Danke für den Besuch: Bürgermeisterkandidat Dieter Heilmair (r.), Spitzenkandidatin Julia Manu und Ortsvorsitzender Robert Schönhofen (v. l.) überreichten Edmund Stoiber (2. v. r.) ein Geschenk. Landtagsabgeordnete Ulrike Scharf führte den Dialog mit dem Gast. 
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Danke für den Besuch: Bürgermeisterkandidat D ieter Heilmair (r.), Spitzenkandidatin Julia Manu und Ortsvorsitzender Robert Schönhofen (v. l.) überreichten Edmund Stoiber (2. v. r.) ein Geschenk. Landtagsabgeordnete Ulrike Scharf führte den Dialog mit dem Gast. 

Politischer Abend 

Edmund Stoiber zu Gast in Finsing: „Kommunalpolitik ist die Königsdisziplin“

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
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Bei bester Laune präsentierte sich der ehemalige Bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber bei der CSU Finsing. Im voll besetzten Faltermaier-Saal in Eicherloh schlug der 78-Jährige aber auch nachdenkliche und kritische Töne an.

Finsing – Mit dem Bayerischen Defiliermarsch wurde Edmund Stoiber, der von 1993 bis 2007 Ministerpräsident war, „hereingespielt“. CSU-Bürgermeisterkandidat Dieter Heilmair erklärte bei der Begrüßung, dass die Gemeinde Finsing „im Drei-Länder-Eck liegt, wir grenzen direkt an die Landkreis Ebersberg und München an – und das spüren wir“. Er streifte aktuelle Finsinger Themen und sagte, er wolle ein Ärztehaus. „Das wird nicht leicht, da müssen wir dranbleiben.“ Ein großes Problem sei: „Wir haben keine Gewerbeflächen mehr.“ Die brauche man aber, um vor allem das heimische Handwerk zu fördern.

Bürgermeisterkandidat Dieter Heilmair: „Wir haben eine tolle Basis“

Finsing habe 16 Gemeinderäte und sieben Gruppierungen, die bei den Wahlen antreten. „Da weiß man, was auf einen als Bürgermeister zukommt“, stellte Heilmair fest. „Da geht’s darum, mit verschiedenen Gruppierungen Mehrheiten zu finden, und diese Herausforderung reizt mich.“ Er betonte: „Wir in Finsing haben eine tolle Basis und hohe Geschlossenheit.“ An Stoiber gerichtet sagte Heilmair schmunzelnd: „1974 war ein großer Meilenstein für uns. Ich bin geboren worden und sie sind erstmals in den Landtag eingezogen.“

Dann übergab er das Wort an Landtagsabgeordnete Ulrike Scharf, die an zwei Stehtischen einen entspannten Dialog mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten führte, der 34 Jahre lang im Landtag saß. Er sei damals selbst im Kreistag gewesen, antwortete er auf Scharfs Frage. Was Heilmair betrifft, so meinte Stoiber: „Der kennt sich aus, der will was bewegen.“ Die Kommunalpolitik sei für ihn die „Königsdisziplin“ betonte der CSU-Ehrenvorsitzende.

Edmund Stoiber: „Natürlich gibt es Emotionen in der Politik“

Er erzählte dann, wie er von Franz Josef Strauß zum Generalsekretär ernannt worden war und dabei den Vorzug vor Otto Wiesheu bekommen hatte. Im Parteienspektrum habe sich mittlerweile viel verändert. „Natürlich gibt es Emotionen in der Politik“, betonte er. „Auseinandersetzungen ja, aber kein Hass.“ Auf Scharfs Frage, ob sich Volksparteien neu definieren müssten, stellte Stoiber fest, das Wesen einer Volkspartei seien Kompromisse. Der linke und rechte Rand bräuchte diese Kompromisse nicht. „Das Wesen einer Volkspartei ist, dass sie nicht ein Ziel verabsolutiert.“

Hasskommentare im Netz: „Die Anonymität muss aufgehoben werden“

Was das Thema Migration betrifft, so dürfe sich 2015 nicht wiederholen. „Das war ein Kontrollverlust des Staates“, betonte Stoiber. Momentan in Griechenland stehe Europa hilflos da. „Das Problem ist, wir sind allein, die USA halten sich raus.“ Sein Fazit: „Mit dem erpresserischen Erdogan muss ein Abkommen gefunden werden.“ Und auch mit Putin müsse mit aller Härte verhandelt werden, denn: „Der Schlüssel zu Nahen Osten liegt nicht mehr in Washington, sondern in Moskau.“

Abschließend ging der CSU-Ehrenvorsitzende noch auf den Hass im Internet ein und forderte: „Die Anonymität muss aufgehoben werden. Die Hasskommentare bei Facebook müssen nicht nur gelöscht, sondern auch gemeldet und verfolgt werden.“

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