Grund- und Mittelschule Finsing

Stau an der Essensausgabe

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Die Mensa der Finsinger Grund- und Mittelschule platzt aus allen Nähten. Damit alle Kinder ihr Mittagessen bekommen, wird in vier Schichten gegessen. Ein Umbau soll kurzfristig Abhilfe schaffen. Langfristig muss eine andere Lösung her, denn die Schülerzahlen steigen immer weiter.

Finsing – Aktuell besuchen die Grund- und Mittelschule Finsing 453 Mädchen und Buben. Davon bleiben rund 170 Schüler bis 16 Uhr in der Ganztagsschule oder in der Mittagsbetreuung – Tendenz steigend. Das stellt die Bildungseinrichtung in den kommenden Jahren vor große Herausforderungen.

Die Mensa zum Beispiel stößt schon jetzt an ihre Kapazitätsgrenzen. Unter anderem gibt es Engpässe bei der Essensausgabe und bei der Geschirrrückgabe. Mit kleineren Umbaumaßnahmen soll nun Abhilfe geschaffen werden. „Unsere Mensa war geplant für 70 bis maximal 100 Essen. Wir haben inzwischen täglich 170 Essen“, erklärte Finsings Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzender Max Kressirer (WGE) in der Sitzung der Schulverbandsversammlung des Mittelschulverbands Finsing.

Getroffen hatten sich die Mitglieder zur Mittagszeit in der Schule – eigentlich, um die „Rushhour in der Mensa“, so Kressirer, hautnah erleben zu können. Da jedoch wegen eines Elternsprechtags an diesem Tag kein Nachmittagsunterricht stattfand, war weniger los.

Kressirer präsentierte dem Gremium einen Entwurf von Architekt Markus Heilmaier, in der der Bereich für Geschirrrückgabe und -spülen zur Ausgabe umgewandelt ist. Der Bereich des Hausmeisters samt Pausenverkauf wird als Spülküche genutzt, der Verkauf soll in den Eingangsbereich umziehen. „So können die Damen den täglichen Andrang besser bewältigen“, sagte Kressirer.

„Wahnsinnige Lautstärke“

Wie dieser Andrang aussieht, beschrieb Antje Dürr. „Gegessen wird mittlerweile in vier Schichten“, berichtete die Konrektorin – ab 11.30 bis in den Nachmittag. „Das ist auch eine wahnsinnige Lautstärke in der Aula. Die Situation ist sehr unbefriedigend“, sagte Dürr. Laut Kressirer könne man in der Aula mit schallabsorbierenden Wänden arbeiten, in verschiebbarer Ausführung auch im Bereich der Bestuhlung, um die Lautstärke in den Griff zu bekommen. Die Bestuhlung soll ebenfalls erneuert werden. „Das wäre eine kurzfristige Entschärfung des Problems“, sagte Kressirer. Für die Stühle seien 30 000 Euro in den Haushalt eingestellt.

Der Umbau der Mensa wird geschätzt rund 100 000 Euro kosten und soll sich im Etat der Gemeinde Finsing niederschlagen. Kressirer: „So viel brauchen wir, um den Hausmeister auszulagern und die Mensa zu ertüchtigen, auch mit einer leistungsfähigeren Spülmaschine.“ Auch wenn die Summe in den Gemeindehaushalt aufgenommen werden soll, war dennoch der Beschluss der Schulverbandsversammlung nötig. Die Kosten sollen über die Umlage abgegolten werden. Außerdem will man versuchen, eine Förderung zu bekommen, erklärte Geschäftsleiter Helmut Fryba. Sie liege potenziell bei 50 Prozent.

In der Sitzung wurde deutlich: Der Umbau der Mensa kann die Situation allenfalls kurzfristig verbessern. „Der Umbau wird nicht das Ende sein. Spätestens in drei, vier Jahren müssen wird uns weitere Gedanken machen“, sagte Kressirer und belegte dies mit einer Fünf-Jahres-Statistik der Schülerzahlen, die demnach deutlich steigen werden. Vor drei Jahren noch habe man 372 Schüler in Finsing gezählt, heute sind es schon 453. Allein fürs kommende Schuljahr werden 60 zusätzliche Mädchen und Buben erwartet. „Jede unserer Gemeinden entwickelt sich, und wir werden dann wohl auf die Vierzügigkeit zusteuern“, erklärte Kressirer. Wachstum etwa durch Baugebiete sei noch gar nicht eingerechnet.

Dreigeschossiger Anbau?

Die steigenden Schülerzahlen wirken sich freilich nicht nur auf die Mensa aus, sondern auch auf die Klassenzimmer. Daher habe man für die Schule durchaus Erweiterungsmöglichkeiten, sagte Kressirer. Hinten auf dem Hartplatz könne man beispielsweise einen dreigeschossigen Anbau errichten, in dem rund zwölf zusätzliche Klassenzimmer unterkommen könnten. Sollte in einigen Jahren tatsächlich eine Lösung her müssen – beispielsweise zwei Kantinen für Grund- und Mittelschule oder auch eine neue große – könne man zum Beispiel den aktuellen Mensa-Bereich für Kochangebote im Rahmen des Unterrichts oder auch für die Ferienbetreuung verwenden.

„Die Situation jetzt ist unzufriedenstellend. Wir müssen etwas machen“, fasste Pamela Kruppa (CSU) zusammen. „Aber wir sollten mit weiteren Überlegungen nicht erst warten, bis es zu spät ist“, sagte die Bürgermeisterin von Moosinning. Darauf pochte auch Dieter Heilmair (CSU, Finsing). Sowohl Architekten als auch Baufirmen hätten derzeit sehr lange Vorlaufzeiten, daher solle man schon im nächsten Jahr mit den weiteren Planungen starten.

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