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Zwei Theater-Urgesteine: Luise Fischer und Sepp Rader 1992 im Pfannenflicker Sepp, den der verstorbene Ehrenvorsitzende damals mimte. Sein Nachfolger 25 Jahre später ist Hans Frantz.

Trachtenverein Goldachtaler Eicherloh 

Die wehmütige Rückkehr des Pfannenflicker Sepp

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Der Pfannenflicker Sepp war das Lieblingsstück von Sepp Rader. Zu Ehren ihres vergangenen September verstorbenen Ehrenvorstands brachte der Trachtenverein Goldachtaler Eicherloh den Dreiakter aus der Feder von Josef Neureither erneut auf die Bühne.

Eicherloh – Da kam Wehmut auf, hatte doch ein Teil der Besetzung 1992, bei der ersten Aufführung mit Rader, der damals den Pfannenflicker Sepp spielte, auf der Bühne gestanden. Zum Beispiel die Sonnleitner-Bäuerin, die von Rosemarie Laurent gemimt wurde. Und Margit Rüdiger, die damals noch Rader hieß und eine Tochter des Ehrenvorstands ist. Ihr gebührt besonderes Lob. Mit der Magd Waberl hatte sie eigentlich nur eine Nebenrolle. Auf der Bühne aber zeigte sie die beste schauspielerische Leistung, hatte stets die Lacher auf ihrer Seite, bekam immer wieder Szenenapplaus und am Ende den meisten Beifall.

Das soll die Leistung der weiteren Darsteller nicht schmälern. Hans Frantz, der den Pfannenflicker Sepp verkörperte, ist ebenfalls ein alter Hase auf der Bühne. Er spielte das längst verstorbene Original, so wie man es sich anno dazumal vorgestellt hat. Gewieft, immer einen flotten Spruch auf Lager und dem Schnaps nicht abgeneigt. Und auch mit zweifelhaften Komplimenten wie „Bleame-Scherbn“ sparte er nicht.

Der Pfannenflicker Sepp bewahrte die Sonnleitnerin vor einem großen Fehler bei der Hofübergabe. Der hinterlistige Vetter Thomas (Anton Schnalke) kam so nicht zum Zug. Sohn Toni (Sepp Fischer) kehrte vom Krieg heim und verliebte sich nach einigem Hin und Her ins Reserl (Julia Käsmaier). Großstädterin Marianne (Veronika Fischer) hatte das Nachsehen. Ratschkattl Burgl (Luise Fischer) schmeckte das nicht, aber die Feichtenbäuerin musste sich damit abfinden.

Immer hatte der Pfannenflicker Sepp seine Finger im Spiel. Er sorgte dafür, dass in seinem Umfeld jeder Topf den richtigen Deckel fand. Wie eben auch das Waberl, das sein Herz an den Knecht Blasi (Sigi Käser) verloren hatte. Käser hatte besonderen Einsatz gezeigt, denn er hatte sich bei der Premiere eine Fußverletzung zugezogen, aber die Zähne zusammengebissen. Erst nach der Vorstellung ging’s ins Krankenhaus. Bei den folgenden Aufführungen war er wieder dabei. 

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