Gemeinde Finsing 

Maroder Regenwasserkanal: Sanierung könnte Millionen kosten

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Der Gemeinderat Finsing diskutiert über erste Planentwürfe für die Sanierung des Regenwasserkanals. 

Finsing Erste Planentwürfe für die Sanierung des Regenwasserkanals in der Gemeinde Finsing hat der Gemeinderat am Montag diskutiert. Günter Preiss und Guido Schuster vom gleichnamigen Ingenieurbüro stellten sie für den Bereich Hofener Straße und Kirchenstraße vor.

Der Kanal ist rund 60 Jahre alt, der Rohrverlauf an manchen Stellen nicht ganz sauber dokumentiert. Dass der neue Kanal nicht billig wird, wurde in der Sitzung schnell klar. Auf 1230 Euro pro laufendem Meter schätzt Schuster nach Vergleichen mit anderen Gemeinden die Kosten, für den vorgestellten Bereich mit 1,7 Kilometer Länge wären das zwei Millionen Euro plus Steuer.

„In diesem Rahmen könnte sich das bewegen“, sagte Schuster. Gleichzeitig gab er zu bedenken, dass es sich um eine Vorplanung handle. Genauere Zahlen gibt es erst nach Entwurfs- und Ausführungsplanungen. Bei einem Regenwasser-Kanalnetz von 7,5 Kilometern im Ort könnten sich die Gesamtkosten auf sechs Millionen Euro addieren, „so als Schätzung aus dem Bauch heraus“, wie Finsings Geschäftsleiter Helmut Fryba betont.

Der vorgestellte Abschnitt dürfte der dickste Brocken sein. „Es gibt auch Bereiche, wo die Entwässerung nicht völlig Schrott ist oder wo kleinere Rohrdurchmesser eingesetzt werden können“, sagte Schuster.

Berücksichtigt werden müssen bei der Berechnung der Kosten auch eine eventuelle Umlage über Gebührenbeiträge durch die Dachflächenentwässerung oder Hofflächen. Doch die Daten dafür müssten erst erhoben werden. „Wir stehen ganz am Anfang“, sagte Fryba. Man müsse ein Verfahren finden, dass die Berechnung für die Finsinger so gerecht wie möglich mache. Bürgermeister Max Kressirer geht davon aus, dass die Kosten über mehrere Jahrzehnte abgeschrieben werden, „da zahlen zwei oder drei Generationen daran“. Zu überlegen sei, ob es Beiträge oder eine Gebührensatzung gibt.

Ludwig Lex (FWF) äußerte starke Bedenken. Er könne da „nicht zustimmen, so lange es keine klare Ansage gibt, welche Kosten auf die Finsinger zukommen. So ist die Maßnahme schwer zu vermitteln“. Er sieht auch „Probleme bei der Dorferneuerung“. Kressirer erklärte hingegen, dass derzeit durch den Straßenbau im Rahmen der Dorferneuerung ein günstiger Zeitpunkt sei. Zudem sei das alte Kanalnetz wirklich marode. Gertrud Eichinger (SPD) warf ein: „Die Frage ist doch, was die Alternative ist. Und es wird nicht billiger, wenn man das erst in zehn oder zwanzig Jahren macht.“

Nach längerer Diskussion stimmten alle Räte dafür, den Weg für weitere Planungen und genauere Kostenermittlungen frei zu machen.

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