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Halteverbot im Gewerbegebiet Neufinsing

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Von: Veronika Macht

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Das Parken im Gewerbegebiet Neufinsing will die Gemeinde Finsing durch eine Halteverbotszone ordnen. Dazu sollen Stellplätze für Autos und auch für Lastwagen markiert werden.
Das Parken im Gewerbegebiet Neufinsing will die Gemeinde Finsing durch eine Halteverbotszone ordnen. Dazu sollen Stellplätze für Autos und auch für Lastwagen markiert werden. © Vroni Macht

Die Gemeinde Finsing will die Parksituation im Gewerbegebiet Neufinsing regeln. Ein Halteverbot soll her. Auch feste Stellplätze für Lastwagen entstehen.

Finsing – Die Gemeinde Neuching hat’s im Gewerbegebiet Lüßwiesen vorgemacht. Jetzt will auch Finsing als direkter Nachbar die Parksituation im Gewerbegebiet Neufinsing mit einer Haltverbotszone ordnen. Einige bestehende Stellplätze für Pkw sollen künftig vermietet werden, zehn Stellflächen für Autos neu entstehen und auch welche für Lastwagen dazu kommen.

Die Verwaltung hatte drei solche Lkw-Flächen am Oskar-von-Miller-Ring und eine an der Straße Am Isarkanal vorgeschlagen, in etwa auf Höhe der Atelier Damböck Messebau GmbH. Letzterer Standort gefiel Franz Keimeleder (FWF) nicht: „Das ist eine Katastrophe, gerade jetzt zur Erntezeit.“ Parke dort ein Laster, sei mit großen landwirtschaftlichen Maschinen kein Durchkommen mehr.

Besser sollten zwei Lastwagen-Stellplätze hinter dem Gebäude entstehen, aber einer an der „Hauptstraße“ durchs Gewerbegebiet – „das ist praktisch total sinnlos. Die Straße ist dafür nicht geeignet“, monierte Keimeleder und war mit dieser Meinung nicht allein.

Gertrud Eichinger (SPD) hingegen sagte, sie könne verstehen, dass es beim Durchfahren „nervig“ sei, wenn Am Isarkanal ein Lastwagen parke. „Aber es ist ein Gewerbegebiet, und die Leute dort müssen arbeiten können. Ich halte es deswegen für vollkommen korrekt, wenn Am Isarkanal ein Lkw-Parkplatz zur Verfügung steht“, sagte Eichinger. Dort sei es auch von den Sichtverhältnissen her noch am ehesten vertretbar. Vier Lkw-Parkplätze für ein Gebiet dieser Größe – „das ist eigentlich das Minimum“.

Robert Schönhofen (CSU) kritisierte, dass im Gewerbegebiet insgesamt zu wenige Pkw-Stellplätze ausgewiesen seien. Er selbst habe für seinen Kfz-Betrieb ebenfalls Bedarf an zwei bis drei Parkplätzen angemeldet, was jedoch nicht berücksichtigt worden sei, bemängelte er. Bürgermeister Max Kressirer (WGE) erklärte, dass man eigentlich alle Betriebe angeschrieben habe. Wenn er aber zwei bis drei Plätze brauche, könne er sie durchaus von der Gemeinde mieten, sagte Kressirer an Schönhofen gerichtet. Denn bereits bestehende Stellflächen sollen künftig als Privatparkplätze ausgewiesen und entsprechend vermietet werden.

Wie Kressirer weiter erklärte, hatte man ursprünglich vorgehabt, in den Grünflächen entlang der Straße weitere Parkplätze zu schaffen. Sowohl im Finanzausschuss, als auch im Gemeinderat sei man sich jedoch einig gewesen, diese Plätze aus finanziellen Gründen aktuell nicht zu bauen.

Keimeleder wie auch Andreas Wimmer (FWF) sprachen zudem das Problem an, dass oftmals Sprinter auf bestehenden Firmenparkplätzen stehen würden, die dafür zu lang seien und somit auf die Straße ragen.

Im direkt angrenzenden Gewerbegebiet Lüßwiesen, das auf Neuchinger Flur liegt, gibt es bereits eine Halteverbotszone. Darauf weisen Schilder an der Einfahrt hin. Am Übergang der beiden Gewerbegebiete und somit an der Gemeindegrenze endet diese Zone. Hier müsse man klären, ob eine eigene Beschilderung notwendig ist, sagte Kressirer und gab zu: „Wir haben einen gewissen Druck dadurch und müssen versuchen, das zu regeln, auch wenn uns die Lösung nicht ganz gefällt.“

Letztlich wurde mehrheitlich beschlossen, den Lkw-Parkplatz an der Straße Am Isarkanal zu streichen. Die Parkdauer für Lastwagen soll montags bis freitags auf zwei Stunden begrenzt werden, am Wochenende kann uneingeschränkt geparkt werden. Die restliche Planung wurde gegen die Stimme Schönhofens angenommen.

Einstimmig fiel zudem der Beschluss, bestehende Plätze als Privatparkplätze zu beschildern und zu vermieten, etwa an der Feldlerchenstraße. Hier standen zuletzt unter anderem Anhänger und Wohnmobile, davon nicht wenige mit Münchner Kennzeichen.

Verschoben hat der Gemeinderat hingegen eine Entscheidung, wie man mit der Parkplatzsituation an den Bürger- und Feuerwehrhäusern Finsing und Eicherloh künftig umgeht. Parken mit Scheibe für maximal vier Stunden – oder gleich eine privatrechtliche Regelung nur für Besucher? Damit beschäftige sich die Gemeinde seit mehr als einem Jahr, erklärte Kressirer.

Jetzt wurden beide Varianten, die bereits der Verkehrs-, Umwelt- und Energieausschuss beraten hatte, im Gemeinderat vorgestellt. Einigen konnte sich das Gremium trotzdem noch nicht. Nach intensiver Diskussion beschloss man, erst zu klären, wie es bei den beiden Lösungen mit der Möglichkeit abzuschleppen aussieht. Denn dass solche Sanktionen machbar sind, das war unter anderem für Ludwig Lex (FWF) entscheidend: „Wenn es die Möglichkeit gibt, dass wir abschleppen, dann bin ich dafür. Das ist das einzige, das hilft“, sagte er mit Blick auf die Dauerparker.

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