Pflaster statt Asphalt: Die Stockschützenabteilung des FC Finsing möchte die abgenutzte Bahn erneuern. Dafür gibt’s einen Zuschuss der Gemeinde.
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Pflaster statt Asphalt: Die Stockschützenabteilung des FC Finsing möchte die abgenutzte Bahn erneuern. Dafür gibt’s einen Zuschuss der Gemeinde.

Hubertus-Schützen und Stockschützen erneuern Sportstätten – Gemeinde gewährt Zuschüsse

Für ein zeitgemäßes Training

Auslöser für eine lange Diskussion im Finsinger Gemeinderat waren Zuschussanträge des Schützenvereins Hubertus Finsing und der Stockschützenabteilung des FC Finsing. Beide Vereine wollen Voraussetzungen für niveauvolles Training schaffen, benötigen dafür aber die Unterstützung der Gemeinde.

Eicherloh – Wie berichtet, wollen die Schützen ihre Schießanlage auf die elektronische Technik umrüsten, die beim Großteil der umliegenden Vereine bereits Standard ist. So sollen das Training optimiert, die Jugend gestärkt und Nachteile im Wettkampfbetrieb vermieden werden. Umsetzen möchte der Verein die Maßnahme in diesem Sommer, unter anderem, um nach den Corona-Beschränkungen einen Anreiz für die Jugend zu schaffen, wieder zum Schießsport zurückzukehren.

Etwa 45 000 Euro wird der Umbau voraussichtlich kosten. 20 000 Euro kann der Verein selbst finanzieren, ein Viertel der Kosten werden vom BSSB gefördert. Für den Rest müssten Gemeinde und Landkreis aufkommen. In ihrem Antrag an die Gemeinde bitten die Schützen deshalb um einen Zuschuss von maximal 6750 Euro.

Stockschützen wollen Damenmannschaft aufbauen

Ein größeres Augenmerk auf die Jugendarbeit möchte künftig auch die Stockschützenabteilung des FC Finsing legen. Zudem sei der Aufbau einer Damenmannschaft vorgesehen, wie im Antrag an die Gemeinde deutlich wird. Voraussetzung für eine „niveauvolle Ausübung“ der Sportart sei jedoch eine instandgesetzte Stockbahn.

Starke Abnutzung und Witterungseinflüsse hätten die Bahn deutlich in Mitleidenschaft gezogen. Sie war 2005 bereits zum zweiten Mal saniert worden, damals mit einer Asphaltschicht. Diese löst sich stellenweise ab, teilweise sind Absenkungen zu finden. Ein geordnetes Stockschießen sei unter diesen Umständen nicht möglich.

Die Stockschützen wollen ein „den Anforderungen entsprechendes Pflaster“ verlegen, wofür der Asphaltbelag aber entfernt werden müsste. Dieser ist jedoch mit Schadstoffen belastet, wie sich bei Probebohrungen herausgestellt hat. Eine Entsorgung würde deshalb mit hohen Kosten einhergehen.

Bürgermeister Kressirer sieht eine Gerechtigkeitsproblem

Die Stockschützen würden sich an den Kosten sowie mit Eigenbeteiligung der Mitglieder beteiligen. Alleine kann der Verein die Maßnahme jedoch nicht stemmen. Auch für einen möglichen Zuschuss von BLSV und Landkreis ist ein Beitrag der Gemeinde Voraussetzung.

Bürgermeister Max Kressirer (WGE) sah im Gemeinderat ein Gerechtigkeitsproblem. Vor einiger Zeit habe der TC Finsing nach einem Zuschuss gefragt. Diesem wurde damals mitgeteilt, dass ein Antrag aufgrund der finanziellen Situation höchstwahrscheinlich abgelehnt würde. Zudem befinde man sich aktuell nicht im Zeitraum der Haushaltsplanungen.

Dieter Heilmair (CSU) meinte, dass es sich dabei nur um die halbe Wahrheit handle. Man habe sich in einer völlig anderen Situation befunden und noch nicht sagen können, wie die Finanzen am Jahresende aussehen würden. Zudem habe man gemeinsam mit dem TC eine alternative Lösung erarbeiten können.

Sorge vor einem Präzedenzfall

Ludwig Lex (FWF) betonte die starke Eigeninitiative des Schützenvereins. „Das Projekt wird über 40 000 Euro kosten, und das meiste davon stemmt der Verein selbst. Da kann man davon ausgehen, dass es ihnen ernst ist“, sagte er. Generell seien andere Förderungen von einem gemeindlichen Zuschuss abhängig. „Das ist natürlich eine spezielle Situation.“

Nicht gerechtfertigt findet Martina Kollmannsberger (WGE) einen Zuschuss für die beiden Vereine. „Wir haben sehr harte Haushaltsdiskussionen hinter uns und mussten viele Dinge, die eigentlich Pflichtaufgaben der Gemeinde sind, schieben. Die Pandemie ist noch nicht beendet. Wir wissen nicht, wie sich das noch entwickelt“, warnte sie. Sie befürchtet, dass nach positivem Beschluss weitere Vereine Zuschussanträge stellen könnten. Dieses Problem sieht Lex nicht. „Ich denke nicht, dass wir Begehrlichkeiten wecken. Beides sind Anträge, bei denen die Vereine ihr Eigenkapital auf den Kopf hauen. Das zeigt, wie dringlich die Maßnahmen sind.“

Kressirer wies erneut auf die nach wie vor enge Haushaltssituation hin: „Wir haben Schulden, und es werden mehr. Alles, was wir jetzt ausgeben, müssen wir irgendwie aufnehmen und finanzieren. Ich würde lieber abwarten und das im nächsten Haushalt besprechen.“

Gertrud Eichinger (SPD) sprach von einer schwierigen Situation. Einerseits befinde man sich finanziell eigentlich am Anschlag, andererseits sei gerade die Jugend in der Pandemie schwer gestraft. „In beiden Fällen wird unwahrscheinlich viel Wert auf Jugendarbeit gelegt. Das wäre eigentlich eine sehr gute Investition“, meinte sie.

Mehrheitlich sprachen sich die Gemeinderäte schließlich für beide Anträge aus. Bei den Stockschützen rechnet man mit einem Zuschuss von etwa 30 Prozent.

Julia Adam

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