Zweiter Standort in Finsing

Erfolgsmodell: Schüler setzen auf 9+2

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Der 9+2-Zug in Wartenberg ist etabliert. Nun beginnen 23 Schüler in Finsing diesen Bildungsweg. Sie nutzen die Möglichkeit, in zwei Extra-Jahren die Mittlere Reife zu erlangen.

Finsing– Die Diskussion um den zweiten Standort eines 9+2-Zuges im Landkreis war nervenaufreibend – für Kommunalpolitiker wie auch für die Schulfamilien in Isen und Finsing. Landrat Martin Bayerstorfer setzte die Signale in Richtung Isen. Doch dort blieben die Anmeldungen aus, die Eltern stimmten quasi für die Mittelschule Finsing. Die „Vorbereitungsklasse“, so der offizielle Name, startet dort im September mit 23 Schülern. „Ich bin froh, dass der Prozess jetzt abgeschlossen ist“, sagt Rektor Stephan Rettig diplomatisch über die Vorgeschichte.

Die meisten Schüler der neuen Klasse kommen laut Rettig aus Finsing und Wörth, die anderen aus Forstern, Buch, Erding und einer aus Isen. „Die Vorbereitungen sind parallel mit der Marie-Pettenbeck-Schule gelaufen“, berichtet der Finsinger Schulleiter. Die Wartenberger Kollegen haben schon seit 2012 Erfahrungen mit diesem Angebot. Davon kann Finsing nun profitieren.

Der alte Name 9+2 steht für den Bildungsweg, den die Jugendlichen durchlaufen. Nach neun Jahren Mittelschule können sie in weiteren zwei die Mittlere Reife erlangen. Zugangsvoraussetzung ist ein Quali mit einem Notenschnitt von 2,5 oder besser. „Ich denke, es ist eine super Alternative für Schüler, die etwas länger brauchen“, meint der Wartenberger Rektor Michael Braun.

An der Marie-Pettenbeck-Schule beginnt im September eine Vorbereitungsklasse mit 29 Schülern, während weitere 24 bereits das zweite Jahr vor sich haben. In den ersten Jahren seien auch vereinzelt Jugendliche aus dem südlichen Landkreis Erding gekommen, berichtet Braun. Diese 9+2-Schüler können nun nach Finsing – ohne negativen Effekt für Wartenberg. „Die Anmeldezahlen sind konstant“, sagt Braun.

Knackpunkt der politischen Diskussion war vordergründig die Schülerbeförderung. Bayerstorfer hatte argumentiert, dass Jugendliche aus dem südöstlichen Landkreis Finsing nicht vernünftig erreichen könnten. Die Kreistagsmehrheit (vorwiegend mit CSU-Stimmen) folgte ihm im Oktober mit dem Beschluss, die Beförderungskosten nach Isen zu übernehmen.

„Die Schüler haben in Finsing eine sehr, sehr gute Verbindung“, erklärt Bürgermeister Max Kressirer (FW) heute. Schon in den kontroversen Kreistagsdebatten hatte er mit kurzen Fahrzeiten zu geringen Kosten argumentiert. Und die aktuelle Lage gibt ihm Recht. Die meisten Schüler könnten innerhalb des Schulverbands mit eigenen Bussen transportiert werden.

Im öffentlichen Fahrplan ist lediglich auf der Linie 568 eine Änderung nötig. Der Bus fährt um 13 Uhr ohnehin an der Schule vorbei und soll dort nun halten. Mehrkosten: null.

Rettig ist froh über die Entwicklung. „Das ist eine Imageaufwertung für unsere Schule“, sagt der 57-Jährige, der in Finsing seit 2009 Rektor ist. Nach den aktuellen Prognosen ist 9+2 aber nicht zwingend für den Erhalt des Standorts notwendig. 449 Kinder und Jugendliche besuchen derzeit die Finsinger Schule, 272 von ihnen die Mittelschule.

von Timo Aichele

Rubriklistenbild: © dpa

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