Vor Gericht 

Versöhnung in letzter Minute

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Die Zeit heilt alle Wunden. Diese Weisheit trifft auch auf zwei streitende Parteien zu, die sich gestern vor dem Amtsgericht Erding trafen. Am 24. März 2017 war zwischen ihnen, die zwei Wohnungen in einem Haus in Finsing bewohnen, ein Streit eskaliert. Ein 39-Jähriger musste sich wegen Beleidigung und Bedrohung verantworten. Doch davon war nichts mehr zu spüren, als Richterin Michaela Wawerla Täter und Opfer vor sich hatte.

Finsing– Die Zeit heilt alle Wunden. Diese Weisheit trifft auch auf zwei streitende Parteien zu, die sich gestern vor dem Amtsgericht Erding trafen. Am 24. März 2017 war zwischen ihnen, die zwei Wohnungen in einem Haus in Finsing bewohnen, ein Streit eskaliert. Ein 39-Jähriger musste sich wegen Beleidigung und Bedrohung verantworten. Doch davon war nichts mehr zu spüren, als Richterin Michaela Wawerla Täter und Opfer vor sich hatte.

An besagtem Morgen drang der Angeklagte als Mieter bei seiner Mutter in die Nachbarswohnung ein. Die gehört seinen Cousins, bewohnt wird sie jedoch zeitweise von einem jungen Pärchen. Nur über diese Räume gelangt man an den – gemeinsamen – Wasserzähler.

Der Angeklagte berichtete, dass die Nachbarn noch nie für das Wasser bezahlt hätten. „Dann kam meine Mutter und hat gesagt, dass der Wasserpreis steigt.“ Der 39-Jährige war der Auffassung, dass es mit der Schnorrerei nun vorbei sein müsse. Kurzerhand schlug er die Scheibe der Tür zum Raum mit dem Zähler ein.

Währenddessen hielt sich auch das Pärchen in der Wohnung auf. Nach Angaben des Staatsanwalts kam es zu einem heftigen Streit, in dessen Verlauf der Finsinger die beiden Nachbarn übelst beleidigte. Zudem drohte er, ihnen den Schädel einzuschlagen.

Die Bewohner erstatteten Anzeige. Wenige Wochen später flatterte dem 39-Jährigen ein Strafbefehl ins Haus.

Mit seinem Anwalt Jochen Völter legte der Arbeitslose Einspruch ein – um die Geldstrafe so gering wie möglich zu halten. „Mein Mandat bezieht weder Sozialleistungen noch Einkommen. Seine Mutter kommt für ihn auf“, so der Verteidiger.

Doch dann kam alles ganz anders: Der seinerzeit verbal Attackierte sagte, dass man mittlerweile wieder Frieden geschlossen habe. Die Anzeige wegen Beleidigung zog er in der Verhandlung zurück. Die Bedrohung ließ sich nicht so einfach vom Tisch wischen. Der Zeuge erklärte daraufhin, er sei sich nicht mehr sicher, ob der Finsinger tatsächlich „Schädel einschlagen“ gesagt habe.

Richterin Wawerla stellte daraufhin das Verfahren ein. Allerdings hat der 39-Jährige 200 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zu zahlen. Und der Zeuge muss damit rechnen, wegen des kurzfristigen Rückziehers an den Prozesskosten beteiligt zu werden. „Die Justiz arbeitet nicht nur zum Spaß“, belehrte sie ihn. Hans Moritz

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