Angepackt haben unter anderem (v. l.) Jürgen Ruhland und Sepp Höschl auf dem Gemeindegrundstück am Lärchenweg in Neufinsing.
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Angepackt haben unter anderem (v. l.) Jürgen Ruhland und Sepp Höschl auf dem Gemeindegrundstück am Lärchenweg in Neufinsing.

Gartenbauverein pflanzt zehn Apfelsorten am Lärchenweg

Streuobstbäume für Finsing

Die Finsinger Gartler haben, wie schon voriges Jahr geplant, auf dem Gemeindegrundstück hinter dem Spielplatz am Lärchenweg in Neufinsing zehn Apfelsorten als Streuobstbäume gepflanzt.

Neufinsing – Die Kosten für die Bäume übernimmt laut Verein die Gemeinde und bekommt dafür die Fläche von der Unteren Naturschutzbehörde als Ausgleichsfläche anerkannt.

Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ hatte damals Schriftführer und Baumwart Sepp Höschl auf die Idee gebracht, hier für die Natur und die Erhaltung alter Obstsorten aktiv zu werden. Gemeinsam mit Kreis-Fachberater Michael Klinger wurden die Bäume ausgesucht, darunter beliebte Sommeräpfel wie Jakob Fischer, lagerfähige Sorten wie Goldrenette von Blenheim und Mostäpfel wie Roter Eiser.

Beim Graben der Pflanzlöcher kamen dann auch die Helfer Jürgen Ruhland und Michael Suhre ins Schwitzen. Bis die ersten Äpfel zu ernten sind, werden fünf bis zehn Jahre vergehen. Ein Hochstamm-Obstbaum kann dafür bei guter Pflege durchaus 80 oder mehr Jahre alt werden.

Als Voraussetzung für ein langes Baumleben und gesunde Früchte muss in den nächsten zehn bis 20 Jahren durch gezielten Schnitt ein stabiles und zugleich lichtdurchlässiges Kronengerüst aufgebaut werden. Laut Höschl eignet sich hierfür der bei uns wenig bekannte Schnitt nach Oeschberg-Palmer am besten. Wichtigste Elemente sind neben der Stammverlängerung in der Mitte drei oder besser vier kräftige Leitäste, die von der Kronenbasis anfangs in einem Winkel von etwa 45 Grad, später auch steiler, nach oben wachsen sollen und auf keinen Fall von weiteren Ast-Etagen überwachsen, beschattet und unterdrückt werden dürfen. Der Gartenbauverein will für Interessierte in den nächsten Jahren wieder Baumschneidekurse anbieten.

Das Wissen um den optimalen, naturnahen Schnitt großkroniger Obstbäume sei in den vergangenen 50 Jahren weitgehend verloren gegangen. Die Übertragung des für den Erwerbsobstbau an extra schwach wachsenden Bäumen entwickelten Spindel-Schnitts auf stark wachsende Bäume sei genauso zum Scheitern verurteilt wie ein Wachsenlassen auf gut Glück, weiß Höschl nach gut 30 Jahren Erfahrung. Auch wenn es die nächsten Jahre noch nichts zu naschen gebe, werde es sich daher lohnen, hin und wieder auf der Obstwiese vorbei zu schauen.  

red

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