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Ortstermin beim Unfallschwerpunkt: In diesen Zaun in Eicherloh sind heuer schon drei Fahrzeuge gekracht. Nun suchte der Bauausschuss nach Lösungen, um den Anwohne rn Sicherheit zurückzugeben. 

Kreuzung Hintere Moosstraße/Torfstraße in Eicherloh 

Unfallschwerpunkt: Künftig gilt Tempo 70

Bereits drei Mal hat es heuer an der Kreuzung Hintere Moosstraße/Torfstraße in Eicherloh derart gekracht, dass die Fahrzeuge in den Garten der Anwohner geschleudert wurden. Sie haben jetzt den Bauausschuss um Hilfe gebeten. Dessen Lösung für das Problem: Tempo 70.

Eicherloh – Die Anwohner an derKreuzung der Hinteren Moosstraße und der Torfstraße in Eicherloh leben gefährlich – besonders, wenn sie sich in ihrem Garten aufhalten. Im Februar, März und Mai dieses Jahres wurde ihr Zaun durch Unfälle auf der Kreuzung zerstört.

„Einmal hatten wir das Auto direkt auf der Terrasse stehen, die anderen Male haben uns zum Glück der Laternenpfosten und das Bushalteschild gerettet, weil der erste Aufprall dadurch abgemildert wurde“, erklärte der Anwohner, der anonym bleiben möchte, den Mitgliedern des Finsinger Bauausschusses. Sie waren zum Ortstermin an den Unfallschwerpunkt gekommen.

Der Anlieger fühlt sich auf seinem Grundstück nicht mehr sicher. „Wir haben Enkelkinder, die nachmittags immer bei uns sind und meistens im Garten Fußball spielen. Denen kann so leicht etwas passieren, wenn die Autofahrer mal wieder nicht aufpassen“, monierte er. Ein weiterer Grund, die Stelle zu schützen, sei der Kasten, der Großteile Eicherlohs mit Internet versorgt. Auch dieser könne von einem Auto getroffen werden. „Dann haben die Eicherloher mehrere Tage kein Internet mehr“, warnte der Anwohner.

Vor allem ortskundige Fahrer verhalten sich an der eigentlich gut einsehbaren Stelle unverantwortlich und ignorieren das Stopp-Schild, erklärte Bürgermeister Max Kressirer (WGE) die Problematik. „Wenn die Leute nichts sehen, fahren sie natürlich langsam. Aber hier lassen sie sich durch die vermeintlich gute Sicht zur Unvernunft verleiten“, vermutete er.

Zudem werde der nahende Verkehr aus der Eicherloher Richtung meist unterschätzt. „An der Stelle ist auf 80 km/h beschränkt. Die meisten fahren aber bestimmt 100“, betonte der Anwohner, der die Verkehrssituation seit den Vorfällen verstärkt im Auge behält. „Da kommen zwei Dinge zusammen. Die einen fahren zu schnell, die anderen missachten das Stopp-Schild.“

Eigenständig hat der Mann bereits Vorkehrungen im Garten getroffen, um vor allem die Enkelkinder zu schützen. Große Steinbrocken, die den Garten einrahmen, sollen den Aufprall dämpfen. Mit einer Leitplanke würde er sich jedoch noch sicherer fühlen, gab er zu.

Beim Ortstermin mit dem Bauausschuss wurden viele Maßnahmen diskutiert, wie man den Unfallschwerpunkt entschärfen könnte. Einig war man sich, dass eine Leitplanke keine Lösung für das ursprüngliche Problem sei. Einen Kreisverkehr an dieser Stelle zu bauen sei zu teuer. Genauso wie eine Verschwenkung, für die Ausschussmitglied Lorenz Söhl (WGE) plädierte: „Das ist doch die einzig sinnvolle Maßnahme.“ Auch der vorgeschlagenen Bodenschwelle brachten die Ratsmitglieder Skepsis entgegen. Dadurch würde vor allem ein Lärmproblem für die Anwohner geschaffen.

Mit Söhls Gegenstimme einigten sich die Ausschussmitglieder letztlich darauf, die Strecke an der Stelle auf 70 km/h zu beschränken. „So kann auch geblitzt werden“, erklärte Kressirer einen zusätzlichen Vorteil. Falls diese Maßnahme nicht hilft, werde man erneut darüber diskutieren, eine Schwelle einzubauen. „Das ist immerhin ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn öfter geblitzt wird, wissen die Fahrer, dass sie an der Stelle aufpassen müssen“, erläuterte der Anwohner.

Julia Adam

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