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Einen Cappuccino lässt sich Gertrud Eichinger vielleicht auch heute zum Geburtstag schmecken. Auf unserem Bild genießt sie das Heißgetränk im Ristorante La Strada in Neufinsing.

50. Geburtstag

Geburtstagskind Eichinger: "Finsing ist meine Heimat geworden"

Neufinsing - Dritte Landrätin, stellvertretende Bürgermeisterin in Finsing oder hauptberufliche Kommunikationsdesignerin: Gertrud Eichinger ist im Landkreis sehr aktiv. Heute feiert die Kommunalpolitikerin der SPD ihren 50. Geburtstag.

Gertrud Eichinger ist mittlerweile eine der bekanntesten Politikerinnen im Erdinger Landkreis. Damit gerechnet hat die Frau mit den dunkelblonden Locken anfangs nicht gerade.

Eichinger wurde 1966 in Kraiburg (Kreis Mühldorf) geboren. Nach einem Kommunikationsdesign-Studium in Augsburg ging es beruflich nach München. Dort machte sie sich 1994 selbstständig. Vier Jahre später zog sie in den Erdinger Landkreis nach Finsing. „Hier gefällt es mir am besten“, sagt sie zufrieden. „Finsing ist Heimat für mich geworden, hier gehör’ ich her.“ Im Ortsteil Neufinsing lebt sie mit ihrem Mann Josef. Das Paar feierte erst 2015 Silberhochzeit und hat zwei gemeinsame Kinder: Elena (22 Jahre alt) und Erik (20).

 Im Wohnhaus ist die 50-Jährige auch beruflich tätig. „Design für Kommunikation“ nennt sich Eichingers Agentur. Sie berät Unternehmen in Sachen Werbung und Vermarktung. „Ich schaue, dass die Kommunikation zwischen Kunde und Firma funktioniert“, erklärt die Unternehmerin. Die Unterstützung von freien Mitarbeitern gibt ihr die Zeit für andere Projekte, allen voran die Politik.

Es dauerte nicht lange, bis sie sich im Ort engagierte. Eine Nachbarin riet ihr, sich dem Elternbeirat der Kindertagesstätte anzuschließen, um sich gut einzuleben. Diesen unterstützte sie drei Jahre lang, zwischendurch als Vorsitzende. Bei der Kommunalwahl 2002 kandidierte sie mit der Liste SPD/Parteifreie Bürger auf deren Anfrage. Als parteifreie Kandidatin schaffte sie den Sprung ins Gremium zunächst nicht.

Durch die Arbeit in der Wählergruppe wuchs Eichingers Interesse an der Kommunalpolitik und der SPD. 2004 trat sie den Sozialdemokraten bei und wurde 2006 Georg Gartners Nachfolgerin als Chefin des Finsinger Ortsverbandes. Bei den Kommunalwahlen 2008 kandidierte Eichinger erneut für den Gemeinderat und sogar um die Nachfolge von Bürgermeister Heinrich Krzizok. Im Gremium sitzt sie seitdem zwar, als Rathausoberhaupt setzte sich aber Max Kressirer durch.

2014 forderte sie Kressirer erneut heraus. Der Amtsinhaber gewann relativ knapp mit 54 Prozent. „Überwältigend, so eine Quote hätte ich nicht erwartet“, sagt die 50-Jährige. „Der große Zuspruch hat mir auch viel Schwung und Mut mitgegeben.“ Seit 2014 ist sie dritte Bürgermeisterin von Finsing. Ob sie es noch einmal probieren will, weiß Eichinger noch nicht: „Ich bin im Moment zufrieden so wie es ist.“

Dass sie einmal dritte Landrätin sein würde, damit habe sie nicht gerechnet. Dieses Amt nutzt Eichinger auch für ihre eigene Gemeinde: „Man hat nochmal andere Möglichkeiten und Gedankengänge.“ Um ihren anderen Aufgaben gerecht zu werden, möchte die 50-Jährige 2017 gerne den SPD-Ortsvorsitz abgeben. Sie sitzt nämlich auch noch im Kreistag, ist zweite SPD-Kreisvorsitzende sowie in Finsing stellvertretende Gewerbeverbands-Leiterin, Lektorin und Kommunionhelferin beim Pfarrverband Finsing-Gelting und auch Jugendreferentin. Mit ihrer Gemeinderatskollegin Andrea Struck ist sie zudem für die Hauptkoordination beim örtlichen Flüchtlingshelferkreis zuständig.

Für die Finsinger Jugend soll es künftig noch mehr vereinsunabhängige Freizeitaktivitäten geben, verspricht Eichinger. Bei der Flüchtlingspolitik werde man mit Integrationsarbeit beschäftigt sein: „Veränderungen sind spürbar bis ins kleinste Dorf.“ Weitere Zukunftsprojekte Eichingers in Finsing sind das Angebot Car-Sharing, WLAN auf öffentlichen Plätzen durch Freifunk und bezahlbarer Wohnraum für junge Menschen. Eichinger fordert außerdem, dass sich mehr Frauen politisch engagieren: „Frauen sind von den meisten Entscheidungen betroffen und somit der richtige Ansprechpartner in der Kommunalpolitik.“

Markus Ostermaier

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