Mehr Busse und andere Abfahrtszeiten an der Schule Finsing

„Ein sehr geregelter Schulbusbetrieb“

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In Finsing werden im kommenden Schuljahr 60 zusätzliche Schüler erwartet. Das stellt den Schulverband vor Herausforderungen, was die Beförderung der Kinder angeht. Schon jetzt gibt es Engpässe.

Finsing– Die Erstellung der Busfahrpläne für die Schüler an der Schule Finsing ist hoch komplex. Es gibt viele potenzielle Haltestellen, von denen die Kinder aus den Mitgliedsgemeinden des Schulverbands – Finsing, Neuching, Moosinning – abgeholt werden. Das Schulhaus in Neuching sowie Angebote wie Nachmittagsunterricht und Offene Ganztagsschule machen die Sache noch komplizierter. Hinzu kommt, dass es schon jetzt Engpässe gibt.

„Außerdem müssen die Schüler aus Schnabelmoos sehr früh in den Bus einsteigen, um 6.53 Uhr“, erklärte Finsings Bürgermeister Max Kressirer (WGE) in der Sitzung der Schulverbandsversammlung. Er habe sich deshalb „die Mühe gemacht, einen Busfahrplan zu entwerfen, der für alle vier Linien zur gleichen Zeit beginnt“. Sie würden demnach alle gegen 7.20 Uhr starten.

Die Mittagslinie bleibe größtenteils unverändert. Für die Nachmittags- und Ganztagsschüler wird bisher nur ein Bus eingesetzt. „Der ist sehr lange unterwegs. Es ist dringend notwendig, dass wir nachmittags einen zweiten Bus einsetzen“, so Kressirer. Insgesamt würden dafür in den Etat 230 000 statt bisher 180 000 Euro eingestellt.

Die Mitglieder der Versammlung folgten einstimmig Kressirers Vorschlag, ab dem Schuljahr 2018/19 morgens und am Nachmittag jeweils einen Bus mehr einzusetzen, um die Fahrzeiten kurz zu halten und die Fahrten zu entzerren. Angetan waren sie davon, dass künftig alle Frühbusse gegen 7.20 Uhr starten.

Haltestellen: „Kein Fass aufmachen“

„Das ist ein sehr geregelter Schulbusbetrieb mit sehr geregelten Abfahrtszeiten“, fasste Kressirer zusammen. „Top“, meinte Georg Nagler (SPD, Moosinning). Für Pamela Kruppa (CSU, Moosinning) kommen kürzere Warte- und Fahrzeiten den Schülern nur zugute. Und Beatrix Ertl (CSU, Neuching) meinte, je weniger Zeit die Schüler in den Bussen verbrächten, umso weniger Unsinn falle ihnen ein (siehe unten).

Im Beschluss festgehalten wird zudem, dass an den wenigen Tagen, an denen alle Schüler um 11.15 Uhr aus haben, auch mittags ein vierter Bus eingesetzt wird.

Länger fiel die Diskussion darüber aus, wie mit Haltestellen verfahren wird, bei denen keine Beförderungspflicht besteht. Laut Gesetz müsse befördert werden, wenn der Weg zur Schule für Grundschüler länger als zwei Kilometer und für Mittelschüler ab Jahrgangsstufe fünf länger als drei Kilometer ist. „Wenn wir immer mehr Haltestellen aufnehmen, explodiert unser System irgendwann, weil wir immer mehr Umwege fahren müssen“, erklärte Kressirer die Problematik. Konkret ging es um Finsingerau und Auto Arlt. Beide Haltestellen werden teilweise bereits angefahren. Dies beizubehalten, koste Zeit und Geld, wäre aber möglich. Aber wie mit anderen Haltestellen umgehen, die dann gewünscht werden?

„Man wird nie alle Wünsche erfüllen können. Aber wo es geht, da sollte man alle Kinder mitnehmen“, meinte Hans Peis (CSU Neuching). Dennoch müsse man die Situation im Verhältnis sehen: „Wir sind für die Gesamtschülerschaft zuständig, und der Gesetzgeber gibt einen gewissen Rahmen vor“, sagte Peis. Das sah auch Kruppa so. „Bei allem Verständnis: Ich halte es für schwierig, Ausnahmen zu machen.“ Nagler warnte davor, „ein Fass aufmachen. Man muss eben auf die gesetzlichen Bestimmungen pochen.“ Dieter Heilmair (CSU, Finsing) hingegen befürchtete, dass man sich durch einen radikalen Beschluss den Spielraum für Kompromisse kaputt mache.

So fiel die Entscheidung, zwar keine weiteren Haltestellen aufzunehmen, aber auch keine zu streichen. Mitte des nächsten Schuljahres soll dies erneut einmal überprüft werden.

Überlandbus gegen Vandalismus

Grünes Licht gaben die Mitglieder der Schulverbandsversammlung für eine Anfrage des Busunternehmens, das mit der Schülerbeförderung beauftragt ist. Laut Finsings Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzendem Max Kressirer (WGE) würde sich das Unternehmen gerne einen Überlandbus kaufen und diesen auf einer Linie einsetzen. Der Grund dafür: Auf ebendieser Linie fahren Vandalen mit, die der Busfirma nach Kressirers Worten in manchen Wochen Schäden in Höhe von bis zu 1500 Euro bescheren. „Da werden Sitze aufgeschlitzt oder Tische und Griffe abgebrochen. Das hört nicht auf“, sagte Kressirer und verwies darauf, dass man den Bus seit einiger Zeit per Video überwache. Eigentlich sind in Finsing Reisebusse in der Schülerbeförderung eingesetzt, die über Tische, Gepäcknetze, Kofferraum und Toilette verfügen. Diese Ausstattung hat besagter Überlandbus nicht. Dafür gibt es 66 Sitz- sowie zehn Stehplätze – und damit mehr als in den Reisebussen. Die Schulverbandsversammlung hatte keine Einwände.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa-tmn

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