Ökostrom-Anteil erstmals über 50 Prozent
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Die Gemeinde Finsing hat sich aus Kostengründen dagegen entschieden, auf Ökostrom - zum Beispiel aus Solaranlagen und von Windrädern - umzusatteln.

Finsing stimmt gegen Teilzeitstelle Klimaschutzmanager und Ökostrom

Grüne empört: Gemeinde zu zaghaft beim Klimaschutz

Die Gemeinde Finsing wird keine Stelle für einen Klimaschutzmanager schaffen. Außerdem wird sie nicht auf Ökostrom umsatteln. Die Grünen ärgert das. „Ich bin richtig sauer“, sagt Gemeinderätin Andrea Struck.

Finsing – Das Thema Klimaschutzmanager ist in der Gemeinde Finsing wieder vom Tisch. Eigentlich war für die Gemeinderatssitzung geplant, den Entwurf für eine Stellenausschreibung zu besprechen, doch schon beim Grundsatzbeschluss stimmten nur sieben Gremiumsmitglieder für die Schaffung der neuen Stelle. Noch im November vergangenen Jahres hatten sich die Gemeinderäte mit knapper Mehrheit von neun zu acht Stimmen für eine Teilzeitstelle entschieden.

Gehaltskosten von 13 000 Euro - Geld, das die Gemeinde nicht hat.

Im Herbst war man von etwa 13 000 Euro Gehaltskosten ausgegangen, hatte es sich aber offengehalten, auch auf die Einstellung eines Klimaschutzmanagers verzichten zu können. Nun haben sich die Räte gegen die Schaffung der Stelle entschieden.

Man möchte das Geld sparen. Eine Entscheidung, die Grünen-Gemeinderätin Andrea Struck nicht nachvollziehen kann. Sie sei entsetzt und enttäuscht. „Der Klimaschutz ist egal. Der Ökostrom ist egal“, machte sie ihrem Ärger Luft und bezog sich auch auf den vorhergegangenen Entschluss, im Rahmen der Bündelausschreibung für die kommunale Strombeschaffung für die Jahre 2023 bis 2025 weiterhin Normalstrom zu beziehen.

Ökostrom würde 7000 Euro pro Jahr mehr kosten

Als Alternativen zur Verfügung gestanden hätten Ökostrom ohne oder mit Neuanlagenquote. Bis zu 0,5 Cent pro Kilowattstunde hätte die Möglichkeit ohne Neuanlagenquote mehr gekostet. Bei der Alternative mit Neuanlagenquote wären es zwischen 0,5 und 1,2 Cent gewesen. Bei einem jährlichen Strombedarf von etwa 700 000 Kilowattstunden hätte das für die Gemeinde jährlich Mehrkosten in Höhe von ungefähr 7000 Euro bedeutet. Mit deutlicher Mehrheit haben sich die Finsinger für den Normalstrom entschieden.

Andrea Struck richtete sich mit dem Antrag an den Gemeinderat, sich in Zukunft vermehrt im Umwelt- und Energieausschuss zusammenzusetzen. „Dann müssen wir die Arbeit eben selbst machen. Hier wird alles einfach so abgehandelt. Ich bin richtig sauer, dass so wichtige Themen hier überhaupt keinen Anklang finden“, betonte sie. Sie fordert zudem, sich über die Möglichkeit eines Klimacoaches für die Gemeinde zu informieren. Dieser könne zu 100 Prozent gefördert werden.

VON JULIA ADAM

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