Landkreisübergreifendes Bündnis

Verkehrskonzept für den Münchner Osten

Landkreis – Frei von Partei- und Gemeindegrenzen haben sich zehn Bürgermeister aus den Landkreisen Erding, Ebersberg und München zusammengetan, um ein, wie sie selbst sagen, Langzeitprojekt in Angriff zu nehmen.

Aufgrund des stetigen Wachstums im Osten von München wollen sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept erreichen, dessen Umsetzung dafür sorgen soll, dass die Kommunen nicht im Auto- und Schwerlastverkehr ersticken. Feldkirchens Bürgermeister Werner van der Weck spricht von einer „Wunderidee“, die gesucht werde.

Fürwahr keine leichte Aufgabe, aber: „Wir müssen wegkommen von der Kirchturmpolitik“, sagt Plienings Bürgermeister Roland Frick. Maximilian Böltl (Kirchheim) erläutert: „Die Verkehrsplanungen dürfen nicht mehr so laufen, dass die Umgehungsstraße einer Gemeinde die Durchgangsstraße einer anderen wird.“

Vorige Woche hat sich das Gremium, das sich Ende 2016 zusammengetan hat, bereits zum dritten Mal getroffen – jetzt erstmals mit Beteiligung der Presse. Einen Namen für das Bündnis, dem als einziger aus dem Landkreis Erding Finsings Bürgermeister Max Kressierer angehört, gibt es nicht. Neben ihm sitzen Albert Hingerl (Poing), Frick (Pliening), Georg Hohmann (Markt Schwaben), Georg Reitsberger (Vaterstetten), Rupert Ostermair (Forstinning) und Franz Finauer (Anzing, alle Landkreis Ebersberg) sowie Böltl (Kirchheim), van der Weck (Feldkirchen) und Thomas Glashauser (Aschheim, alle Kreis München) im Boot.

Ziel ist es, insbesondere den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sowie Fahrradstrecken auszubauen beziehungsweise grenzüberschreitend besser miteinander zu verbinden. Außerdem bekräftigen die Rathauschefs, dass die S 2 Ost unbedingt den Zehn-Minuten-Takt benötige, um dem stetigen Zuwachs an Einwohnern und Unternehmen im Münchner Osten bewältigen zu können. Das Wachstum und der zusätzliche Verkehr seien eine „dramatische Entwicklung“.

Die Bürgermeister legen eigenen Worten zufolge den Schwerpunkt bewusst nicht auf den Ausbau von Straßen, etwa der heute schon zu Pendler-Spitzenzeiten überlasteten A 94, sondern hoffen, den ÖPNV durch einen Ausbau attraktiver zu machen. Das Ziel: Die Menschen weg vom Auto hinein in Bus und Bahn bringen. Dies gelte für diejenigen, die zum Arbeiten nach München fahren, wie auch für jene, die zwischen den Gemeinden unterwegs sind. „Mittlerweile arbeiten viele Poinger in unseren Firmen im Gewerbegebiet und umgekehrt“, sagt etwa Böltl aus Kirchheim.

Die Kommunen wollen in Sachen Verkehr dauerhaft zusammenarbeiten. Das lose Bündnis hofft, sich dadurch Gehör bei der Stadt München und bei der Staatsregierung zu verschaffen. „Wir sind der Meinung, dass zehn Gemeinden mehr Gewicht haben als eine einzige“, erklärt Frick, der mit Hingerl und Böltl den Zusammenschluss koordiniert und das operative Geschäft übernimmt.

Als nächster Schritt sollen die jeweiligen Gemeinderäte informiert werden, danach wird das erste Ziel angegangen: die Erstellung eines Verkehrsgutachtens für das Verkehrs-Dreieck zwischen B 304 bei Vaterstetten, entlang der A 99 bis hin zu den Gemeinden an der A9 4 und jenen, die im Norden an die Ost-Autobahn angrenzen. 

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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