Zum Thema ÖPNV kamen 62 Vorschläge. Den Bus nutzt mehr als die Hälfte der Befragten nie oder kaum.
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Zum Thema ÖPNV kamen 62 Vorschläge. Den Bus nutzt mehr als die Hälfte der Befragten nie oder kaum.

Bürgerbefragung des Ortsvereins

Von Downhill-Strecke bis Eisdiele: SPD Finsing will auch mal andere Ideen zulassen

  • Veronika Macht
    vonVeronika Macht
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Die SPD Finsing stimmt sich auf den Wahlkampf ein - und will dazu auch Wünsche und Ideen der Bürger einbringen. 

Neufinsing– „Bei kommunalpolitischen Entscheidungen sind die Bedürfnisse der Bürger eine wesentliche Grundlage“, sagt Gertrud Eichinger, Vorsitzende der SPD Finsing. Um im Gemeinderat die Weichen für die Zukunft richtig stellen zu können, hat der Ortsverein eine Bürgerumfrage gestartet. Drei Wochen lang hatten die Finsinger Zeit, sich online oder auf Papier zu den Themen öffentlicher Nahverkehr, neue Mobilitätskonzepte, Jugend und Freizeit, Bürgerhilfe, Generationenhaus/Jugendzentrum, Wohnraumsituation und nachhaltiges Finsing zu äußern. 2000 Fragebögen wurden verteilt, knapp 150 auswertbare Antworten kamen zurück. Wer sich noch äußern will, kann das auf spd-waehlerforum.de/Buergerbefragung-2019 weiterhin tun.

Fast 30 Bürger wollen mitarbeiten

Im Restaurant der GoKart-Arena in Neufinsing wurden die Ergebnisse vorgestellt. Rund 15 Interessierte waren gekommen, darunter auch Vertreter anderer Parteien. Eichinger gab zu: „Wir sind besonders überrascht über die Vielfalt der Anregungen, die gemacht wurden.“ Fast 30 Bürger hätten sich zudem bereit erklärt, bei bestimmten Themen mitzuarbeiten.

Beim ÖPNV stellte sich wenig Überraschendes heraus: Das Auto ist Fortbewegungsmittel Nummer 1, den Bus nutzt mehr als die Hälfte der Befragten nie oder kaum. Das Ruftaxi kennen viele, haben es aber noch nie genutzt. Hier ist mehr Information gewünscht oder gleich eine App, um online einchecken zu können – nur einer von 62 Vorschlägen zum ÖPNV. „Das Ruftaxi an sich ist eine Steinzeiteinrichtung. Da könnte man vom Landkreis aus was machen“, meinte Josef Eichinger.

„Vor sechs Jahren war das Ergebnis nicht anders. Wir haben bei diesem Thema bis jetzt nichts bewegt“, gab CSU-Gemeinderat Dieter Heilmair zum ÖPNV zu. Seine Partei hatte in der Vergangenheit ebenfalls Befragungen durchgeführt. Die Anregung eines Besuchers, die Gemeinde selbst solle künftig regelmäßig Umfragen machen, kam gut an.

67 Vorschläge kamen zum Thema „Jugend und Freizeit“

An neuen Mobilitätslösungen brachte die SPD autonome Busse und Mitfahrbänke ins Gespräch – eine Idee, die vielen gefiel, aber auch Probleme berge, etwa wie man wieder zurückkommt, wenn man mit jemandem mitgefahren ist.

67 Vorschläge kamen zum Thema „Jugend und Freizeit“, darunter eine Downhill-Strecke und ein Wasserspielplatz, aber auch Wünsche wie ein Irish Pub oder eine Eisdiele. Letzteres wird es in der neuen Ortsmitte Neufinsing wohl geben, verkündete Eichinger. Für mehr als zwei Drittel könnten die Freizeitangebote mehr sein. Fast ebenso viele hätten gerne einen Beachvolleyballplatz für die Allgemeinheit und einen Parcours für Skates und Räder. Immerhin ein Drittel kann sich ein Großschachfeld in der Neufinsinger Ortsmitte vorstellen, und 60 Prozent würden gern auf kombinierten Jogging- und Fitness-Pfaden trainieren.

Zusätzliche Beratungsangebote etwa bei Anträgen oder als Hilfe für Amtsgänge wünscht sich fast die Hälfte der Befragten. Noch klarer ist der Wunsch nach einem Bürgerzentrum, das sowohl als Jugendzentrum, als auch als Mehrgenerationen-Treffpunkt konzipiert ist.

Häuser mit mehr Stockwerken oder ein Einheimischen-Modell für Wohnungen

Der angespannte Wohnungsmarkt ist ebenfalls ein Thema. Der Großteil der Befragten hätte nichts gegen Häuser mit mehr Stockwerken oder ein Einheimischen-Modell für Eigentumswohnungen, fühlt sich aber bei Bauvorhaben nicht ausreichend von der Gemeinde informiert. Allgemein war der Informationsfluss, auch in Sachen Vereinsveranstaltungen, ein heiß diskutiertes Thema: Sollte man etwa das Amtsblatt per Newsletter verschicken? Oder könne man vom mündigen Bürger nicht erwarten, dass er sich selbst informiert?

Ein klimaneutrales Finsing als langfristiges Ziel hält die Mehrheit für gut, ebenso die vermehrte Nutzung regenerativer Energien. Ganz konkret waren die Kommentare dazu, was mittel- und langfristig unbedingt getan werden muss – von Tempo 30 an der Schule über Ladesäulen für E-Fahrzeuge an zentralen Stellen bis hin zu mehr Freiheit beim Hausbau.

„Das Potenzial der Bürger nutzen“

Die Präsentation wurde in vielen Punkten zur lebhaften Diskussion. Dabei kam die Frage auf, wer für die Umsetzung der diversen Vorschläge zuständig sei. „Wir haben erst mal nur den Bedarf abgefragt. Wir wollten das Potenzial der Bürger nutzen und auch mal andere Ideen zulassen“, erläuterte Eichinger.

Sicher sei das Ergebnis nicht repräsentativ für alle Bürger, und freilich werde jetzt auch nicht alles umgesetzt, immerhin habe man die Befragung vor allem mit Blick auf die Kommunalwahlen und die Strategie der SPD durchgeführt. „Aber wenn jemand Lust hat, sich zu engagieren, können wir dazu vielleicht die Möglichkeit schaffen“, meinte sie. 

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