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Interesse zeigten die Besucher des Umwelt-Aktionstags im Neufinsinger Sportheim.

Umwelt-Aktionstag

Mehr Unkraut in die Küche

Finsing – Bereits im Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung auf rund 10 Milliarden ansteigen. Mit der Frage, wie dann noch alle Menschen satt werden können, beschäftigten sich die Besucher des Umwelt-Aktionstags von SPD und Wählerforum Finsing, denn dieser stand unter dem Motto „Welternährung und Regionalität“.

Bereits zum dritten Mal wurde der Finsinger Umwelttag organisiert. Passend zum Motto eröffnete die Grünen-Gemeinderätin Andrea Struck ein reichhaltiges Frühstücksbuffet mit regionalen Köstlichkeiten. Den rund 70 Besuchern bot sich zudem die Möglichkeit, sich an Infoständen rund ums Thema Umwelt und Ernährung in der Region zu informieren. So präsentierte Amadé Billesberger seinen Biohof aus Moosinning. Regionale Produkte wie Bio-Eier und unterschiedliche Mehlsorten sind in seinem Hofladen erhältlich.

Mut bewiesen haben die Gäste an Irena Meilicks Stand. Die Erdinger Kräuterpädagogin hatte eine Brennesselquiche zubereitet. „Die Brennessel ist eigentlich das Superkraut schlechthin“, motivierte sie ihre anfänglich skeptischen Zuhörer, und konnte sie schließlich überzeugen, sich auf den würzigen Geschmack einzulassen. „Unkraut gehört wieder mehr in die Küche, denn es hat einen großen Wert für uns“, erklärt die 32-Jährige im Gespräch mit der Heimatzeitung. So seien keine Vitaminpräparate mehr notwendig, wenn sogenannte Wildkräuter wieder vermehrt gegessen würden.

Für eine rege Diskussion unter den Anwesenden sorgte anschließend die Filmvorführung der Dokumentation „10 Milliarden – wie werden wir alle satt“, in der nach Lösungen für das weltweite Ernährungsproblem gesucht wird. Insbesondere die Zuschauer wurden aufgerufen, das persönliche Essverhalten zu überdenken. Durch die Debatte geführt hatte der ehemalige BR-Journalist Heiner Müller-Ermann, der die Finsinger aufforderte, in der eigenen Umgebung zu beginnen: „Viele Tropfen ergeben irgendwann ein volles Glas.“

Konkrete Ideen hat Andrea Struck bereits im Kopf. „Es sollten vermehrt Dinge gepflanzt werden, die essbar sind. Also mehr Obstbäume und Beerensträucher“, denkt sie. Struck zeigt sich zufrieden mit dem Aktionstag, denn die Finsinger hätten großes Interesse gezeigt. Pläne für 2017 hat sie bereits. „Ein Markt mit ausschließlich regionalen Anbietern wäre toll.“

Julia Adam

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