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Mittelschulverband Finsing: Gemeinden zahlen weniger für ihre Schüler

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Von: Veronika Macht

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Bundesmittel für Bildung
Der Digitalpakt ist der größte Ausgaben-Posten im nächsten Jahr im Mittelschulverband Finsing (Symbolbild). © Britta Pedersen/dpa/picture-alliance

Die Schulverbandsumlage im Mittelschulverband Finsing sinkt im kommenden Jahr. Grund dafür ist ein relativ hoher Überschuss an Einnahmen in den vergangenen zwei Jahren.

Finsing – Um die Finanzen ging es in der Sitzung der Schulverbandsversammlung, die Finsings Kämmerer Christian Numberger gemeinsam mit Neuchings Bürgermeister Thomas Bartl (CSU) leitete. Numbergers Bericht über 2021 zufolge liegt der Ansatz für den Vermögenshaushalt in Einnahmen und Ausgaben bei je 668 000 Euro.

Während man kurz vor Jahresende bereits 429 000 Euro eingenommen habe, stünden auf der Ausgabenseite bislang nur 75 000 Euro. „Diese große Differenz lag daran, dass einige größere Maßnahmen nicht realisiert wurden“, erklärte Numberger. So waren für den Umbau des Natur- und Technikraums fast 300 000 Euro vorgesehen, angepackt hat man dies aber nicht. Für den Digitalpakt waren 210 000 Euro eingestellt, er wurde jedoch ins nächste Jahr verschoben. Und akustische Maßnahmen im Osttrakt wurden nur zum Teil abgerechnet.

Im Etat fürs Jahr 2022 ist laut Numberger ein Posten dabei, „den wir normalerweise nicht haben“, nämlich eine Zuführung vom Vermögens- an den Verwaltungshaushalt in Höhe von 300 000 Euro. „Es wurde in den vergangenen zwei Jahren ein relativ hoher Überschuss an Einnahmen erzielt“, erklärte der Kämmerer.

Die Frage sei nun: Was tun damit? „Man kann, und das haben wir vor rund zehn Jahren schon mal gemacht, den Überschuss nach dem Schlüssel der Schüler an die Verbandsgemeinden auszahlen. Oder man nimmt die Summe ins neue Jahr mit und finanziert eine Zuführung zum Verwaltungshaushalt“, zählte er die Möglichkeiten auf. Damit könne man dann die Umlage senken. Die Bürgermeister der drei beteiligten Gemeinden seien sich vorab einig gewesen, so zu verfahren.

Die Gesamtausgaben des Verwaltungshaushalts betragen im nächsten Jahr knapp 1,9 Millionen Euro, gedeckt sind durch Einnahmen aber nur 580 500 Euro. Somit müssen rund 1,3 Millionen Euro über die Umlage finanziert werden. Am 1. Oktober 2021 besuchten 453 Schüler der Mitgliedsgemeinden die Verbandsschule, woraus sich eine Pro-Kopf-Umlage von 2888 Euro (Vorjahr: 3544 Euro bei 436 Schülern) errechnet. Davon trägt Finsing mit den meisten Schülern den größten Teil (261 Schüler, 753 800 Euro), gefolgt von Neuching (133/384 000 Euro) und Moosinning (59/ 170 400 Euro).

Die Schulverbandsumlage ist also der größte Einnahmeposten im Verwaltungshaushalt, an Ausgaben schlagen die Mieten für die Schulanlagen (Schulhaus Finsing: 689 000 Euro, Schulhaus Niederneuching: 55 000 Euro, gesamt: 745 000 Euro), die Schülerbeförderungskosten (350 000 Euro) und die Entgelte für tariflich Beschäftigte (245 000 Euro) zu Buche.

Der Vermögenshaushalt für Investitionen ist insgesamt 640 000 Euro schwer. Bei den Ausgaben macht hier der Digitalpakt mit 290 000 Euro den größten Posten aus. Laut Numberger verbergen sich hinter der Haushaltsstelle mit der Bezeichnung „Erwerb von sonstigen beweglichen Sachen EDV“ unter anderem ein neuer Server und Whiteboards. An Zuschüssen werden 190 000 Euro erwartet. Darüber freute sich Moosinnings Bürgermeister Georg Nagler (SPD) durchaus. „So schön die Zuschüsse für diese Investitionen auch sind: Die Folgekosten bleiben bei den Kommunen hängen. Das muss man im Hinterkopf behalten“, merkte er kritisch an.

vam

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