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Großer Moment: Rathauschef Max Kressirer (r.) steckte Bürgermedaillenträger Josef Rader das Abzeichen an.

Nachruf auf Josef Rader

„Der Trachtenverein war Sepp Rader“

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Der Heimat- und Volkstrachtenverein Goldachtaler Eicherloh war sein Leben. Nun ist er kurz vor seinem 85. Geburtstag verstorben.

Vorderes Finsingermoos/Eicherloh – Josef Rader, den alle nur Sepp nannten, engagierte sich wie kein anderer für „seinen“ Verein. Immer fesch in Trachtengewand gekleidet – Jeans verschmähte er – war der Ehrenvorstand, langjährige Spielleiter der Theatergruppe und jahrzehntelanger Akteur bei allen Veranstaltungen dabei. Er förderte die Jugend und hatte stets ein offenes Ohr für alle Anliegen. Neun Tage vor seinem 85. Geburtstag ist der Rader Sepp nach langer, schwerer Krankheit zuhause gestorben.

1948, im Alter von 16 Jahren, hatte Sepp Rader bei „Jennerweins Ende“ zum ersten Mal Bühnenluft geschnuppert. Ein Jahr später wurde er Jugendleiter. Und auch die erste Hauptrolle ließ nicht lange auf sich warten. Viele Jahre waren Rader und Rosemarie Laurent das Traumpaar auf der Bühne.

Sein privates Glück hatte Rader mit Ehefrau Lydia gefunden. Die fesche Gretl-Frisur hatte ihm bei Lydia Krieger auf Anhieb gefallen. Er forderte die junge Frau zum Tanz auf. Am 19. Mai 1956 heirateten die beiden und bekamen mit Josef, Herbert, Max, Veronika, Margit und Helmut sechs Kinder. Hart traf die Raders der Tod des kleinen Helmut im Alter von neun Monaten. Lydia Rader verstarb am 3. März 2013.

Zeit ihres Lebens hatte Lydia Rader ihrem Mann stets den Rücken freigehalten, sich um die Kinder und die kleine Landwirtschaft im vorderen Finsingermoos gekümmert. Montags bis freitags hatte Sepp Rader in den Bergen Leitungen und Antennen auf Gittermasten gebaut, wie etwa auf dem Wendelstein oder der Zugspitze. Dabei entdeckte Rader seine Liebe zu den Bergen. Er kannte sämtliche Gebirge, Wege und Hütten. Von der Arbeit zurück, stand zur Theaterspielzeit am Freitagabend schon die erste Probe an. Am Sonntag war die zweite – und Sepp Rader natürlich immer mittendrin. „Der Pfannenflicker Sepp“ (März 1992) war sein Lieblingsstück. Aber auch „Amor im Paradies“ (Dezember 1984 und März 2000) und „Der verkaufte Großvater“ (März 1944 und März 1966) hatten es ihm angetan. Eines hatte für Rader immer Priorität: „Beim Theater wird Bairisch gredt“, betonte er immer wieder.

Seine Verdienste um die Trachtler sind schier unglaublich. Er war Gründungsmitglied des Heimat- und Volkstrachtenvereins D’Moosbuam Eicherloh, der später in Heimat- und Volkstrachtenverein Goldachtaler Eicherloh umbenannt wurde. Seit 1947 war er dabei, davon 15 Jahre Jugendleiter, 13 Jahre Vorplattler, von 1992 bis 2012 Theaterleiter, viele Jahre Reiseleiter und von 1964 bis Oktober 2001 Vorsitzender. Bei der Weihnachtsfeier am 22. Dezember 2001 wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. „Das sehe ich als meine höchste persönliche Auszeichnung“, hat er einmal erklärt.

Unter seiner Regie erhielten die Goldachtaler 2006 den Kulturpreis des Landkreises. Rathauschef Max Kressirer ehrte ihn 2008 mit der Bürgermedaille für seine Verdienste. „Der Trachtenverein war Sepp Rader“, zollt ihm Vorsitzender Anton Kollmannsberger Respekt. 

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