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Ein Streich wird gleichermaßen bestraft: Als Tante Zenta (Luise Fischer, v. l.) einen Ohnmachtsanfall vorspielt, erhält sie von Simmerl (Sigi Käser) eine Dusche. Sigis Freund Hans (Anton Schnalke) beobachten das Ganze etwas erschrocken.

Trachtenverein Goldachtaler Eicherloh

Der Krach-Simmerl erschreckt sogar die Zuschauer

Eicherloh – Zurück ins Lausbuben-Alter versetzt der Trachtenverein Goldachtaler Eicherloh seine Theaterbesucher. „Männer sind doch ihr ganzes Leben lang Kinder“ – diese Aussage sorgte vor allem bei den weiblichen Gästen für viel zustimmenden Applaus. Zumindest im Eicherloher Bürgerhaus dreht sich die nächsten zwei Wochen tatsächlich alles um zwei Männer im mittleren Alter, die zu gerne ihr Umfeld veräppeln.

Zum 70-jährigen Jubiläum präsentiert der Trachtenverein Goldachtaler Eicherloh eine Wiederholung. Schon vor 23 Jahren wurde nämlich der Schwank „No amoi a Lausbua sei“ aufgeführt. Am Premieren-Wochenende zeigte sich: Für ein schönes Geburtstagsjahr hat sich der Verein genau das richtige Stück ausgesucht.

Zum Inhalt: Der in die Jahre gekommene Bauer Simmerl (Sigi Käser) hat ein neues Hobby gefunden: Er liebt es, das ganze Dorf mit einer alten Böllerkanone zu erschrecken – aber nicht nur die Dorfbewohner zuckten zusammen. Sogar das Publikum riss es beim ersten, unerwarteten Schuss aus den Stühlen. Im Ort wird der Bauer anfangs als verrückter „Krach-Simmerl“ verspottet – sehr zum Unwesen seiner Frau Kathl (Margit Rüdiger), die ihm regelmäßig Standpauken hält.

Einen Verbündeten, der sich ebenfalls nach der Zeit der Bubenstreiche zurücksehnt, findet Simmerl in seinem alten Freund Hans (Anton Schnalke). Dieser schlüpft in die Rolle eines Professors und macht dem ganzen Dorf weiß, dass Simmerl eine legendäre Erfindung geschaffen hat und in der Wissenschaft mal zu den ganz Großen gehören wird. Insbesondere der Bürgermeister (Claus Emig) und der Großbauer (Hans Frantz) wittern ihre Chance und tragen Simmerl ab sofort auf den Händen.

Es kommt fast so rüber, dass Käser und Schnalke tatsächlich viel Spaß daran haben, auf der Bühne Schabernack zu treiben. Die Spielfreude der beiden steckte die Zuschauer sofort an und sorgte für unendlich viel Gelächter. Als Theater-Talent stellte sich auch der junge Sebastian Staudt (hatte 2015 nur eine Kurzrolle) als Simmerls Neffe Jakob heraus, der sein Herz an die nicht weniger talentierte Bernadette Bachschneider (Rolle Loni) verliert.

Ein Gewinn ist auch die freche Veronika Fischer. Mit viel Charme und Frische verkörperte sie die aufdringliche Magd Stasi, die ebenfalls ein Auge auf Jakob geworfen hat. Ebenfalls viele Lacher bekam Luise Fischer als vornehme, aber etwas egoistische Tante Zenta. Den aufmerksamen Gendarm spielte Goldachtaler-Chef Anton Kollmannsberger. Bei der Dorffeier im zweiten Akt wirkten zudem die „Petermann Musi“ sowie Lilli und Luca Wildgruber als Dorfkinder mit.

Die Kartennachfrage für „No amoi a Lausbua sei“ war bereits im Vorfeld riesig. Alle weiteren Aufführungen an den nächsten beiden Wochenenden sind so gut wie ausverkauft. Auskunft über eventuelle Restkarten gibt es im Bürgerhaus unter Tel. (0 81 23) 98 99 844.

Wie endet der Schwindel der beiden Lausbuben? Zwar kommt die neugierige Krämerin (Rosemarie Laurent) den Schlitzohren auf die Schliche. Aber nicht nur sie und der Huberbauer (Spielleiter Jakob Reiser) decken sie – das ganze Dorf spielt erst einmal mit. Selbst die Magd Stasi treibt zum Schluss Unfug. Und irgendwie hat man am Ende nach so vielen Streichen sogar im Publikum Lust, sich einfach mal wieder wie ein „Lausbua“ zu benehmen. Markus Ostermaier

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