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Die drei besten Abschlussschüler der 9a mit Klassenlehrerin Viktoria Ziechaus (v. l.): Maximilian Eberl (Note: 1,9) will in den 9+2-Zug steigen. Sein Berufswunsch: Polizist. Luis Fellermair (Note: 1,8) will bei einer Firma in Altenerding eine Lehre als Feinwerkmechaniker beginnen. Auch für Julia Pleithner (Note: 1,8) steht der 9+2-Zug bereit. Danach möchte sie Kauffrau für Büromanagement lernen. Rektor Stephan Rettig (r.) gratulierte seinen Schützlingen zu ihren guten Leistungen.

Zeugnisübergabe an der Mittelschule Finsing

„Ein ganz besonderer Jahrgang“

  • Henry Dinger
    vonHenry Dinger
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In zwei Gruppen wurden an der Mittelschule Finsing die Zeugnisse übergeben.

Finsing– Zum Glück hat die Mittelschule Finsing kein Platzproblem. So konnten die beiden Abschlussklassen 9a und 10V2 zur Abschlussfeier jeweils in eine andere Turnhalle einrücken. Auch die Schulleitung hatte sich geteilt: Die Neuntklässler wurden von Konrektorin Antje Dürr und Klassenleiterin Viktoria Ziechaus verabschiedet, in der Vorbereitungsklasse übernahmen Rektor Stephan Rettig und Benjamin Ertl als Klassenlehrer Abschlussreden und Zeugnisausgabe.

In der Turnhalle der 10V2 wurden aus Stühlen kleine Inseln gebildet, wo Eltern und Schüler gemeinsam Platz nehmen konnten. Obwohl ein turbulentes Schuljahr hinter allen lag, hatte Rettig den Humor nicht verloren: „Eigentlich wollten Herr Ertl und ich singen, aber das ist ja nun leider verboten“, scherzte er. Dass es auch mit der Musik aus der Konserve wegen eines technischen Problems nicht klappte, tat der Stimmung keinen Abbruch. „Wir hätten nun ,Auf uns‘ von Bourani gehört, das hätte gut gepasst“, so Rettig.

In seiner recht kurzen Ansprache ging er auf die Corona-Krise ein, die der Schule am 16. März die Schließung bescherte. „Wir wussten nicht, wie es weitergeht“, so der Rektor. Zwei Jahre auf einen Abschluss hin zu arbeiten und dann so kurz vor dem Ziel geblockt zu werden, sei schlimm gewesen. Aber in der Krise habe sich auch der Zusammenhalt der Schulgemeinschaft gezeigt. Dank guter Motivation und Einsatzbereitschaft aller hätten die Schüler der Vorbereitungsklasse hervorragende Ergebnisse hingelegt. Denn vor Corona gab es die üblichen Anlaufschwierigkeiten.

Vor allem Klassenlehrer Benjamin Ertl gebühre ein großes Lob. Er habe es nicht nur geschafft, in kurzer Zeit eine Klassengemeinschaft aus den damals von verschiedenen Schulen kommenden Jugendlichen zu bilden, sondern sie auch in der Zeit des Lockdowns zusammenzuhalten. Aber auch an die anderen Lehrkräfte und an die Eltern richtete der Rektor Dankesworte.

Mit der Mittleren Reife in der Tasche wurden die Absolventen der Klasse 10V2 an der Mittelschule Finsing verabschiedet. Neben Klassenlehrer Benjamin Ertl (v. l.) sind hier die drei Besten zu sehen: Lisa-Marie Killinger (Note: 1,78) möchte weiter die Fachoberschule besuchen. Daniela Eberl (Note: 1,67) will eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement beginnen. Und Philip Scheipl (Note: 1,67) möchte Industriekaufmann werden.

Rettig betonte, dass die Absolventen nun mit der Mittleren Reife einen weiteren Schritt in ihrer Berufsausbildung erreicht hätten, der ihnen weitere Türen öffne – egal, ob sie eine weitere Schule besuchen oder eine Lehre beginnen. Das Geld, das auch der Staat in Bildung investiere, sei gut angelegt. Wie wichtig Bildung sei, habe schon John F. Kennedy erkannt, der sagte: „Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung.“

Nach Rettig ergriff Ertl das Wort. Es seien heuer ganz besondere Bedingungen gewesen, unter denen ein ganz besonderer Jahrgang herangereift sei. „Mit diesen Ergebnissen könnt ihr ganz besonders zufrieden sein“, so der Klassenleiter. Lange habe man nicht gewusst, ob man diesen Abschluss überhaupt gestalten könne.

Für seine Klasse hatte der Lehrer, wie schon bei den Absolventen in den Vorjahren, eine besondere Überraschung parat. „Wir wollten eigentlich eine Abschlusszeitung gestalten, in der jeder Schüler wie in einer ,Verbrecherakte‘ dargestellt ist“, so Ertl. Die entsprechenden Fotos warf er mit dem Beamer auf die Wand und erzählte dazu eine fiktive Geschichte. Sie drehte sich darum, dass die Schüler nach einem Jahr aus dem Knast entlassen werden und ein Klassentreffen veranstalten. Dabei erzählt jeder, was aus ihm geworden ist. Mit viel Witz ging der Lehrer auf jeden einzelnen ein und würzte das Ganze mit Fotomontagen von den Wunschberufen und wahren Episoden aus den Schuljahren.

Auch die Absolventen hatten ein kleines Abschiedsgeschenk in Form einer Powerpoint-Präsentation aus Fotos für ihren Lehrer vorbereitet. Gestaltet wurde sie von Zoe Töpel und Julia Rutzmoser. „Dieser Abschluss mit großen Hürden war etwas Besonderes“, sagte Töpel. Dennoch habe ihn jeder geschafft. Das sei in erster Linie ihrem Klassenleiter Ertl zu verdanken gewesen. Jetzt sagen zu können, „ich habe die Mittlere Reife“, höre sich richtig gut an, meinte Töpel, die ebenfalls den Eltern dankte.

hd

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