsetzbar, etwa Tempo 30 vor der Schule während der Unterrichtszeiten, Schrittgeschwindigkeit vor den Kindergärten oder die Einrichtung einer Mitfahrbank. Anderes wiederum, wie die Reduzierung der Bustaktung maximal auf eine Stunde Wartezeit oder ein Förderprogramm zur Bereitstellung von Ladestationen für E-Bikes und E-Roller durch Finsinger Geschäfte und Restaurants, sind längerfristige Ziele.

„Wir brauchen weniger Autos und mehr attraktive Angebote“

Dass der Verkehr den Finsingern ein Anliegen ist, hat sich auch gezeigt, als Grüne und SPD ihr Mobilitätskonzept vor mehr als 20 Gästen vorstellten. „Wir brauchen weniger Autos und mehr attraktive Angebote, die komfortabel und intelligent, aber auch umweltschonend und sicher sind“, so Eichinger dazu in einer Pressemitteilung. Wichtig sei dabei, die Bürger einzubinden, ergänzt Struck. Überörtlich müssten die Hauptrouten des ÖPNV in der Taktung erhöht und die Angebote in den Randzeiten verbessert werden.

In Erding werde der Radverkehr fast ausschließlich aus Sicht eines Touristenangebots betrachtet, während die tagtägliche Mobilität eher als Randphänomen gesehen werde, wird Horst Weise vom ADFC Erding zitiert. Viel zu wenige gut ausgebaute und sichere Radverkehrsachsen seien die Folge. Hier wollen sich Grüne und SPD engagieren, um etwa Gefahrenstellen in den Ortsteilen des Finsinger Gemeindegebiets schnell und möglichst unbürokratisch zu beseitigen.

Auch Rollator-Nutzer und Rollstuhlfahrer haben tägliche Hürden

Eine wichtige Achse sei der Kirchenweg zwischen Eicherloh und Neufinsing, der bereits für zwei sich begegnende Autos gefährlich schmal sei, wie ein überwiegend radelnder Vater aus Neufinsing berichtete. Am Beispiel der Radwegabsenkungen beschrieb Rollstuhlfahrerin Melanie Krautmann ihre täglichen Hürden, die auch jüngeren Radlern und Rollator-Nutzern Probleme bereiten.

Michael Grindmayer vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) betonte, „die bestehenden Probleme mit dem immer intensiveren Autoverkehr werden wir nicht mit immer neuen Straßen lösen“. Die Gemeinde müsse für Individualfahrten effiziente und sparsame Mobilitätssysteme bieten – etwa Ridesharing, ÖPNV und Fahrrad.

Dies setze jedoch ein deutlich höheres Maß an proaktiven Maßnahmen seitens der Gemeinde voraus. „Wenn die Gemeinde sich selbst ein Motto geben würde, etwa ,Finsing – mobil aber vernünftig‘, und dies konsequent kommuniziere, dann wäre ein guter Anfang geschafft“, findet Eichinger.

vam

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