Die Stellplatzsituation verbessert werden soll an der Kirche St. Georg im Finsinger Ortszentrum. Auch die links vorbeiführende Kirchenstraße ist im Dorferneuerungskonzept enthalten. foto: ostermaier

Dorferneuerung Finsing

Zur Dorferneuerung in Finsing:„Veränderungen machen eben Angst“

Finsing - Ein umfangreiches Projekt ist die Dorferneuerung in Finsing. Im Frühjahr wird die Teilnehmergemeinschaft gegründet. Hier wird auf die Unterstützung von Einheimischen gesetzt.

Finsing – Das Projekt Dorferneuerung läuft in Finsing bereits seit einigen Jahren. Schon 2010 habe man festgestellt, wie schnell sich die Region verändern kann, wie Bürgermeister Max Kressirer zurückblickt. Dies war auch der Startschuss für die Kommune, in ihrem ältesten Ortsteil ein Projekt zu starten, damit dieser seinen Dorfcharakter bewahren kann.

„Es ist unser Ziel, Finsing für künftige Nutzungen in der Zukunft fit zu machen, aber auch seinen Charakter zu erhalten“, erläutert der Rathauschef. Dafür sind in den letzten Jahren auch schon einige Planungen passiert. Im September 2014 wurde der Grundsatzbeschluss zur Dorferneuerung gefasst. Von Kosten in Höhe von 2,6 Millionen Euro war damals die Rede. Im Sommer 2015 wurden aber im Gremium auch kritische Stimmen laut, als es um die Ausstattung des alten Finsinger Spielplatzes ging. Es komme bei den Einheimischen nicht gut an, wenn jede Anschaffung auf die Dorferneuerung verschoben wird, berichteten Räte.

Was im vergangenen Jahr nicht mehr geschafft wurde, ist nun für Frühjahr 2016 geplant: die Wahl einer Teilnehmergemeinschaft. Wie Kressirer auf Nachfrage berichtete, besteht diese aus einem Vertreter der Gemeinde, dem Amt für ländliche Entwicklung und etwa fünf Einwohnern – jeweils mit Stellvertretern. Diese Vertreter, welche die Bürger-Interessen vertreten sollen, wählen die Einheimischen und Grundstückseigentümer aus Finsing selbst.

Konkret wird es für die Teilnehmergemeinschaft um den Maßnahmenkatalog gehen, der bereits in der Vergangenheit von Arbeitsgruppen mit gut 30 Bürgern erarbeitet wurde. Diese Maßnahmen teilte man auch schon grob in Dringlichkeit und Realisierungszeitpunkt ein. „Die Teilnehmergemeinschaft wird also anhand des Vorhabenkatalogs die Umsetzung der Maßnahmen vorbereiten und das dann später auch im Gemeinderat vorstellen“, erklärt der Bürgermeister.

Größere Maßnahmen seien bereits vorab im Haushaltsplan berücksichtigt worden. Heuer sind 200 000 Euro Planungskosten eingestellt, 2017 sind es dann zwei Millionen. Als Beispiele für geplante Maßnahmen nennt Kressirer die Aufwertung von Straßen wie die Kirchenstraße oder Hofener Straße. Weiter vorgesehen ist die Schaffung von zentralen Plätzen wie beim Maibaumplatz oder eine verbesserte Parkplatzsituation bei der Kirche St. Georg.

Die Dorferneuerung setzt auch auf neue Grünstrukturen und Maßnahmen zur Verschönerung des Ortsbilds. Weitere Gedanken sind neue Geh- und Radwege, eine Verbesserung der Hochwasserproblematik oder das Herrichten von öffentlichen Gebäuden wie dem Bürgerhaus. Außerdem erhalten Privatpersonen von Architekten eine kostenlose Beratung, wie sie beispielsweise ihre Hofstellen gewerblich oder durch Wohnraum neu nutzen könnten. „Die Dorferneuerung geht also bis zu den Zaunanlagen oder Fassaden bei Einzelanwesen. Es ist also ein Prozess, der mehrere Jahre dauert“, sagt Kressirer.

Viele Bürger sähen die Dorferneuerung als Riesenchance, manche hätten aber auch noch Vorbehalte. „Veränderungen machen eben Angst.“ Beruhigen kann der Rathauschef hier schon mal, dass nach wie vor eine Straßenausbaubeitragssatzung nicht geplant sei. Kressirer wirbt: „Man hat nun die tolle Möglichkeit, parallel zum Gemeinderat sein künftiges Umfeld aktiv mitzugestalten.“

von Markus Ostermaier

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