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Wollen für die AfD in den Finsinger Gemeinderat (vorne, v. l.): Stefan Thamhayn, Christoph Perzl, Peter Junker und Andreas Hohberger sowie (hinten, v. l.) Tobias Jaeniche, Robert Heinzler, Simone Pausch und Mario Hüttl. Kreisvorsitzender Wolfgang Kellermann fungierte als Wahlleiter. 

Peter Junker als Spitzenkandidat

AfD Finsing stellt Gemeinderatsliste auf: „Wir sind gar nicht so böse“

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In Hinblick auf die Kommunalwahlen 2020 in Bayern hat nun auch in Finsing die AfD eine Gemeinderatsliste aufgestellt.

Finsing/Eichenried Nach Erding, Bockhorn, Moosinning und Taufkirchen hat die AfD auch für Finsing eine Gemeinderatsliste aufgestellt – allerdings in Eichenried. „Wir haben in Finsing kein Lokal bekommen“, sagte Kreisvorsitzender Wolfgang Kellermann bei der Begrüßung im Gasthof Stangl. „Traurig, dass es so ist.“

Es sei eine „Wahnsinnsleistung, dass wir in so vielen Gemeinden antreten können“, meinte Kellermann. In Dorfen fand die Nominierungsversammlung am gestrigen Montag statt, außerdem habe man eine Kreistagsliste aufgestellt. Wenn man mit der AfD in Kontakt komme, werde man sehen: „Wir sind gar nicht so böse.“

Kellermann: „Wenn in diesem Land alles in Ordnung wäre, gäbe es die AfD nicht.“

Die jüngsten Wahlergebnisse in den neuen Bundesländern kommentierte Kellermann mit den Worten: „Im Osten sind wir bereits Volkspartei.“ Schmunzelnd fügte er hinzu: „Die Ossis sind halt aufgeschlossener.“ Sein Fazit: „Wenn in diesem Land alles in Ordnung wäre, gäbe es die AfD nicht.“

Vor sechs stimmberechtigten Mitgliedern und rund 20 Gästen schritt Kellermann als Wahlleiter zur Tat. Erster Beschluss war, dass man eine offene Liste aufstellen wolle, dass also auch Nichtmitglieder kandidieren dürften. Jeder Platz wurde einzeln gewählt, meist einstimmig.

Junker: „Ich möchte die Bürger ermutigen, die Wahrheit zu sagen“

Als Spitzenkandidat geht Peter Junker in den Finsinger Kommunalwahlkampf. „Ich möchte die Bürger ermutigen, die Wahrheit zu sagen, kein Thema darf ausgeklammert werden“, betonte er bei seiner Vorstellungsrede. Zu den potenziellen AfD-Kandidaten sagte der 61-Jährige: „Ihr seid meine Helden. Ihr wisst, was auf euch zukommt, aber das müsst ihr aushalten.“ Junker streifte einige ihm wichtige Themen und meinte schließlich zur Klima-Diskussion: „Ich will nicht, dass Finsing den Klimanotstand ausruft. Existenzschutz geht vor Klimaschutz.“ Auch forderte Junker den Abschluss von kollektiven Haftpflichtversicherungen für Flüchtlinge („Wenn sie versehentlich jemandem einen Schaden zufügen“) und „sichere Orte statt sicherer Häfen“.

Kommunalwahl 2020. Welche Aufgaben hat der Bürgermeister?

„Es schadet nicht, wenn die AfD in den Gemeinderäten sitzt“

Die weiteren Kandidaten verzichteten auf längere Wortbeiträge, so wurde recht zügig gewählt. Die beiden ersten Kandidaten werden auf dem Stimmzettel je dreimal aufgeführt, die Plätze drei bis sechs je zweimal, die Plätze sieben und acht je einmal.

„Es schadet nicht, wenn die AfD in den Gemeinderäten sitzt und den anderen Parteien auf die Finger schaut“, meinte Kellermann. Was die Landes- und Bundespolitik betrifft, prophezeite er: „Sobald die Hetze gegen uns abgeklungen ist, wird es so sein, dass die Union nicht mehr an uns vorbeikommt und mit uns regieren muss.“

Die Liste der AfD Finsing

1. Peter Junker, 2. Christoph Perzl. 3. Stefan Thamhayn (parteilos), 4. Andreas Hohberger, 5. Mario Hüttl, 6. Robert Heinzler (parteilos), 7. Tobias Jaeniche, 8. Simone Pausch (parteilos); Ersatz: Urban Baumschlager (parteilos).

Alles Wichtige zur Kommunalwahl 2020 im Kreis Erding finden Sie auf unserer Themenseite.

Auf dem AfD-Parteitag wurde ein neuer Partei-Chef gewählt: Direkt danach gab der Gewinner Tino Chrupalla ein ZDF-Interview und geriet mächtig ins Schwitzen.

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