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So soll die Neufinsinger Ortsmitte aussehen, wenn sie fertig ist: Es entstehen ein Ärzte- sowie ein Wohn- und Geschäftshaus.

Investor will Räume jetzt selber nutzen

Es findet sich niemand: Kein weiterer Arzt in der Neufinsinger Ortsmitte

In der neuen Ortsmitte Neufinsing wird es keinen weiteren Arzt geben. Es findet sich niemand dafür. 

Neufinsing – Obwohl die Ortsmitte Neufinsing als nahezu abgeschlossen gilt, sind die beiden letzten Gebäude, die aktuell auf dem an den Netto-Markt angrenzenden Grundstück entstehen, immer wieder Thema im Gemeinderat.

Bislang konnte kein weiterer Arzt gefunden werden

Jetzt mussten die Ratsmitglieder davon absehen, eine bisher freie Fläche im Gesundheitshaus an einen weiteren Arzt zu vermieten. Dieser konnte bislang nicht gefunden werden, weshalb der Investor, die Firma Sperr und Zellner, den Antrag gestellt hat, die Räumlichkeiten als Außenstelle selbst nutzen zu dürfen. Kritisch sieht das Ludwig Lex (FWF). Man habe das Grundstück stark subventioniert verkauft. Dafür habe man in den Gebäuden aber eine bestimmte Nutzung haben wollen, in diesem Fall die medizinische, erinnerte er. 

„Das Risiko, die Flächen nicht vermieten zu können, lag beim Investor, ansonsten hätte man das Grundstück nicht zu einem solchen Preis hergegeben“, stellte Lex klar. „Entweder müsste dann jetzt ein Teil der Subvention zurückgezahlt werden, oder die Nutzung durch den Investor muss klar zeitlich begrenzt sein“, forderte er in der Sitzung. Es solle weiterhin nach einem Arzt gesucht werden und der Druck Sperr und Zellner gegenüber hochgehalten werden, das Gebäude wieder zu verlassen.

Gesundheitsangebot mit Physiotherapie und Zahnarzt 

Anders sieht das Bürgermeister Max Kressirer (WGE). Man habe damals 20 Prozent über dem Preis, den ein Wertgutachten ergeben hat, verkauft. Zudem sei man dem Ziel des Gesundheitsangebots mit Angeboten wie Physiotherapie und Zahnarzt ohnehin sehr viel nähergekommen als ursprünglich erwartet. „Dein Vorschlag erfordert eine Koppelung. Das ist nicht erlaubt“, erklärte Kressirer an Lex gerichtet.

Martin Hagns (CSU) Kompromissvorschlag, eine Klausel einzufügen, die den Auszug der Firma festlegt, sobald ein Arzt gefunden ist, ist Kressirer zufolge wenig sinnvoll: „Wir haben die Nutzungen bekommen, die wir wollten. Außerdem muss ja auch alles erst reingebaut werden.“ Letztlich einigten sich die Gemeinderäte darauf, die Nutzungsänderung durchzuführen – bei einer Gegenstimme von Ludwig Lex.

Keine zusätzliche Farbgestaltung

Abgestimmt wurde zudem über die farbliche Gestaltung der Häuser. Es stand zur Debatte, in Anlehnung an das fast nebenan gelegene Seniorenzentrum Akzente durch gräulich hervorgehobene viereckige Flächen an der Wand zu setzen – ein Vorschlag des Investors, der aber nicht zwingend gewünscht sei. Die Ratsmitglieder entschieden sich mehrheitlich gegen die zusätzliche Farbgestaltung. Die Gebäude seien bereits durch die baulichen Proportionen „attraktiv und klar“, wie Gertrud Eichinger (SPD) formulierte.

Julia Adam

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