Viel Grün dominiert die bestehende Freifläche des Kinderhauses „Zur Sonnwend“. Durch die geplante Erweiterung werden Teile davon überbaut und Bäume gefällt. Um das zu kompensieren, soll der Wall im Süden zum Großteil abgetragen werden. Läuft alles reibungslos, könnte die Erweiterung mit Platz für fünf Kindergarten- sowie je zwei Krippen- und Hortgruppen zum Kindergartenjahr 2022/23 fertig sein.
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Viel Grün dominiert die bestehende Freifläche des Kinderhauses „Zur Sonnwend“. Durch die geplante Erweiterung werden Teile davon überbaut und Bäume gefällt. Um das zu kompensieren, soll der Wall im Süden zum Großteil abgetragen werden. Läuft alles reibungslos, könnte die Erweiterung mit Platz für fünf Kindergarten- sowie je zwei Krippen- und Hortgruppen zum Kindergartenjahr 2022/23 fertig sein.

Pläne für die Erweiterung

Kinderhaus „Zur Sonnwend“: Mehr Platz auch im Außenbereich

  • Veronika Macht
    vonVeronika Macht
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Die Erweiterung des Kinderhauses „Zur Sonnwend“ in Neufinsing nimmt konkrete Formen an. Für den Neubau sollen teilweise der Lärmschutzwall und die Tribüne im Süden des Grundstücks weichen.

Finsing – Die Erweiterung des Kinderhauses „Zur Sonnwend“ in Neufinsing nimmt konkrete Formen an. Architekt Martin Heilmaier, Landschaftsarchitekt Robert Kerfers und Rudolf Steger von PLANplus Technische Gebäudeplanung haben dem Gemeinderat jetzt die aktuelle Planung vorgestellt. Dabei gab es noch jede Menge Diskussionsbedarf – vor allem bei den Außenanlagen.

Wie berichtet, wird das Kinderhaus „Zur Sonnwend“ am Buchenweg in Neufinsing erweitert, um dem Bedarf in Zukunft gerecht zu werden. Rund 175 Kinder sollen dort künftig betreut werden können. Auch eine neue Küche und ein Speisesaal sind im Anbau geplant, der auf Kosten der Außenanlagen errichtet wird.

Kinderhaus „Zur Sonnwend“: Von den 68 Bäumen müssen einige gefällt werden

Laut Kerfers gehen durch den Neubau gut 500 Quadratmeter Spielfläche verloren. Zum Ausgleich soll der einstige Lärmschutzwall im Süden des Grundstücks großzügig abgetragen werden: Nur etwa ein Viertel wird stehen bleiben, von bisher bis zu 3,50 Metern Höhe nur noch 1,50 Meter.

Insgesamt umfasst das Grundstück rund 4500 Quadratmeter. Kerfers sprach von einer „fast schon luxuriösen Freianlage mit tollen Bäumen“ – 68 Stück sind es, von denen mindestens 23 gefällt werden müssten. Erhalten will man hingegen diverse Spielgeräte wie Nestschaukeln und Wippen.

Spielbereich untergliedert für Krippe und Kindergarten

Der Spielbereich soll für Krippe und Kindergarten untergliedert werden und jeweils altersgerechte Beschäftigungsmöglichkeiten bieten – von der Sandfläche bis zur Matschanlage. Als Herzstück der Anlage ist eine Spielplattform für den Kindergarten geplant.

Da der FC Finsing gerade eine neue Tribüne baut, meinte Kerfers, könnte die Fläche der bestehenden Tribüne doch dem Kinderhaus zugeschlagen werden. Nur so schaffe man den für den Kindergarten nötigen Freiraum. Dieser schrumpfe jedoch „heftigst“, wenn die Tribüne stehen bleibe.

Minispielfeld auf der Fläche der Tribüne?

Dieter Heilmair, CSU-Gemeinderat und Vorsitzender des FC Finsing, reagierte überrascht auf Kerfers Idee, die Tribüne zu entfernen. Er schlug dann aber vor, ob dieser Standort nicht ein guter Platz für das Minispielfeld wäre. Diese Idee war jedoch schnell vom Tisch. Kinderhaus-Leiterin Andrea Ufer, die als Zuschauerin in der Sitzung war, erklärte, sie habe „Bauchschmerzen, wenn das Spielfeld so nah am Kindergarten wäre“. Schon jetzt gebe es immer wieder Probleme mit Jugendlichen, „die über die Tribüne in den Garten einsteigen und auch mal Flaschen hinterlassen“. Zudem brauche das Kinderhaus dringend die große Freifläche etwa für Veranstaltungen mit den Eltern.

Die Fläche der Tribüne soll außerdem dem Kindergarten zugeschlagen werden.

Auch Bürgermeister Max Kressirer stellte klar, dass diese Flächen für den Kindergarten wichtig wären. Außerdem werde der Unterbau für das neue Minispielfeld schon nächste Woche an anderer Stelle erstellt – das habe der Gemeinderat bereits vor längerer Zeit auf Wunsch des FCF so beschlossen. Gegen die Stimme Heilmairs votierte das Gremium dafür, die Planungen ohne Tribüne weiterzuverfolgen.

Parkplätze als Senkrechtparker am Buchenweg

Die elf Stellplätze sollen als Senkrechtparker am Buchenweg entstehen, hinzu kämen drei als Reserve im Norden. Der Vorbereich würde so – bis auf den Anlieferverkehr – autofrei bleiben. Diskutiert wurde, ob für die Stellplätze weitere Bäume gefällt oder die Straße in diesem Bereich um einen Meter verschmälert werden sollte. Dass der Gehweg dann entfallen würde, darin sieht Kerfers kein großes Problem. „Da ist jetzt nicht so viel Verkehr. . .“, meinte er zu der Straße, auf der im Norden mit Blumentrögen auf der Fahrbahn ohnehin für Verkehrsberuhigung gesorgt werde.

Gertrud Eichinger (SPD) und Franz Keimeleder (FWF) sorgten sich, dass die Stellplätze nicht breit genug sein könnten. So einigte man sich darauf, für komfortablere Parkflächen und eine unveränderte Straßenbreite weitere Bäume zu opfern. Auf den Gehsteig wird verzichtet.

Holz oder Ziegelbauweise?

Zum Gebäude selbst erklärte Architekt Heilmaier, dass eine monolithische Ziegelbauweise geplant sei, was Bernhard Faschinger (Grüne) und Jürgen Lachmann (WGN) hinterfragten. „Gerade für ein Kinderhaus fände ich Holz sehr attraktiv“, meinte Faschinger. Das sei durchaus denkbar, warf Heilmaier ein – wäre dann aber um 15 bis 20 Prozent teurer.

Insgesamt sind die Kosten mit 3,45 Millionen Euro plus rund 554 000 Euro für die Außenanlagen veranschlagt. „Das Gebäude wird in einem vernünftigen Standard in vernünftiger Preislage gebaut“, so Heilmaier. „Sperenzchen“ habe man sich keine erlaubt.

Rudolf Steger, Geschäftsführer von PLANplus, stellte im Anschluss verschiedene Varianten für Heizung/Lüftung/Sanitär vor. Die Entscheidung fiel nach ausgiebiger Diskussion über diverse Wärmeversorgungsanlagen auf eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Auf eine Lüftungsanlage für das gesamte Gebäude wird verzichtet. Man bleibt bei der vorgeschriebenen Mindestlüftung von Küche/Speisesaal und WCs.

vam

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