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Neufinsinger Theaterkastl: Mit Petticoat, Seitenscheitel und Rock’n’Roll

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Von: Markus Ostermaier

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Eine Motorradtour ist in „Wob-baba-luba“ ein Tipp der Freunde für den verliebten Buale (Stephan Perzl, Mitte) und seine Elli (Theresa Kuhn, r.). Der Ausflug endet jedoch nicht unfallfrei, wie die Freunde (v. l., Stephan Huber, Brunhild Perzl, Daniela Greiner, Michael Huber und Alexander Kindshofer) feststellen müssen.
Eine Motorradtour ist in „Wob-baba-luba“ ein Tipp der Freunde für den verliebten Buale (Stephan Perzl, Mitte) und seine Elli (Theresa Kuhn, r.). Der Ausflug endet jedoch nicht unfallfrei, wie die Freunde (v. l., Stephan Huber, Brunhild Perzl, Daniela Greiner, Michael Huber und Alexander Kindshofer) feststellen müssen. © Markus Ostermaier

Das Neufinsinger Theaterkastl spielt derzeit „Wob-baba-luba“ und feiert damit sein 30-jähriges Bestehen - wenn auch etwas verspätet.

Neufinsing – In eine ganz andere Zeit versetzt wird man derzeit in der Finsinger Schule. Mit ganz neuem Stil und rockiger musikalischer Umrahmung begeisterte das Neufinsinger Theaterkastl am Freitag bei der Premiere von „Wob-baba-luba“. Die 50er-Jahre-Komödie wird jetzt anlässlich des 30-jährigen Bühnenjubiläums wiederholt.

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Bereits 2005 wurde „Wob-baba-luba“ aufgeführt und sollte ursprünglich das Geburtstagsjahr 2020 krönen. Wegen der Pandemie gibt’s das Jubiläumstheater nun zwei Jahre später, aber das Theaterkastl brannte sichtlich darauf, wieder auf die Bühne zurückzukehren.

„Wob-baba-luba“ von Peter Landstorfer spielt in der Zeit, als Petticoat und Rock’n’Roll beliebt waren. Und davon gibt es in Neufinsing einiges zu hören. Wem „Wob-baba-luba“ beim Aussprechen anfangs noch etwas sperrig vorkommt, dem fällt es nach dem ersten gelungenen Auftritt der Liveband wesentlich einfacher. Freilich kennt man den Ausruf von Little Richards Song „Tutti Frutti“.

Die Vereinsband präsentierte sich deswegen heuer anstatt in Tracht edel mit weißen Jackett und sorgte für viel Begeisterung. Neben dem langjährigen Spielleiter Franz X. Peischl (Rhythmusgitarre) sowie Vereinskassier und Musiker Michael Suhre (Kontrabass) gehörten Matthias Ashoff (Leadgitarre) und Christoph Hansjakob (Schlagzeug) zur Band.

Nicht nur das Neufinsinger Bühnenbild ist 2022 wieder gewohnt detailgetreu und liebevoll gestaltet. Es gibt sogar eine zweite Ebene über der Hauptbühne. Auch die Maske (Theresa Söhl und Karin Peischl) hat ganze Arbeit geleistet: Seitenscheitel, Koteletten und auffrisierte Haare bei den Männern, aufwendige Locken bei den Frauen.

Inhaltlich geht es in „Wob-baba-luba“ um eine Jugendgruppe, die „Blosn“, die sich regelmäßig im Friseursalon von Berta Glanz (Brunhild Perzl) trifft, um die gemeinsame Freizeitgestaltung zu besprechen. Anführer der Truppe ist Casablanca (Stephan Huber) – ein echter Casanova. Für etwas Wirbel sorgt dann Elli, die neue Untermieterin von Frau Glanz, die wegen ihrer Freisinger Herkunft und dem neuen Job bei der Münchner Bahn von den bissigen Mädels „die Schnellzug-Elli aus Hinter-Freising“ genannt wird.

Erst mit Verlauf des Stücks kristallisieren sich die beiden Publikumslieblinge heraus, die im Mittelpunkt der Geschichte stehen: der vom Vorsitzenden Stephan Perzl mit Bravour dargestellte Buale und eben Elli aus Freising von der ebenfalls sehr talentierten Theresa Kuhn. Beide Rollen sind ähnlich schüchtern, zurückhaltend und im Umgang miteinander überfordert. Die holprigen Unterhaltungen sorgen beim Publikum für unzählige Lacher.

Die heimsen auch die Darsteller der selbstbewussten Freundinnen D’Briska (Daniela Greiner), D’Riwa (Franziska Huber) und D’Stich Steffi (Sophia Kuhn) ein. Der Männergruppe gehören außerdem Alexander Kindshofer als Biwi sowie Michael Huber als Luggestrick an. Die Spielleitung übernahmen Agnes Kuhn und Claudia Schiwietz. Das Stück endet, wie es begonnen hat – mit toller Livemusik von Elvis Presley und dann sogar noch mit Tanz der Akteure.

Besonders mit Buale fiebert und leidet das Publikum richtig mit. Ob es sich in der Liebe wirklich lohnt, auf Tipps von Freunden zu hören, und ob es noch zu einem Happy End kommt, erfährt man noch kommendes Wochenende. Für die drei Vorstellungen am Freitag und Samstag um 19.30 Uhr sowie am Sonntag um 17 Uhr gibt es noch Restkarten bei mydahoam, per E-Mail (info@theaterkastl.de) oder an der Abendkasse.

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