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Jäger und Verfolgter zugleich

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Treue und andere Begleiter: Nicht von Kevins (Philip Kövener, sitzend) Krankenbett weichen seine Freunde Samantha (Sophie Lachmann, v. l.) und Thomas (Maxi Kindshofer). Das Schicksal und der Tod (Karoline Eberhardt, Natalie Wist und Fabian Schum) haben dagegen anderes vor mit Kevin. Foto: mot
Treue und andere Begleiter: Nicht von Kevins (Philip Kövener, sitzend) Krankenbett weichen seine Freunde Samantha (Sophie Lachmann, v. l.) und Thomas (Maxi Kindshofer). Das Schicksal und der Tod (Karoline Eberhardt, Natalie Wist und Fabian Schum) haben dagegen anderes vor mit Kevin. Foto: mot

Finsing - Was hat es mit dem Schicksal auf sich? Kann man es beeinflussen? Mit einer sarkastischen Komödie dazu überzeugte die Jugend vom Neufinsinger Theaterkastl und regte gleichzeitig zum Nachdenken an.

Einfach mal etwas ganz anderes machen - diesen Wunsch äußerten 17 Jugendliche, als es um die Auswahl des diesjährigen Theaterstücks ging. Dagmar Stern-Lachmann vom Neufinsinger Theaterkastl ließ sich nicht zweimal bitten. Aus der Feder der Spiel- und Jugendleiterin stammt die moderne Komödie „Ernstfall“, welche die Jugendgruppe im Alter von 16 bis 22 Jahre am vergangenen Wochenende dreimal aufführte. Inhaltlich angelehnt war das Stück an den englischen Roman „Just in Case“ von Meg Rosoff.

Zum Inhalt: Der junge Kevin (Philip Kövener) hat es nicht leicht. Seine beinahe wegen ihm verunglückte Schwester, ein Loch im Fahrrad und ein Fleck im Lieblingspulli lassen ihn vermuten, dass er von seinem Schicksal verfolgt wird. Durch seinen neuen Namen Ernst, ein verändertes Outfit, neue Hobbys und seinem Hund „Boy“ will er das Schicksal austricksen. Zwischenzeitlich scheint das auch zu klappen, als er in der Journalistin Vanessa (Theresa Kuhn) seine Glücksbringerin und Partnerin sieht. Schnell wendet sich das Blatt, das Schicksal spielt ihm übel mit.

Kaum zu glauben, dass diese Komödie Köveners erste große Hauptrolle ist. Er verkörperte den verunsicherten und etwas abergläubischen Kevin perfekt. Dank seiner überzeugenden Darbietung kommt der Zuschauer ins Grübeln über das Leben. Wer bestimmt über die Zukunft eines Menschen? Meint es das Schicksal immer nur schlecht mit einem oder vergisst man einfach die positiven Seiten?

Auf jeden Fall will niemand Schicksals-Vertreter haben wie Kevin in der Komödie. Den männlichen Part des Schicksals verkörperte der fabelhafte Fabian Schum. Ihm zur Seite stand eine nicht weniger talentierte Karoline Eberhardt als weiblicher Part. Es machte Spaß, den Beiden zuzusehen, wie sie barfuß sowie mit auffallender Schminke und Frisur Kevin ins Gewissen redeten - teilweise gut gemeint, manchmal um ihn zu ärgern. Mimik und Gestik saßen perfekt.

Weitere Charaktere waren Kevins Freunde Thomas (Maxi Kindshofer) und Samantha (Sophie Lachmann), Modeschöpfer Ivan (Markus Wist) mit seiner Muse (Kira Herff) sowie Kevins Eltern (Sophia Kuhn und Thomas Huber). Nebenrollen übernahmen Julius Poppel, Lina Schneider, Natalie Wist, Carolin Anwander, Magdalena Reis sowie Paula und Valentin Nohe.

„Ernstfall“ ist eine etwa zweistündige, außergewöhnliche Abendunterhaltung, die beim Publikum gut ankam. Wer am Wochenende keine Karte erhalten hat, hat heuer aber noch einmal Gelegenheit. Wegen des positiven Feedbacks möchte die Jugendgruppe das Stück im Herbst erneut aufführen.

Zum Schluss richtete sich das männliche Schicksal direkt an den Zuhörer: „Meine Aussicht ist großartig. Ich kann die ganze Welt sehen - zum Beispiel dich.“

Markus Ostermaier

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