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Ist stolz auf seine Modelleisenbahn: Burkhard Geisberg mit einem seiner Enkelkinder.

Faszination Modelleisenbahn

Burkhard Geisberg hat eine Mini-Gleiswelt im Keller

Mit einer kleinen Märklin-Eisenbahn hat vor vielen Jahren alles angefangen. Inzwischen hat Burkhard Geisberg aus Neufinsing eine große Modelleisenbahn im Keller. Und die Märklin-Bahn, die fährt immer noch.

Neufinsing – Ein mittlerweile fast zur Ausnahme gewordenes Hobby pflegt Burkhard Geisberg in seinem Keller in Neufinsing. Dort hat er sich in den vergangenen Jahren eine Modelleisenbahn auf drei Ebenen aufgebaut. 1,90 auf 2,20 Meter ist die Modellbahn im extra dafür eingerichteten Kellerraum mittlerweile groß. 19 Lokomotiven kann er dort auf drei Ebenen fahren lassen. Die längste Rundstrecke kann dabei 140 Meter betragen.

Mit Technik hatte Burkhard Geisberg eigentlich nie viel am Hut

Dabei hat der 70-Jährige den Großteil der Bahn selbst gebaut und verkabelt. Und das, obwohl der Modellbahnliebhaber beruflich rein gar nichts mit technischen Dingen zu tun hatte, wie er im Gespräch mit der Heimatzeitung verrät. Sein Leben lang hat sich Geisberg nach seinem BWL-Studium mit Versicherungen beschäftigt, dort unter anderem im Außendienst, als Weiterbildungsreferent und als Bildungsleiter gearbeitet.

Seine Liebe zur Modellbahn habe sich schon in frühen Kinderjahren entwickelt. Auslöser sei eine kleine Märklin-Eisenbahn gewesen, die er gemeinsam mit seinem Bruder geschenkt bekommen hatte. „Die Lokomotive von damals ist sogar heute noch dabei, und sie fährt immer noch“, erzählt Geisberg mit einem Schmunzeln. Die Bahn blieb für die Brüder stets etwas Besonderes, denn sie wurde lediglich zu Weihnachten aufgebaut. Als Geisbergs Vater 1975 beruflich nach Murnau versetzt wurde, bot sich die Gelegenheit, eine Modellanlage zu bauen, ohne sie ständig auf- und abbauen zu müssen, wie der aus Münster stammende Wahl-Neufinsinger erzählt. Auch als er vor 21 Jahren nach Neufinsing gezogen ist, stand für ihn fest: Der Keller gehört der Anlage.

„So eine Bahn zu bauen ist gar nicht so leicht“

Seither widmet er der Modellbahn viel Zeit und Geduld, denn: „So eine Bahn zu bauen ist gar nicht so leicht.“ Schon der Bauplan, den sich Geisberg von einem Profi genau nach seinen Wünschen hat erstellen lassen, war eine komplizierte Angelegenheit. „Ich habe damals eine Bahn in einer ähnlichen Form, wie ich sie jetzt habe, in einem Märklin-Magazin gesehen“, erzählt er. Zahlreiche Details wollte Geisberg dennoch anders gestalten.

Zusammengebaut und angeschlossen hat er alles selbst. „Das sind sicherlich an die 200 Kabel im Schaltpult“, verrät er. Die Bereiche der Bahn hat er zudem auf mehrere Trafos aufgeteilt, denn „einer ist für eine Bahn solcher Größe zu schwach“.

Die Enkelkinder erfreuen sich am Hobby des Opas

Auch die liebevoll gestaltete Landschaft rund um die Schienen mit beleuchteten Häusern, Kirchen, Bahnhöfen, Bäumen, Sträuchern und Straßenlaternen stammt größtenteils aus Geisbergs Händen. „Ich bin technisch eigentlich nicht so gut veranlagt, aber durch das Hobby entwickelt sich das doch“, meint er. Wie viele Stunden Arbeit Geisberg in die Modellbahn gesteckt hat, kann er nicht sagen. Schätzen würde er den materiellen Wert der Anlage auf etwa 5000 Euro. „Das ist auch der Grund, weshalb junge Leute sich nicht mehr mit diesem Hobby beschäftigen“, vermutet er: „Das ist alles sehr empfindlich und enorm teuer.“

Glück haben da Geisbergs acht Enkelkinder. Diese dürfen die Anlage freilich nutzen, wie Geisberg erzählt. „Sie sollen sie einfach benutzen, auch, wenn dann eben mal der eine oder andere Zusammenstoß auf den Schienen passiert. Das gehört dazu, und so etwas muss die Bahn auch aushalten.“ Generell beschäftigt sich Geisberg vorrangig nur noch mit Reparaturen und Verbesserungsarbeiten. Größer soll seine Modellbahn nicht mehr werden. „Man hat so eindeutig schon genug zu tun“, sagt er.

Julia Adam

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