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Die Einladung zur Verleihung der Bezirksmedaille hat Ludwig Huber überrascht. Zwei Vereinskollegen hatten ihn heimlich dafür gemeldet.

Neufinsinger bekommt Bezirksmedaille für sein Engagement

Ludwig Huber (70) ist täglich im Einsatz für den Trachtenverein

Seit Jahrzehnten setzt sich der Neufinsinger Ludwig Huber für den Trachtenverein Unterföhring ein. Jetzt wird er für dieses ehrenamtliche Engagement ausgezeichnet.

Neufinsing– Der Erhalt des Brauchtums steht für ihn an oberster Stelle. Seit mehreren Jahrzehnten engagiert sich der Neufinsinger Ludwig Huber ehrenamtlich im Trachtenverein Unterföhring. Sein Einsatz wird am Freitag, 8. November, mit der Verleihung der Bezirksmedaille belohnt, mit der der Bezirk Oberbayern seit 1990 alljährlich verdiente Bürgerinnen und Bürger auszeichnet.

Zwei Vereinskollegen hatten Ludwig Huber heimlich beim Bezirk gemeldet

Der im Frühling bei den Hubers eingetroffene Brief, der die Einladung zur Verleihung für den 70-Jährigen enthielt, sei eine erfreuliche Überraschung gewesen, erinnert sich Huber im Gespräch mit der Heimatzeitung. Zwei seiner Vereinskollegen hatten ihn nämlich heimlich beim Bezirk gemeldet. Der Grund: die viele Zeit, die der Rentner seit Jahren in den Trachtenverein Unterföhring investiert.

Eigentlich hatte Huber in seinen Jugendjahren mit Trachtenvereinen nichts am Hut. Zu den Unterföhringern ist er durch seine Frau Franziska gekommen. Sie war selbst bereits im Trachtenverein ihres Heimatorts Unterföhring aktiv, als sich die beiden kennenlernten. „Irgendwann sollte ich dann den Walzer lernen“, erzählt der Neufinsinger lachend. Das habe sich im Trachtenverein natürlich angeboten. Und der Spaß kam dabei nicht zu kurz, denn sonst wäre Huber sicherlich kein treues Vereinsmitglied geworden: „Es waren einfach auch Leute in unserem Alter dabei, mit denen es gepasst hat. Das macht viel aus“, meint er augenzwinkernd.

Seit 1970 ist Ludwig Huber beim Verein, inzwischen als Vorsitzender

Die Herkunft von Ehefrau Franziska und die vielen Freundschaften, die im Unterföhringer Verein entstanden sind, sind auch der Grund, weshalb die Hubers lieber den etwas längeren Fahrtweg auf sich nehmen, anstatt in den Eicherloher Trachtenverein zu wechseln.

Seit 1970 ist Ludwig Huber eines von etwa 100 Vereinsmitgliedern. Bereits seit 1972 engagiert er sich mit der Übernahme unterschiedlicher Ämter für den Erhalt des Brauchtums. So hat er es über den Kassenprüfer, den Vorplattler und den Zweiten Kassier schließlich zum Zweiten Vorsitzenden gebracht. Acht Jahre lang hat er Herzblut und viel Zeit in dieses Amt investiert. Vor allem das 100-jährige Gründungsjubiläum, das 2017 gefeiert wurde, sowie eine vor einigen Jahren durchgeführte Satzungsänderung bedeuteten einiges an zusätzlichem Aufwand.

Auch im Trachtengau München und Umgebung gibt es viel zu tun

Seit 2018 ist Huber als Vereinsvorsitzender aktiv. Einiges zu tun gibt es für ihn jedoch auch im Trachtengau München und Umgebung. Dort sitzt er bereits seit 2016 an der Spitze von elf Mitgliedsvereinen. Zuvor ist er auch dort Zweiter Vorsitzender gewesen. Der Vorsitz im Gau bedeutet zudem einen Platz im Landesausschuss des Bayerischen Trachtenverbands. „Man ist also schon gut unterwegs“, erzählt Huber. Eigentlich habe er täglich Aufgaben zu erledigen, die seine Ämter mit sich bringen.

Die viele Zeit investiert er jedoch gerne, um so das Brauchtum erhalten und weitergeben zu können, wie er sagt. Ehefrau Franziska ist ihm dabei eine große Stütze, denn auch sie ist ehrenamtlich im Unterföhringer Trachtenverein unter anderem als Schriftführerin aktiv und kann die Beweggründe ihres Mannes, seine Freizeit in den Verein zu investieren, nachvollziehen.

Nachwuchsprobleme? Bei den Unterföhrunger Trachtlern „zum Glück noch nicht“

Probleme mit dem Vereinsnachwuchs gibt es in Unterföhring aktuell „zum Glück noch nicht“, erzählt Huber. Vielmehr sei es problematisch, jüngere Mitglieder für das Engagement im Vorstand zu gewinnen. „Die Leute haben heutzutage keine geregelten Arbeitszeiten mehr. Es ist allein immer wieder schon schwierig, einen Probentag zu finden, an dem dann alle können“, verrät der gelernte Feinmechaniker.

Dass das ehrenamtliche Engagement gewürdigt wird, zeigt die Verleihung der Bezirksmedaille. Diese möchte Huber am Freitag, 8. November, in der Bezirksverwaltung mit Ehefrau Franziska und drei anderen Vereinsmitgliedern entgegennehmen.

Julia Adam

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